Smaragdus von St. Mihiel. 463
Hss.: Paris. 2341 vor 843 geschrieben, Einsidl. 39 s. IX, Monac. 6210 s.IX und 6214s.X. Ausgabe: Migne 102,13—594. Haureau p.l26f.
Daß die Via regia wohl an Karl und nicht an Ludwig gerichtet
war, hat Haureau S. 114 f. dargelegt, vgl. Dümmler, MG. Ep. 4, 533 n. I. 1 )
Smaragdus beginnt seine Widmung ib. p. 533, 2 Non nos ad hunc conficien-
(hm Ubellum spiritus commovit presumptionis sed diledionis et caritatis. Die
Beweisstellen sind hauptsächlich aus den biblischen Büchern Sapientia und
Proverbia genommen.
Hss.: Vat.reg.190 s.X. Vindob. 956 s.X. Ausgabe: Migne 102,933—970; der Wid-mungsbrief MG. Ep. 4, 533. Ueber die Berührungen mit dem Diadema monachorum s. Ebert2,110. A. Werminghoff, Hist. Ztschr. 53, 193.
Das Diadema monachorum ist für die Mönche von St.Mihiel zum täg-lichen Lesen am Abend bestimmt worden, vgl. die Vorrede Migne 102, 593D. 2 )Es war als Brbauungsbuch neben der Regel Benedikts gedacht und ist be-sonders aus Stücken der Collationes Cassians, der Sententiae Isidors undverschiedener Werke Gregors zusammengesetzt. Geschrieben scheint eserst nach dem Tode Karls zu sein, sein vielseitiger Inhalt sicherte ihmeine weite Verbreitung.
Erwähnt wird das Werk in Toul s. XI (B. 68,92) und in Trier s. XI—XII (B. 76,110).Hss.: Vaientian. 292 s.XI. Monac. 2539 und 12104 s. XII. Ausgabe: Migne 102, 593—690.Vgl. Haureau S. 121 ff. und Ebert 2,109 f.
Die Expositio in regula s. Benedicti scheint nach Traube (Abh.d. Bayer. Ak. 21, 646) die Erklärung des Paulus nicht zu kennen. Smaragdwandte sich hier an die Ungelehrten, vgl. die Vorrede Migne 102, 691A. 3 )Das Werk setzt sich aus Zitaten aus einer großen Anzahl von patristischenWerken (auch Cyprian) zusammen und ist geschrieben worden, wie derVerfasser sagt, aus dessen eignen Beweggründen wie nach dem dringendenWunsche anderer. Smaragd hielt die umfängliche Schrift für wert, sie miteinem Gedicht am Eingange zu schmücken, das sich über das rechte Lebender Mönche verbreitet. Der Stil der Erklärung läßt durch Häufung vonSynonymen den Grammatiker deutlich erkennen, z. B. Migne 102, 702 BSemper enim viridis bis iusüficatio vera. Das Werk hat schnell eine weite Ver-breitung gefunden, da gelehrte Fragen in ihm so gut wie ausgeschlossen sind.
Die Expositio wird in alten Katalogen genannt in Fulda (Beih. z. Zentralbl. f. Biblw. 26,102) s. XI in Toul (B. 68, 93) und in Massay (Delisle., Le cab. des mscr. 2, 442, 42), s. XIIinSt.Amand (Delisle 2,452,124 =VaIentian.275), Limoges(Delisle 2,494,87 = 2.500,103),Cluni (Delisle 2, 472) 351, in St. Bertin (B.77, 252 f.), Bec (B. 127,115), s. XIII in St. PonsdeTomieres (Delisle ib. 2, 542,82). Hss.: Paris.4210 s. IX. Bibl. Kornikae com. Dzialynski124 s.IX, Mus. Brit. Addit. 16961 s. X. Vaientian. 275 s.IX, Vat. reg. 1025 s.X, Paris. 12638s. XIII; das Gedicht auch im Mellic. eh. 12 h 35 s.XV, s. Huemer, Wiener Stud. 9, 51. Aus-gabe: Migne 102, 689—932; das Gedicht PL. 1,616 f. Vgl. Haureau S. 123—126.
Liber in partibus Donati. So ist die Aufschrift nach den wichtig-sten Hss. und alten Katalogen, s. Dümmler, PL. 1, 606 und Manitius, NeuesArchiv 32, 670 f. Das Werk verfaßte Smaragd noch als Mönch und Lehrer
') Die Gegengründe Eberts 2,110 n. 4 | lam b. Benedicti ad capitulum legant cotidie
und 111 erscheinen nicht als stichhaltig. Auchder Satz c.30 (Migne 102,967B) Prdhibe ergo,clementissime rex, ne in regno tuo captivitasfiat paßt besser auf die kriegerischen ZeitenKarls.
2 ) Et quia mos est monachorum ut regu-
matutinum, volumus, ut iste libellus ad eorumcapitulum cotidie legatur vespertinum.
3 ) Et quamvis eius expositione non in-digeant docti, tarnen simplex simplicibus grataest eins expositio monachis, qui . . . vel mo-dica desiderant verba.