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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
Fürstenspiegel, der die Tugenden der alttestamentlichen Könige gegenüberder Gegenwart in helles Licht stellt und sich daher zum nicht geringenTeile aus Stellen des Alten Testaments zusammensetzt. Ebenfalls als Abtverfaßte er für seine Mönche das Diadema monachormn, in dem er in hundertAbschnitten über die besonderen Tugenden der Mönche und das von ihneninnezuhaltende geistliche Leben nach den Werken der Kirchenväter schrieb, jEndlich hat er bei Gelegenheit der von Benedikt von Aniane und Ludwigdem Frommen unternommenen Klosterreform (817) einen Kommentar zur jRegel des heiligen Benedikt verfaßt, wobei er sich wahrscheinlich des von iBenedikt von Aniane angelegten Codex regularum bediente. Außerdem hater einige kleinere Schriften geschrieben. So gehört der Hauptteil vonSmaragds Schriftstellerei dem Kloster an, aber er ist auch den Herrschernnahe getreten. Sein Todesjahr ist unbekannt.
Zeugnisse. Der Name wird Smaragdiis, Smai-acdus, Zmaragdus, Zmaractus (Pach-mayr, Series abbat.Cremifanensium p.871) Maragdus, Maradus, Exmaredus, Hamaraedus^i),Schmaragdus geschrieben, s. Neues Archiv 32, 670 f. Vielleicht war er Ire und hieß Mori-dac') und hatte später den griechischen Namen angenommen, denn es ist mir sehr wahr-scheinlich, daß die aus den Katalogen von Moutier-en-Der und St. Oyan (und Toul? üuidrae,ob Uuidracl) bekannten Namen Moridach und Muridae (Muridac) sich auf die Grammatikdes Smaragdus beziehen; 2 ) vielleicht aber sind diese Namen nur Verstümmelungen vonSmaragdus (Maracdus, Maradus). Zur Lebensgeschichte s. das Chron. S. Michaelis (ed. Tross1857) p. 8 ff., sein Epitaph, das auch die Uebertragung des Klosters meldet, auch bei Diimm-ler, PL. 1, 605. Zum Donatkommentar s. unten. Ueber seine Werke handeln kurz Sigebertde scr. eccl. 118 (Smaragdus, p. 148 ed. Miraeus), Honorius de scr. eccl.4. 6 (Smaragdus ablasmonasterü sanctl Michaelis) und der Anonymus Mellicensis 50 (Smaragdus abbas, p. 73 ed.Ettlinger).
Der Kommentar für dieLectiones erscheint zuerst erwähnt in Reichenauzwischen 823 und 838 3) (B. 8, 16), dann 833 in Köln (Kölner Festschriftz. 43.Philol.vers. S. 226) N. 60 und 61 (ist der Liber Comiti[s] bei Becker 16,9im Ausleihverzeichnis), dann in Fulda s. XVI (Beih. z. Zbl. f. Biblw. 26,102Rep. 7, Ord. 3, 12, jedenfalls nach einer Hs. aus s. IX). Im Vorwort sprichtsich Smaragdus über seine Quellen aus, er zählt die Patres auf, aus derenWerken er seine umfängliche Schrift zusammengestellt habe (Migne 102,13 C).Darunter befinden sich ziemlich entlegene Schriften, wie Victor von Capuaund Pseudo-Primasius sowie ein unbekannter Figulus; auch Cyprian wirdgenannt, der übrigens gleichfalls im Kommentar zur Mönchsregel benutztwird. Die Hauptquellen sind natürlich Augustin, Hieronymus, Gregor undBeda. Die typologische Betrachtung kündigt der Verfasser im poetischenVorwort an Vs.l. 5. 7 (PL. 1, 618). Das Buch 4 ) heißt auch, wie Smaragdusin der Vorrede (Migne 102, 14 C in hoc Comitis libro) selbst es nannte, derLiber Comitis, und so wird es in mehreren Aufschriften aus s. IX genannt,nämlich in Köln, Weißenburg, St. Gallen (B. 16, 9. 17, 58. 22, 330).
') Den irischen Namen Muiredach trugz. B. der spätere Stifter des Schottenklosterszu St. Jakob inRegensburg, vgl. Wattenbach2, 382.
2 ) Es ist der einzige karolingische Gram-matiker, dessen Werk fast stets in partibusDonati, in Donation, super Donatum heißt,was auch bei jenen drei Aufschriften wieder-kehrt. — Zimmer, Berl. SB. 1891. 310 er-wähnt das irische Adjektiv muride, übers
Meer fahrend; vielleicht kam daher der Name.
3 ) Also nicht, wie Dummler (PL. 1, 607)und danach W. Meyer (Gott. Nachr. 1907,50)sagt, im Jahre 821.
4 ) Siehe die auffällig umfängliche Auf-schrift aus Stederburg s.XII (B. 124,20). Son-derbar ist fernerRouens. XII (B. 106, 62) Sma-ragdus ante prandium et post prandium. Vgl.Toul s. XI (B. 68, 94 f.).