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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Smaragdus von St. Mihiel.

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Christen gewesen seien. Das wurde ihm von Agobard sehr verdacht, weildas ein Zweifel an der Präexistenz Christi sei, die sieh jener Zeit natürlichaus der Trinität ergab. Jedenfalls gehörte Fridugis zu den wenigen Männerngermanischer Abkunft, die in der Zeit des wiedererwachten Wissens sicheiner selbständigen Forschung hingaben,die in einzelnen Punkten, soweitsie nicht kirchlich festgestellt waren, über die von den Lehrern inne-gehaltenen Grenzen hinauszugehen wagten" (Ahner S. 57). Aber als einVorläufer des Johannes Eriugena ist Fridugis nicht zu betrachten, da dasDenken beider Männer von völlig verschiedenen Voraussetzungen ausgeht(Ahner S. 56 f.).

Zeugnisse. Alchvine nennt den Fridugis *) ep. 121 (MG. Ep. 4,176, 9) im J. 796 2 ) oder797 hunc pnerulum . . . parvttatis meae clientulum (ep. 125 p. 204, 31 fili Fridugise), 798(ep.148 p. 237,29) im Brief an den König servolus vester und p. 238,11 praefatus puer (ebensoan Aebtissin Gisla ep. 154 p. 249,12 puer Fridigisus). Bei Hofe trug Fridugis den NamenNathanael, s. ep. 244 p. 392, 22. Vielleicht ist das Gedickt Alclivines N. 46 (PL.l, 259) anihn (Friducinö) gerichtet (vgl. 2 netto und 6 Albini . . . patris; mit den dortigen Ermah-nungen vgl. ep. 244 p. 392 f.). Unterschrift in Karls Testament Einh. Vita Karoli 33 (p. 27 ed.Holder) Äbbates: Fredugisus. Zur Kanzlerstelluug s. Tli. Sickel, Lehre v. d.Urkunden d.ersten Karolinger 1, 89; zur Uebertragung von St. Omer und St. Bertin s. Folcwini Gesta abb.s. Bert. 47 (MG.'SS. 13, 614). Zur Sprache in den Urkunden s. Mühlbacher, Regesta imp.p.LXXXVI. Der Brief von Fridugis steht im Paris. 5577 s.lX (Abschrift Vatic. reg. 69 s.X)und Bruxell. 9587 s. IX; hrsg. von Ahner, Fredegis S. 1623 und von Dümmler, MG. Ep.4,552555, erläutert von Ahner S. 4154. Zu Agobard s. dessen langes Schreiben anFridugis MG. Ep. 5,210 ff.; p. 218,19 c. 16 cum vestris sillogismis affirmare nitimini christianosnon fuisse omnes sanetos patriarchas et prophetas, reges et sacerdotes in veteri testamento ...Sed multo peius negatis illo tempore non esse Christum.

Interessant ist, daß Kaiser Karl sich wohl bald nach Eingang desSchreibens über das Nichts und die Finsternis an den Iren Dungal wandte,um von ihm Klarheit über die Beantwortung durch Fridugis zu erlangen,vgl. Ep. 4, 552,7 Sententias sive rationes quas tibi dirigimus de substantia nihiliet tenebrarum, diligenter ac studiose explorare te volutnus et utrumque redeac vere sint an aliquot, falsitate notabiles, nobis significare stude. Nihil tarnenallegorice aut figurate adtendas, sed nudum sermonem nadamque litteramrem nudam signifteantem. Man sieht hieraus, daß Karl ganz sicher gehenwollte und daß er bei dem Iren am meisten Verständnis für den Fallvoraussetzte.

70. Smaragdus von St. Mihiel.

Smaragdus war vielleicht von irischer Herkunft und wurde Mönch inCastellio an der Maas. Als Abt dieses Klosters verlegte er 819 die Stiftungnach St. Mihiel-sur-Meuse. Als er noch Mönch war, verfaßte er einen Kom-mentar zu Donat, später schrieb er einen Kommentar zu den sonntäglichenEpisteln und Evangelien, in dem er besonders auf die typologische Erklärungdes Textes ausging und der auf den Bibelkommentaren der Kirchenväterberuht. An Karl den Großen wahrscheinlich richtete er die Via regia, einen

') Diese Namensform in den Urkundenund bei Alchvine ep. 135 p. 204, 31. Der Namescheint sich auch im Gedicht Aedilvulfs zufinden, s. PL. 1, 590, IX.

2 ) Damals war er noch Diakon, vgl.Theo-dulfl Carm. 25 (PL. 1, 487) Vs. 175 Stet levita

decens Fredegis; aber wenn ihn Alchvine noch801802 (ep. 251 p. 406, 20) Diakon nennt, soist das ungenau, da er ihn schon früher (800bis 801, vgl. ep. 210 p.351,7 Nathanaheli archi-diacono) als Archidiakon bezeichnet.