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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
aber erhalten sie solchen wegen der alten Überlieferung der meist wörtlichabgeschriebenen Quellen. Daß die Schriften zum Unterricht gedient habengeht aus mehrfacher deutscher Glossierung der Handschriften hervor.
Zweifel an der Zugehörigkeit der Ars und des Abschnitts über dieVersfüße zu Clemens erhebt H. Keil (De quibusdam grammaticis etc.,Erlangen 1868) S. 11 f., sie werden erst durch eine vollständige Ausgabegelöst werden können. Die Quellen nennt Keil S. 15 f., 1 ) sie sind im ein-zelnen untersucht und auf ihren Wert geprüft von Hagen, Anecd. Helv,CLXXXV—CXC (Pompeius), CLV ff. (Charisius = Cominianus), CXCIII ff.(Sergius), CCLIVf. (Isidor), COLI f. (Maximus Victorinus), CCLII(Papirianus);CXC ff. (Consentius). Die Wichtigkeit der Überlieferung gegen die Rezensionin Keils GL. wird von Hagen an allen Stellen betont, so daß eine Ausgabeder Schriften durchaus notwendig wäre.
Ueberlieferung. Die einzige vollständige Hs. scheint Bamberg. M. V. 18 s.X zu sein(f. 1—70 b). Wie diese zu der alten Hs. in Bobbio steht (B. 32,585 Über I Ysidori SertiiMaximi Victoris et Prisciani minoris' 1 ) Bedae Clementis Euticis et alia opuseula, Geschenkdes Mönchs Adalbert), kann aus der Kürze dieser Angabe nicht erschlossen werden. Naheverwandt mit Bamb. ist Vat. reg. 1442 s.XI f. 1, denn beide beginnen In dei nomine paucaincipiunt de philosophia et (de) partibus (eins); 3 ) vgl. Keil S. 10 und GL. 1, XXII. Stückeüberliefern Leid. Voss. Q 33 s. X (f. 75—81 ein Teil der Ars und f. 159—170 Quid est barba-rismus?), Monac. 14401 s.XI f. 154—168 (Stücke der Ars, mit deutschen Glossen, s. Stein-meyer 4, 325. 539), 17210 s. XII f. 98 b—100 (über die Versfüße, s. Steinmeyer 4, 559),Bern. 123 s. X f. 1—31 (aus Fleury; die Ars ohne Anfang und Ende, s. Keil, GL. 1, XIX.Hagen, Anecd. Helv. p. XXXII), Valentian. M.7. 3 s.IX— X (Quid est barbarismus, s. Keil,GL. 1, XX), endlich in der ecloge de libris grammaticorum im Paris. 13026 s.IX f. 121; deutscheGlossen (außer Monac. 14401) aus Monac. 14456 s.IX hrsg. von Steinmeyer 4, 326 f. Außerden für die alten Grammatiker wichtigen Stellen und Kollationen bei Hagen (s. oben) ist nurder Anfang der Ars ediert von Keil, De grammaticis quibusdam lat. med. et inf. aetatisS. 12—15. — Vgl. Simson, Jahrb. d. fränk. Reiches unt. Ludwig d. Fr. 2, 257. Dümmler,Gesch. d. ostfränk. Reiches 2 2, 649. Wattenbach 1,253 n. 1. Haureau, Singularitete bist, etlitt. S. 23 ff., der S. 24 auf Sangerm. 1188 4 ) (Ecloge de libris grammaticorum) aufmerksammacht. Vgl. Ars Malsachani ed. M. Roger p. X und unten S. 469 zur Ars Bernensis.
68. Wulfinus von Orleans.
Der Diakon Florus von Lyon schrieb zu unbekannter Zeit ein Gedicbtan den Grammatiker Wulfin von Orleans und beschwert sich hierin, daßWulfin ihm seit Jahresfrist nicht geschrieben habe; leider sei ihm dessenGedicht abhanden gekommen und die schöne Schale habe ihm eine ruch-lose Hand zerbrochen. Es ist möglich, daß dieser Grammatiker derselbeWulfinus ist, den auch schon Theodulf in einem Gedicht als hochbegabtenPoeten preist und samt den Brüdern seines Klosters begrüßt. Vielleichtaber ist unter Theodulfs Adressaten Wulfinus von Die zu verstehen, vonwelchem kürzlich zwei Vitae S. Marcelli Diensis aufgefunden wurden, dereneine, nur zur Hälfte erhalten, aus 199 Distichen besteht; denn die Lebens-
') Im Anfang (Keil S. 13, 4) wird eineBoethiusstelle zitiert, und das Verhältnis derPhilosophie zu den Artes liberales (KeilS. 13,9 ff.) scheint nach Alchvines Grammatik(Migne 101, 853BC) gegeben zu sein.
2 ) Hier scheint ein Punkt zu setzen zusein, so daß mit Bedae wohl eine neue Hs.beginnt.
3 ) Freilich steht im Vat. f. 1—5 erst eine
Schrift über Philosophie und die Anfänge derArs sind beiderseits verschieden, s.Keil S. 10und GL. 1, XXII. Aus dem Vat. gab A. Mai(Class. auct. tom.V p. 18. 27. 28. 35. 65.96.98.114) die Zitate aus Virgilius Maro und (p. 150 f.)Zitate aus Cominian, Plinius (?) und dem Gram-matiker Terenz (?).
4 ) f. 131b = Sinner, Catal. mscr. Bern.1, 345.