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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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456 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

der Bern. 522 benutzt wurde. Auf den gewöhnlichen Eingang De litteris etc.folgt ausführlich das Nomen, dessen Deklination fol. 14a ff. breit undschulmäßig gegeben wird. Auch beim Pronomen nimmt die Deklination(f. 29a35a) den größten Raum ein, desgleichen beim Verbum die Kon-jugation f. 43a-52b, die auch bei Bonifaz durchgeführt wird (Mai, Class.auct. 7, 499510); doch gibt Petrus amo doeeo lego audio, Bonifaz laudomoneo emo audio. Außerdem hat Bonifaz noch eine Reihe kleiner Abschnitte,während Petrus von der Konjugation von ferre fast unmittelbar zum Adverbübergeht. Auch die Partizipia werden von Petrus f. 59 a61b ausführlichdurchdekliniert; für die Konjunktion, Präposition und Interjektion bleibtwenig Raum übrig. Manches möchte selbständig scheinen, wie f. 2b3adie Erfindung der Buchstaben, oder f. IIb über die Ursachen der Benennungder Casus, oder die törichte Supposition von ego, ega, egum, oder f. 39b dievon Donat abweichende Erklärung des Wortes Deponens. Wahrscheinlicheraber ist, daß uns vor der Hand die Quellen hierfür fehlen, denen dieseDinge entnommen sind. Der größere Teil des ganzen Werkes wird vondurchgeführter Flexion absorbiert. Für das übrige ist Donat die Haupt-quelle, seine Erklärer Sergius und Pompeius werden benutzt, dazu die obengenannten Grammatiker, zu denen sich an einer Stelle vielleicht Diomedesgesellt. Von der Gründlichkeit und Ausführlichkeit des Bonifaz ist jeden-falls das Werk des Petrus weit entfernt, und der Unterricht Karls durchden Diakon von Pisa mag sich wohl in bescheidenen Grenzen gehaltenhaben. Allerdings verspricht Petrus an einigen Stellen Größeres und Besseres.Übrigens wurde er doch auch noch im 10. Jahrhundert gelesen, wie derAnfang des Aurelian. M. 248 s. X ergibt, wo Orationis genera quinque sunt.Est enim copidata relativa in historiis (= Hagen p. 161, 1113) steht; vgl.Thurot, Not. et extr. 22, 2,15. Das Werk ist erst teilweise herausgegeben vonH.Hagen, Anecd. Helv. 159171, vgl. p. XXIV ff. XXXVIII ff. und XCVIff.Von Adeloldus steht eine kurze rhythmische Inscription auf den heiligenRemigius in Flodoards hist. Rem. eccl. 1, 17 (MG. SS. 13, 427, 55 ff.), vgl.v. Winterfeld, PL. 4, 174 und 177.

67. Clemens Scottus.

Der Ire Clemens ist während der Regierung Karls ins Frankenreich

gekommen und wurde wegen seiner bedeutenden grammatischen Kenntnisse

Lehrer an der Hofschule, wo er sich eines großen Rufes erfreute. Seine

Tätigkeit am Hofe setzte sich in die Zeiten Ludwigs fort, er wurde der

Lehrer Lothars, dem er in jungen Jahren ein grammatisches Werk widmete

und später Größeres darzubringen versprach. Noch im Jahr 826 scheint er

in seiner Stellung bei Hofe gewesen zu sein. Er hat wohl außer dem

eben genannten Werke auch noch andre grammatische Schriften verfaßt. 1 )

Zeugnisse. Notker (Mon. Sangall.) erzählt in seinem Buche über Karl von Clemensund einem anderen Iren (MG. SS. 2,731 = Jaf f 4, Bibl. rer. Germ.4, 631 f.) Quo ille (sc. Kan-ins) percepto . . . apud se utrumqne parvo tempore tenuit, post ea vero . . . unum nomine

') Das aus Stablo 1105 (Gottlieb, Ueber [ Rufins Uebersetzung der Klementinen undmittelalt. Bibl. S. 288 N. 177) genannte Werk I nicht, wie ich früher glaubte (Neues ArchivClemens super gesta Petri apostoli ist wohl j 32, 673), eine Schrift des Iren Clemens.