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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Helperic von Auxerre.

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ruhige Natur gewesen zu sein, denn er verließ sein Kloster und begabsich nach Grandval im Juratal. Als er liier schon lange Zeit verweilt hatte,wurde er im Auftrag des Klosters als Überbringer einer Botschaft nachAuxerre geschickt. Hier ersuchte ihn der Abt Asper um Übersendung eineszweiten Exemplars seiner Schrift für das Kloster oder vielleicht nur fürseine Person, da er das Werk durchsehen wollte. Außerdem aber forderteihn der Abt auf, in Auxerre zu bleiben, und wünschte ihm, als er hierbeiauf Widerstand stieß, eine tüchtige Tracht Schläge bei seiner Rückkehr.Im folgenden Jahre schickte nun Helperic seinen Komputus an Asper undsetzte ihm in einem Begleitbriefe auseinander, daß dessen Wunsch mehrals in Erfüllung gegangen sei, da ihm bei der Rückkehr ins Kloster einüberaus böser Empfang zuteil geworden sei; er könne ihm alle widrigenEinzelheiten brieflich nicht mitteilen, sondern er wünsche das später einmalmündlich zu tun. Ob Helperic mit Asper in Verbindung geblieben ist, wissenwir nicht, besonders da eine zweite von ihm erhaltene sehr kurze Schriftwegen der am Ende stehenden Anrede l )geliebtester Sohn" nicht gut voneinem Mönch an einen Abt gesandt werden konnte. Danach scheint dieSchrift sich eher an einen Schüler zu richten, der den Helperic mehrmalsum Auskunft darüber gebeten hatte, warum man den Todestag Christi mitTrauer und die Geburtstage (d. h. die Todestage) der Heiligen mit Freudebegehe. Helperic hielt die Beantwortung der Frage für schwierig, da dieWerke der Väter hierüber nichts enthielten, und er hatte sie zunächst münd-lich gegeben. Dabei beruhigte sich aber sein junger Freund nicht, sondernerbat wegen mangelnder Gedächtniskraft schriftliche Antwort. Diese läßtden Verfasser als in der allegorischen Auslegung gewandten Geistlichenerkennen, doch fußt sie ebenso auf natürlichen und dem Leben entnommenenGründen.

Weiteres ist über den Mönch von Auxerre nicht bekannt, doch hatsein Komputus der späteren Zeit häufig zur Belehrung gedient und erhieltsich neben Beda bis ins 13. Jahrhundert. Die kleinere Schrift aber wurdeals vierzehntes Kapitel in das dem Alchvine fälschlich zugeschriebene WerkDe divinis officiis gestellt und hat in solch ruhmvoller Umgebung die Zeitüberdauert. Der Komputus ist, trotzdem er keineswegs eine bedeutendeLeistung war, mehrfach ähnlichen Arbeiten zugrunde gelegt worden.

Zeugnisse. Die Nachrichten für die Lebensumstände beruhen lediglich auf dem BriefeHelperics an Asper hei Uebersendung des Komputus und auf dem dem Werk vorangestelltenProloge und dem nachgestellten Epiloge, jetzt in kritischer Ausgabe von Dümmler MG.Ep. 6.117120. Der Zeitansatz ergibt sich aus Traubes (Neues Archiv 18,73 ff.) Berechnungder Zeit, als eine der von Helperic benutzten Quellen nach Auxerre gelangte, nämlich dieastronomisch-komputistische Enzyklopädie, 2 ) die aus Britannien nach dem Kontinent undzwischen 840 und 859 nach Auxerre gekommen war (im Paris, nouv. acq. 1615) und dort vonHelperic benutzt wurde. Dieser gehört ursprünglich nach Auxerre, wie aus dem Brief an

jener Mönch vor Helperic nach Grandval ge-gangen war. Doch ist Traubes Auffassungvorzuziehen.

') MG.Ep. 6,124,4 dulcissime fili; Helpericwar damals noch einfacher Mönch, wie sichaus der Aufschrift (p. 121, 11) ab Elpricoinonacho edita ergibt. In der Anrede an AsperIP-117.20) heißt es dagegen Domino patri

sanctissimo . . . Eelpericus humilis vernula.2 ) Heiric hat seine Auszüge aus ihr inden Mellic. G 32 eingetragen. Außerdem ge-hörte nach Auxerre die Hs. Bern. 347 + 357+ 330 + Paris.7665. Auch in zwei Hss. desKomputus finden sich Stücke aus ihr, näm-lich Paris, nouv. acq. 456 und Paris. 12117.