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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
an der Hand einer bedeutenden Zahl von Väterstellen durch und erweistihre Unvereinbarkeit mit dem christlichen Glauben. Das geschieht allesin einer höchst leidenschaftlichen Weise, und die persönliche Erregtheitsteigert den Ton in diesem Werk oft zur heftigsten Schmähung. So besondersan den Stellen, wo Sanison dem Feinde die krasseste Ignoranz im Gebrauchder lateinischen Sprache verwirft (vgl. Kap. 7 und 8 p. 404 ff.) — Nach Sitteder Zeit hat Samson auch einige kleine Gedichte verfaßt und zwar Grab-schriften für die Äbte Offilo und Athanagild und für den Presbyter Valen-tinian, ohne die Vorschriften der Metrik und Prosodie innezuhalten. Seineignes Epitaph — er ist im Jahre 890 gestorben — dichtete der Arclii-presbyter Ciprian.
Zeugnisse. Die Hauptquelle für den Streit zwischen Samson und Hostegesis und fürdie Lehren der Anthropomorphiten bildet der Apologeticus, und zwar die Vorrede zu Buch 2und Buch 2 selbst. Manches mag Samson in seiner Leidenschaft übertrieben haben, aberim allgemeinen scheint sein Bericht wahr zu sein. Zu Hostegesis s. Praef. 2 p. 377 Ostegesisqui melius hostis Jesu potest appellari Malacitanus dignoscitur esse. Zur Erhebung Samsonszum Abt s. Aimoini transl. Georg. Aurel. Natal. 8 (Migne 115, 944 D) presbißero honae indolkvocabulo Samson ascito, 9 col. 945 A contigit ut memoratus Samson presbyter eidem loco vom-biüo Pennamellari . . . abbas praeficeretur; zur Zeit vgl. 1 col. 941 B annorum cursu octin-gentesimo qwinquagesimo octavo. Abstammung des Hostegesis und Gewalttaten des Bischofs —er war etwa mit zwanzig Jahren Bischof geworden, s. Apol. 2 praef. 2 p. 377 — s. Apol. 2praef. 3. 4. 2. Das erste Konzil von Cordova nach Apol. 2 praef. 7 f., daselbst 8 die Ein-setzung zu St. Zoyli, 9 die TJebersetzung des Briefes (p. 385) appeliatus ex regio decreto egoipse, quatenus ut pridem facere consueveram, ex chaldaeo sermone in latinum eloquium ipmepistolas deberem transferre; zur Zeit der Gesandtschaft s. Annal. Bertin. 863 (p. 66 ed.Waitz)et legatum Mahomoth regis Sarracenorum cum magnis et multis muneribus ac litteris de $<kiet foedere amicali loquentibus . . . suscepit. Zu den weiteren Zwistigkeiten Apol. 2, 2—4p. 392 ff. Vgl. Baudissin S. 175—185. Zu den Vorwürfen gegen Hostegesis s. Apol. 2,7,1p. 404 XJbi si laiinüatem quis quaerat, difficile poterit invenire, si orthographiae disciplinamnulluni sentiet esse und besonders 7, 2 p. 405, wo Samson sich ungemein über contempti =contenti aufregt (An forte contenti, quod est suffieientes, voluisti scribere . .. quod tarnen ptrn scribitur non per m, ut tu, indocte doctor tentasti scribere) usw. Allerdings schreibt Samsonbedeutend besser. 1 )
Der Umfang der von Samson gekannten und verwendeten Literatur ist beinahe der-selbe, den wir bei Albarus kennen lernten. Auch Samson stützt sich besonders auf Augustinund Gregor, häufig auch auf Claudianus Mamertus, dagegen ist bei ihm neu (gegenüberAlbar) die Benutzung Cyprians (1 Praef.7 p. 328 und 2, 21, 2 p. 472), des Hilarius von Poitiers(2, 14, 2 p. 435 und 2, 22, 3 p. 482), endlich die ziemlich ausgedehnte Verwendung Juliansvon Toledo in Buch 2 (Praef. 10 p. 386; 2, 13, 2 p. 432 IuJianus in missa quotidiana; 2,20,3p. 467; 2,27,5 p. 512 lulianus in Antichimenon und 6 p. 512). Ausgabe aus einem Tole-tanus von Plorez, Espana sagrada 11, 325—523. — Vgl. Gams, Kirchengeschichte vonSpanien 2. 2, 331 ff. Die kleinen Gedichte gab aus Matrit. 14, 22 s. X heraus Traube,PL. 3,146 f.
Mit den kurzen Versen Samsons stehen an gleicher Stelle die wenigen Gedichte desCiprian, eines Erzpriesters in Cordova, der zu Samson in näherem Verhältnis gestandenhaben muß, da er ihm das Epitaph dichtete. So schrieb Ciprian auf eine Bibel, die Adulf,der Graf von Cordova, dem Kloster St. Aciscli stiftete, höchst ungewandte und sehr fehler-hafte Verse 2 ) im Namen Adulfs, dessen Sohn Predenand, der wohl im Kloster weilte, dasGeschenk gut aufbewahren solle. Ein ähnliches Dedikationsgedicht schrieb Ciprian für seinenSohn (?) Zoylus, der dem Archidiacon Saturninus eine Bibel widmete. Andere Kleinigkeitensind für Fächer des Grafen Guifred von Cordova und seiner Gemahlin Guisindis bestimmt.Sehr unbedeutend sind einige Grabschriften, und nur zu N. 3, das zur Lebensfreude auf-fordert und vielleicht als Inschrift für ein Lusthaus diente, möchte man in dieser ernstenund steifen Gesellschaft Pendants sehen. Aus Matrit. 14, 22 X f. 137 b hrsg. von Florez,Esp. sagr. 11, 524 ff. (danach Migne 121, 567 f.) und von Traube, PL. 3, 144—146.
') Freilich passiert ihm eine Form wie1,7,4 p. 366 pupunxerat. Auch die Geminationcassis 1 Praef. 3 p. 326 u. a. kommt vor.
2 ) Wenn sie nämlich, was aber der Fall
zu sein scheint, metrisch gemeint sind. Metroeroyco überschreibt sich in stolzer "Weise dasformal allerdings bessere Epitaph auf Sam-son (N. 6).