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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Samson und Ciprian von Cordova. 429

59. Samson und Ciprian von Cordova.

Die Glaubenskämpfe in Südspanien waren mit dem Tode von Eulogiusund Albarus keineswegs erloschen und es fehlte in der Folgezeit weder anhohen Klerikern, die heimlich oder öffentlich dem Islam und der maurischenHerrschaft Vorschub leisteten, noch an solchen, die mutig und stark fürdas Christentum eintraten. Zu den ersteren gehörte vor allem der BischofHostegesis von Malaga, ein ungemein selbstsüchtiger und tyrannischerPrälat, zu den letzteren der im Jahre 858 zum Abt von Pinnameilaria beiCordova erhobene Presbyter Samson. Hostegesis vertrat den Standpunktder Anthropomorphiten, die vom Wesen Gottes mehr menschliche Vor-stellungen hatten, als es die herrschende Kirche zugab. Samson, der dieGewalttaten des Bischofs in Kordova selbst erfahren hatte, 1 ) trat ihm inseiner kirchlichen Auffassung entgegen, und deshalb veranlagte Hostegesisim Jahre 862 den Zusammentritt eines Konzils in Cordova, um Samson. in den Verdacht der Häresie zu bringen. Doch Samsons Glaubensbekenntnis er hat es als Kap. 1 in das zweite Buch seines Apologeticus aufgenommengefiel den Vätern, und trotzdem wurde Samson abgesetzt. Jedoch wurdeer bald darauf zum Presbyter in St. Zoyli zu Cordova erhoben, und daherverdächtigte Hostegesis seinen Feind beim Kalifen als Landesverräter; dennSamson hatte, da er des Arabischen mächtig war, im Jahre 863 den Brief,den der Kalif einer Gesandtschaft an Karl den Kahlen mitgab, ins Lateinischeübertragen müssen, wie er schon früher solche Dienste leistete. Der Kalifging auf diese gehässigen Anschuldigungen nicht ein, und Hostegesis ließdaher 863 ein zweites Konzil berufen, das den Bischof Valentius von Cordovaabsetzte, der dem Samson die Priesterstelle zu St. Zoyli verschafft hatte.Indes lenkte Hostegesis wieder ein, da er es nicht ganz mit der Geistlichkeitverderben wollte, und der Erfolg einer großen Rechtfertigungsschrift Sam-sons scheint zweifelhaft zu sein.

Samson verfaßte nämlich ein auf drei Bücher angelegtes Werk, denApologeticus, der zugleich apologetisch und polemisch ist. 2 ) Das erste Buchist durchaus dogmatisch und befaßt sich mit der Dreieinigkeit und besondersmit dem Wesen Gottes; theologisch ist es ohne Bedeutung. 3 ) Von nichtgeringer zeitgeschichtlicher Wichtigkeit ist die ausführlich gehaltene Vor-rede zum zweiten Buch, indem Samson hier über Hostegesis' Persönlichkeitund Charakter sowie über dessen Anhänger, den Grafen Servandus und dieAnthropomorphiten Romanus und Sebastianus handelt und außerdem seineZwistigkeiten mit dieser Partei bis zur Landesverratsanklage berichtet.An die Spitze des zweiten Buches stellt dann Samson sein Glaubensbekenntnisund dann erzählt er den weiteren Fortgang der Streitigkeiten mit Ein-flechtung von Aktenstücken. Bei einem von den Anthropomorphiten nieder-gelegten Glaubensbekenntnis macht er Halt und stärkt sich zu dessen Wider-legung mit einem Gebet. Dann geht er einzelne Sätze dieses Bekenntnisses

l ) Siehe den Apologeticus 2 praef. (Flo- ' non cunctaborpublicare et liaereticorum stidti-

rez, Esp. sagr. 11, 378 f.). loquiis resistere. Er hat aber nur zwei Bücher

') Praef. 9 (Elorez 11, 328) Seme tres U- geschrieben.

bellos decrevi confteere, in quibus fidem meam 3 ) Vgl. Baudissin S. 184.