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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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428 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

endete nach seinem Wunsch als Märtyrer. Seine Schriften sind literarischkeine bedeutenden Dokumente, in ihnen spiegelt sich aber das damaligeLeben und Fühlen der christlichen Spanier auf das treueste wider undinsofern sind sie wichtige Zeugnisse der Zeit.

Zeugnisse. Die Hauptquelle für Eulogius'Leben ist die Vita vel passio Eulogii vonAlbarus (Migne 121,705720), weiter kommen in Betracht seine Schriften (Migne 115,731870), beides mit den Scholien des Ambr. Morales (Compluti 1574). Ueber die Jugends. die Vita 1,2. Zu den Studien s. Vita 3,8 col. 712 A Ubi libri erant metrici, ubi prosaticiiibl hlstorici qui eius invesiigationem effugerent? Ubi versus quorum ille ignoraret canom?Das ist jedenfalls große Uebertreibung, man sieht aber daraus, wenn man die "Worte mitden Werken des Eulogius vergleicht, den großen Niedergang der Studien seit der maurischenEinwanderung. Bezeichnend ist, daß das Prankenreich die Quelle für Bücherimport nachSpanien wurde. Zur Reise s. ep. 3, 1 ff. col. 845 ff.; ihr Zweck war, die Brüder Alvarus undIsidor wiederzusehen, die im Frankenreiche in der Verbannung lebten. Zu den Büchern ausSt. Zachariä s. oben bei Albarus. Zu den Glaubenskämpfen und zur Gefangenschaft 1 ) vgl.Vita 2 und 4 col. 709 ff. 714 f., ferner die Schriften des Eulogius und Baudissin, Eulogiusund Alvar S. 87123. Die Widmung des Memoriale ss. s. Migne 115,731, der erhalteneDankesbrief Albars, der mit dem Werke verbunden wurde, col. 734; hier die ruhmredigenWorte 734 C Tibi lacteus Livii subditur amnis,*) tibi dulcis cedet illa saecularis lingua Ca-tonis, fervens quoqne Demosthenis Ingenium et dives Ciceronis olim eloquium floridusque Quin-tilianus. Die Widmung an Albar zum Docum. martyriale s. col. 819, daselbst Albars Dank-schreiben. 3 ) Ursprünglich beabsichtigtes Ende des zweiten Buchs des Memoriale s. 2,7col. 774 B Hncnsque finem libri secundi esse decreveram; Bezug des dritten Buches auf Eu-logius selbst s. Praef. 3 col. 799 C plus aliquid reor saevitiae in nos commissum tertius hieÜber . . . pandet. Der Liber apologeticus entbehrt der Widmung, s. col. 851, zum Inhalts. Baudissin S. 142146. Zur Wahl zum Erzbischof s. Vita 3,10 col. 713 A; das Faktumwird schon sehr vorsichtig eingeführt {Nee il/ud omittendiim in hoc opere reor), die Ab-lehnung durch den Kalifen ergibt der weitere Wortlaut (alium sibi eo vivente interdixenmteligere). Zum Ende s. Vita 4 und 5 col. 714 ff, vgl. Baudissin S. 153156.

Nur selten erhebt sich Eulog in seinen Schriften auf einen freieren Standpunkt undvon der durch Albar so hoch gepriesenen Gelehrsamkeit ist nicht viel zu bemerken. SeineAnführungen aus älterer Literatur sind höchst unbedeutend und beschränken sich auf denallen Spaniern bekannten Juvencus (Mem. 1, 3 col. 741) 4 ) und Sedulius (ib. 2,1, 5 col. 769),ferner auf Lucan (Mem. 1,17 col.751 B), 5 ) und die DistichaCatonis (Mem. 1, 29 col.760 D). Inter-essant ist nur die Kenntnis einer auch in karolingischer Zeit höchst seltenen Schrift, näm-lich der Psalmenauslegung des Galliers Arnobius, die in alten Katalogen nur in St. Riquier,Dorsch und Würzburg s. IX erscheint und dann verschwindet; benutzt wird die Schrift Mem.l,20 col. 753 D mit der falschen Einführung Arnobius rhetor 6 ) und 1,21 col. 756 A, 7 ) woraushervorgeht, daß der Gallier Arnobius mit dem aus Hieronymus bekannten Afrikaner Arno-bius verwechselt wurde. Endlich ist von Interesse ein längeres Stück aus einer SchriftSperaindeos Mem. 1,7 col 745 A746 A; diese Probe ergibt, daß Speraindeos polemischesWerk gegen den Islam dialogisch abgefaßt war und die einzelnen mosleminischen Lehrenvom christlichen Standpunkt aus durchging und bekämpfte mit den gewöhnlichen Mitteln,die dem Christen zu Gebote standen, aber in einem reineren und besseren Latein, als esdie Zeitgenossen in Spanien schrieben. Das von Eulogius angeführte Stück ist insofernwichtig, als es mit Ausnahme eines Briefes an Albarus (Florez p. 148 ff.) den einzigen Bestder Schriften Speraindeos repräsentiert.

Ausgaben: ed. Ambrosius Morales, Compluti 1574; Migne 115,751870. Vgl.Amador de los Rios, Hist. crit. de la literatura Espafiola 2, 90112.

') Zur Beschäftigung mit Metrik s. oben J 5 ) Der Vers wird auch von Isidor ge-

bei Albarus. j bracht und daher kann die Anführung mittel-

2 ) Wesentlich anders wird lacteus Libii \ bar sein.

amnis und lingua viperea Demostenis ver-wendet von Albarus ep. 14,2 (Florez 11,171).

3 ) Zum Inhalt des Werkes vgl. Baudis-sin S. 119 ff.

4 ) Eingeführt mit ut est illud philosophi-cum.

6 ) Arnobius rhetor cum centesimum trice-simum nonum psalmum interpretaretur dicit.

7 ) Sed et Arnobius, de quo supra tnewo-ravimus, ediquid huic sitnile in eodem psahiiodisseruit dicens.