Paulus Albarus. Eulogius. 427
reich und besuchte die Klöster der spanischen Mark, denn weiter ist erauf der Reise nicht gekommen. Von seinem Verkehr mit der dortigenGeistlichkeit berichtete er nach seiner Heimkehr in einem längeren Briefean Bischof Wiliesind von Pampelona; auch brachte er eine ganze Reihevon Büchern mit, die in Spanien wohl größtenteils unbekannt waren unddie er im Kloster St. Zachariä beim Abt Odoarius fand. Zu jener Zeit warin Cordova ein heftiger Glaubenskampf zwischen Moslemin und Christenentbrannt und eine große Zahl der letzteren wurde auf den Befehl desKalifen Abderrhaman getötet; sie wurden von den Ihrigen als Märtyrerverehrt. Als Eulogius zurückkehrte, warf er sich, von Albar angestachelt,mit Lust in den Kampf und wurde schließlich gefangen gesetzt. In derHaft beschäftigte er sich mit Metrik, worin er später Albar unterrichtete,und stellte das erste Buch seines Berichtes über die Märtyrer der Gegen-wart, das Memoriale sanctorum, fertig, das er seinem Freund Albar über-sandte. Außerdem schickte er an diesen das Dccumentum martyriale, durchdas er den Mut zweier christlichen Jungfrauen anfeuern wollte, die mitihm gefangen gesetzt waren. Das erste dieser Werke erzählt mit großerAnschaulichkeit die Geschichte des Glaubenskampfes und zwar reicht daserste Buch bis zum Eintritt der freiwilligen Martyrien in Cordova, mitdessen erstem (Perfectus) das zweite Buch beginnt, das bis zum Tode vonPaulus undTheodemir beabsichtigt war, aber jedenfalls infolge des Martyriumsjener beiden Jungfrauen (Flora und Maria), deren Tod im achten Kapitelausführlich berichtet wird, 1 ) eine weitere Ausdehnung erhielt; das dritteBuch sparte Eulogius für die Erzählung seines eignen Mißgeschicks auf,doch wurde auch dieser Teil noch bedeutend erweitert (bis 856). Wahr-scheinlich hat Eulogius im nächsten Jahr den Apologeticus sanctorum mar-tyrum veröffentlicht, in dem er einerseits eine Fortsetzung des Memorialebot und andrerseits im ersten Teile eindringlich darstellt, daß die Märtyrerder Gegenwart für wirkliche Märtyrer zu halten seien. Zwischen beideTeile flicht er eine sagenhafte kurze Geschichte vom Lebensgange Mahomedsein (c. 16), die er in einer Handschrift des Klosters Leyre 2 ) bei Pampelonagefunden hatte und die er anscheinend wörtlich aufgenommen hat; 3 ) dieGeschichte häuft Frevel über Frevel auf Mahomed und man kann aus ihrerkennen, welcher Haß die Christen gegen ihn und seine Lehre entflammte.Bald darauf wurde Eulogius nach dem Tode des Wistremir, der ihn aufseiner Reise freundlichst aufgenommen hatte (Eulog. ep. 3, 7 col. 848 A). vonden Suffraganen zum Erzbischof von Toledo gewählt, er erhielt freilich alsheftiger Gegner der islamitischen Herrschaft die Anerkennung des Kalifennicht. Da infolgedessen die Bischöfe sich weigerten, eine andre Wahlvorzunehmen, und Eulogius selbst bald darauf in fanatischem Hasse öffent-lich den Propheten lästerte, so wurde er am 11. März 859 hingerichtet; er
') Da die Schrift aber eine eigne Vor- putation für die Zeitbestimmung desPropheten.
rede, so ist sie wahrscheinlich auch besonders i Nach dieser Komputation scheint die Aufzeich-
herausgegeben worden. nung aus Toledo zu stammen. Die Erzählung
2 ) Ueber Leyre s. ep. 3, 2 (Migne 115, , ist von Johannes in einem Briefe an Albarus846 B—847 B). ' exzerptweise wiedergegeben worden, s. ep. 6
3 ) Das ergibt der Anfang Exortus est bei Florez, Esp. sagr. 11,146, 9.namqne Maliomat und die mehrfache Kom- |