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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

heit befreit werde. Das umfänglichste Stück betitelt sich Versi in bibliotecaLeobegildi und ist in engster Anlehnung an das bekannte Gedicht Isidors,an Eugenius' Gedicht N. 8 und an Theodulfs Bibliothekgedicht verfaßt.Nur ist die Anlehnung an Eugenius und Theodulf insofern am stärksten,als hier wie dort das Wort bibliotheca nur als Bibel gefaßt wird. So gibtAlbar in der ersten Hälfte des Gedichts eine großenteils dem Theodulfentnommene Übersicht über die Bücher der Bibel und spricht dann imallgemeinen über deren Wichtigkeit und ewige Bedeutung. Am Schlußerwähnt er, daß das von ihm besungene Exemplar auf Befehl des Leobegild 1 )geschrieben worden sei und daß er, Albar, diese metrischen Verse verfaßthabe, wofür er den Leser um Fürbitte ersucht. Ein weiteres Gedicht handeltüber das Kreuz, und das letzte der Sammlung verbreitet sich über die Be-deutung des heiligen Hieronymus, seine Sprachkenntnisse und seinen ewigenRuhm, letzteres mit starker Anlehnung an den betreffenden Teil des Bibel-gedichts. Der asklepiadeische Hymnus auf Elogius, dem dessen Epitaphund ein kurzes Gebet folgt, will jedenfalls auch metrisch sein, 2 ) wie dieandern Gedichte, fällt aber, wie diese, oft in rhythmischen Bau, da dieSilbenmessung häufig falsch ist und der Hiat stark auftritt. Das Gedichtist akrostichisch mit den Anfangsbuchstaben der Strophen Albarus te rogatsalves.

Ueb er lieferung. Die Gedichte, die Konfession, der Indiculus und die Briefe stehenin einem Cordubensis arch. canon. s. X, geschrieben von Sisvert (vgl. Ewald, Neues Archiv8, 359 f. 631). Die Vita S. Eulogii im Matrit. 14, 22 s. X f. 145158 b (vgl. Traube, PL. 3,125.749). Ausgaben der Prosaschriften von Plorez, Espaiia sagrada 11, 62275, Migne 121,397556; der Gedichte von Traube, PL. 3, 126142. Seltsam sind die grammatischenEigentümlichkeiten bei Albar und seine Wortbildung, in den Gedichten z. B. 1,11 egueter(aeguetur); 4,6 aquescens (6,9); 5,3 und 9 potestare; 6,13 crisposus: 7,2 preconare; 9,14sequitare (63), 23 termen, 40 consequitare, 50 paradisigenus (78), 121 lacertus, us, 134 sene-scor, 136 ruebif, 163 refugunt; 11,2 cardina; 12,64 revocilis. Aber auch außerdem siehtman an der Sprache dieses Spaniers, daß sich das schulmäßig erlernte Latein stark mitEomanismen durchsetzt, wie das auch von der absonderlichen Orthographie gilt, die beiden spanischen Autoren eine von der sonstigen durchaus getrennte Sonderentwicklung zeigt. 3 )Ebenso ist die Metrik eine sehr eigentümliche, vgl. Traube p. 122 f. Besonders häufig trittder Reim hervor, der auch in der Prosa sich stark geltend macht (s. Traube p. 123 n.4);vgl. zum Reim das Gedicht 5,715. 6. 9 f. 10, 4246; Binnenreim 6,18. 9, 53. 99. 113.157.-Vgl. Garns, Die Kirchengesch. v. Spanien 2, 2, 336 ff.

Eulogius stammte aus vornehmer Familie und war in Cordova geboren;

er wurde in früher Jugend dem Zoyluskloster seiner Vaterstadt übergeben

und besuchte als junger Mann oft den gelehrten Abt Speraindeo, 4 ) bei

dessen Unterricht er mit Albarus bekannt wurde. Er scheint sich mit

großem Eifer den Studien hingegeben zu haben, sein Biograph Albar rühmt

ihn deswegen ungemein. Später (848) unternahm er eine Reise ins Franken-

') Zu dem Priester Leuvigild, der eineSchrift De habitu clericorum verfaßte (Vor-rede bei Florez, Esp. sagr.ll, 522f.), s. Plo-rez p. 517 ff. und Baudissin S. 30.182.

2 ) Vgl. 12,8 Quum Christum resonant cor-dule metrice.

3 ) Besonders in dem sehr häufigen Beta-cismus, in der Setzung und Weglassung des h.Vgl. außerdem 9, 37 flssice, 68 vissio, 81 sum-mit; 10,25 quur{BlS.), 11,40 fluyde, 42 aecora,52mici; 12,16 flammine, 18 qum. 9,31 vigurat.

*) Im Memorialis sanctorum 1, 7 (Migne115,745 A) rühmterihn und bringt ein größeresStück aus dem 6. Kapitel einer Streitschriftdes Abtes gegen den Islam vir disertissimusmagnum temporibus nostris ecclesiae lumenSperaindeo abbas cum contra nugas huius ne-fandi (sc. Mahometi) stglum admoveret et unoopusculo ex eins deliramentis nonmdla nite-retur arguere, in sexio ipsius libelli eapitulo. . . ita dissernit.