Paulus Albarus. Eulogius.
421
benutzt wurde. Nirgends tritt der Autor in dieser Schrift irgendwie hervor,außer in dem ungewöhnlich wortreichen Widmungsbriefe an den Kaiser undin dem nicht minder schwülstigen Nachwort.
In alten Katalogen wird das Werk niclit erwähnt; Hss.: Monac. 18207 s. XI, Lilien-feld 160 s. XII, Trecensis 595 und 895 s. XII. Ausgabe: Migne 115, 551—628.
58. Paulus Albarus. Eulogius.
Paulus Albarus, dessen Vorfahren Juden waren, lebte zu Cordova alseiner der tüchtigsten Vorkämpfer des Christentums gegen den Islam, ob-wohl er kein geistliches Amt bekleidete. Unterrichtet wurde er vom AbtSperaindeo zu Cordova, den er später in einem Briefe als seinen geist-lichen Vater rühmt; sein Mitschüler war hier der spätere Toletaner Erz-bischof Eulogius, mit dem ihn die engste Freundschaft verband 1 ) und derihm auch die im Gefängnis geschriebene Passio Florae et Mariae mit einemBriefe übersandte. Die ältesten literarischen Zeugnisse Albars sind seineBriefe an den ehemaligen fränkischen Priester Bodo, der 838 zum Judentumübertrat und sich nun Eleazar nannte; er wird von Albar mit allen diesemzu Gebote stehenden Mitteln bekämpft, allerdings vergeblich. In spätererZeit korrespondierte Albar mit seinem Schwager Johann von Sevilla, derzu dem noch keineswegs ganz erloschenen Adoptianismus neigte und vonseinem Verwandten in einer ganzen Reihe von Briefen belehrt und bestürmtwurde, von der Ketzerei zu lassen. Später ergehen sich beide in ihrenBriefen in andern theologischen Fragen und auf dem Gebiete der Rhetorik.
Die weitgehende Christenverfolgung, die vom Kalifen Abderrahman injenen Zeiten verhängt wurde, ließ nicht nur den Eulogius die erwähnteMärtyrergeschichte darstellen, sondern bewirkte auch, daß Albar im Jahre 854seinen Indiculus luminosus schrieb. Er stellte in diesem „lichtvollen Nach-weis" 2 ) zur Rechtfertigung der christlichen Märtyrer dar, daß Mahomedein Vorläufer des Antichrist sei und daß man sich ihm und seiner Religionmit allen Mitteln widersetzen müsse. Das Werk ist ungemein eindringlichund zugleich leidenschaftlich geschrieben und läßt erkennen, daß Albar sichnoch mit andern Schriften gegen den Islam getragen hat; über ihre Aus-führung ist nichts bekannt.
Als Eulogius 859 gestorben war, setzte Albar dem Freunde ein Denk-mal in der zwar kurzen, aber begeisterten Schilderung seines Lebens undseines Todes, der durch Henkershand erfolgt war. Sie ist infolge der Gleich-zeitigkeit und wegen der Frische und Lebendigkeit kein unverächtlichesDenkmal aus jener Zeit und hat insofern ein literarisches Interesse, alsAlbar in Kap. 3, 9 die römischen Autoren aufzählt, die Eulogius von einerReise in Frankenreich aus Pampelona und den benachbarten Gegenden mitnach Spanien brachte; die Mehrzahl der erwähnten Bücher findet sich ineinem der ältesten spanischen Kataloge, nämlich zu Oviedo 882 wieder.
] ) Vgl. Vitf* S. Eulogii 6,18 (Migne 115,719 A) Ut non sit, inquis, alter Alvarus quamEulogius nee alibi quam penes intima Alvaritotm sit conlocatus amor Eulogii.
') Die Erklärung (F1 o r e z, Espana sagrada
11, 221) lautet Hie liber ideo luminosus indi-culus dicitur, quia luminasse quae sequendasunt docet et apertis indieiis hostem ecelesiaequem omnis vitare Christian itas debet ostendit.