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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
Hauptsächlich aber entlehnt er seinen Stoff Augustin 1 ) und Isidor, außer-dem Beda und Gregor; herangezogen werden auch Origenes, Josephus undClemens. Nach Isidors Etymologien berichtet er über die Giganten (col. 155A)und über das Tote Meer (col. 174 C). Besonderes Interesse zeigt er fürnaturwissenschaftliche und medizinische Dinge, wie er col. 111 C. 121BCund 132 B Philosophi einführt und bei Gelegenheit Labans eine Stelle ausHippokrates (nach Augustin) zitiert (col. 220 A), nachdem er über einenähnlichen heiklen Punkt Pseudo-Quintilian als Autorität angeführt hat(col. 219 D). Von Dichtern zitiert er nur je einmal Vergil und Sedulius.Die Erklärung selbst ist übrigens ziemlich lebhaft und mit einem in denGegenstand eindringenden Interesse geschrieben, auch läßt sie meist densonst so gewöhnlichen Wortschwall beiseite.
Erwähnt wird das Werk in alten Katalogen in Salzburg s. XII (B. 115,144 = Salisbmg.S. PeLri A. VIII. 12 s. IX), in Passau 1254 (Serapeum 25, 243), wahrscheinlich auch in Krems-münster 1044 (Pachmayr, Ser. abb. Cremifan. p. 44 Angelomum super pentateuchum) ; dennes ist kaum möglich, nach dieser Aufschrift eine Fortsetzung der Erklärung auf die übrigenBücher des Pentateuchs annehmen zu wollen. Hss.: Salisburg. S. Petri A.VIII. 12 s. IX: Tre-censisl069 s. IX: Vindob. 713 s. XII; Zwettlens. 89 s. XIII. Ausgabe: Migne 115, 107—244.Kritische Ausgabe des Briefes an Leotric MG. Ep. 5, 619 ff., des Begleitgedichts PL. 2, 675 f.,wo in den Noten die Ausplünderung der Smaragdgedichte zur Anschauung kommt.
Kommentar in Regum. Das Werk heißt in den Hss. Enarrationes
in libros Regum und beruht im weseutlichen auf den Erklärungen Isidors
zu den Büchern der Könige, auf Gregors Moralia, auf Josephus, Augustin
und auf Cassiodors Psalmenkommentar (col. 434 B). Ebenso wie im vorigen
Kommentar tritt zuweilen die Bibelkritik hervor, 2 ) auch wird Vergil (col. 357 C.
411 C) und Sedulius (540 A) angeführt. Sonst sind Isidors Etymologien und
an einer Stelle (col. 394B) Ciceros Cato maior (c. 31 und 13) benutzt; 3 ) an
einer Stelle werden Beobachtungen aus neuerer Zeit 4 ) über die Tageslänge
auf Island gegeben (col. 535 D). Im allgemeinen werden hier bedeutend
mehr biblische Stellen angeführt als in dem Genesiskommentar, so daß
für den eigentlichen Text oft nicht viel Raum bleibt.
Das Werk erscheint in alten Aufschriften 6 ) nicht selten, nämlich s. XII in Angers(Delisle, Le cab. des mscr.2,486 N. 60). in Tournai (Delisle 2,491,125), in Bec (B. 127,150),Corbie (B. 136, 211 = Paris. 11998), St. Amand (Delisle 2,452, 109 = Valenciennes 30 s.XII,und 313) s. XIII in Arnstein (Gottlieb S. 295,17). Auch die Hss. sind sämtlich aus s. XII.nämlich Remensis 131, Camerac. 437. Duac. 351, Valentian. 30, Paris. 2446, 11998, 8871, Berol.Meerm.349. Ausgabe: Migne 115,243-552; die Vorrede Ep. 5, 622 ff., das Gedicht PL. 2,676 f.
Die Enarrationes in Cantica canticorum sind großenteils wort-getreu dem Kommentar Isidors entnommen, spiegeln also dessen Erklärungs-weise vollständig wider, ohne daß die Quelle genannt wird. An einzelnenStellen sind Isidors Erklärungen mit Stücken aus den Etymologien kompiliertworden, z. B. bei Erwähnung der Pflanze mandragora, wo auch Et. 17, 9
') 1, 3 (Migne 115, 117 B) Nos quidem b.Augustini . . . dicta sequi decrevimus. 6, 19(col. 158 D) wird auf de civit. dei Buch 15 ver-wiesen; vgl. außerdem 119 A. 130 A. 141 D.Zur Bibelkritik vgl. 32, 22 col. 222 A.
2 ) Vgl. col. 260 D. 264 C. 265 C. 348 A.
3 ) Dort hat Angelomus Socrates für Iso-crates und außerdem eine falsche Zahl ge-lesen. Fast die gleichen Angaben macht Re-migius im Kommentar zu Catonis Disticha
prol.3, 6, s. Mancini, Rendic. della accad. d.Lincei S. 5, tom. 11,194.
4 ) So werden auch für die Ableitung vonpythonissa col. 330 D modernd volumina ge-nannt.
6 ) Auch Sigebert Script, eccl. 86 (ed.Mi-raeus p. 144) erwähnt es Angelomus monachusiussu Drogonis Metensium ejiiscopi, qui fliiiserat Caroli imperatoris, fecit tractatus superquattuor libros Regum.