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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

haftes und gegen die Ordnung der Natur bestehendes Wunder auf, das erden im Alten und Neuen Testament erzählten Wundern als gleichwertigan die Seite stellt. Diese Anschauung mußte ihm Gegner erwecken, zudenen besonders der Corbier Mönch Ratramnus gehörte, 1 ) der gleichfallsüber die Eucharistie schrieb. Doch hat die Kirche langsam die AuffassungRadberts völlig adoptiert und daher wurde seine Schrift oft kopiert.

Zu den alten Aufschriften bei Becker, Catal. bibl. ant. 319 f. 2 ) kommen Cluni s. XII(Delisle, Le cab. des mscr. 2, 468 N. 272) und Limoges s. XII (ib. 2, 494 N. 70. 71). Die Aus-gabe an Warin wird überliefert am besten in Paris. 2854 s. IX, dann im Laudun. 114 s. X,Berol. Phillipp. 1691 (Meerm. 55 s. XII), Monac. 4608 s. XI, 17712,s. XII. Die Ausgabe an Karlden Kahlen vielleicht nur im Paris. 2855 s. X. Ausgabe: Migne 120,12671350, daselbst13511366 der Brief an Fredigard von St. Riquier. Die beiden Briefe an Warin und Karlkritisch hrsg. von Dümmler, MG-. Ep. 6, 132 ff. - Vgl. Ebert 2, 232. Prot. Realenzykl. 3 16,395ff.und besonders Sardemann, Der theol. Lehrgehalt d. Schriften d. Pasch. Radbertus (1877)S. 4051, wo S. 44 Kap. 9,712 und 9, 2 als spätere Einschiebsel verworfen werden.

Andere Kommentare. Die Erklärung zu den Threni oder Lamentationcs Hioremiaean den consenex Odilmannus werden erwähnt in Corbie s. XII (B. 79, 271 = 136, 108), wahr-scheinlich = Paris. 12294, in Cluni s.XII (Delisle, Le cab. 2,468), in Arras s.XII (B. 125,123)und in Regensburg 1347 (Zentralbl. f. Biblw. 20,89 N. 13). Hss.: Paris. 12294 s. X (aus Corbie),Caroliruh. Aug. 146 s.X (aus Reichenau). Ausgabe: Migne 120, 10631256. Für die Expositioin psalmum 44 kenne ich weder eine alte Aufschrift noch eine Handschrift, Migne col.993bis 1060.

Epitaphium Arsenii. Gegen die Glaubwürdigkeit dieser Schrift erhobSimson (Jahrb. d. fränk. Reichs unt. Ludw. d. Fr. 1, 336) die schwersten Be-denken, diese sind jedoch besonders von C. Rodenberg (Die Vita Walae alshist. Quelle, Gott. 1877, S. 1196) und von Dümmler in der Vorrede zuseiner Ausgabe (Phil. u. hist. Abh. d. Kgl. Akad. d. Wiss. zu Berlin 1900.11S. 416) völlig widerlegt worden. Indes möchte ich auch den Radbertwegen der angeblich schlechten Form des Werkes zu verteidigen suchen.Die Darstellung ist zwar wortreich und breit, doch ist der Stil keineswegsschlechter als in vielen Schriften der Zeitgenossen, namentlich wenn manihn etwa mit dem der großen Lebensbeschreibung Ludwigs des Frommenvergleicht. Die Darstellung bleibt meines Erachtens stets verständlich underhebt sich sogar manchmal zu lebhafter Anschaulichkeit. In der Zerteilungdurch das Gespräch und in dem Geben der Pseudonyme prägt sich docheinerseits Vorsicht, andrerseits das Gefallen an der Wechselrede aus, undder Stoff hat dadurch eine mehr allseitige Beleuchtung erfahren. Man darfnicht überall die Eleganz Einharts verlangen, die meisten Biographien derZeit stehen nicht höher als Radberts Schrift.

Nur eine einzige Aufschrift des Werkes findet sich in alten Katalogen und diese istidentisch mit der einzigen Hs., die sich erhalten hat. Nämlich in Crepy s. XII (Bibl. de l'ec.des chartes63,483 N.43) befand sich das Epitaphium Arsenii und die Hs. Paris. 13909 s.IX XI,die wohl ursprünglich nach Corbie gehört, 3 ) trägt den Vermerk f. 2 Iste Über est b. HarnulplüexCrispeio. Ausgaben: Mabillon, Acta SS. 4,1, 453. Migne 120, 15591650; kritisch hrsg.von Dümmler, Philos. u. hist. Abhdl. d. Kgl. Akad. d. Wiss. zu Berlin 1900, II, 1898 (mitTafel von Paris. 13909 f. 52). Vgl. Ebert 2, 239244 und Dümmler a. a. O. S. 318.

Literarische Kenntnisse. Terenz wird besonders im Epit. Arsenii

angeführt, s. hierzu die Noten von Dümmler (diese Kenntnis bei Radbert

J ) Auch Hraban scheint ihm nach ep. 56(Ep. 5, 513 c. 33) entgegen gewesen zu sein,vgl. auch p. 513, 27 f.

2 ) Hier ist der alte Paschasius diaconusmit Radbert zusammengestellt.

3 ) Die Aufzeichnung De S. Ratberto (MG.

SS. 15, 452) gibt Nichilominiis et Wale abbatisvitam sancti scilicet Adalhardi fratris et suc-cessoris idem Ratbertus edidit. Nach Hüffer,Korveier Studien S. 61 wäre das EpitaphiumArsenii von Agius henutzt worden.

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