Radbert von Corbie.
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schritt der Vita gelangte mit Versen versehen nach Corbie zurück, undRadbert arbeitete die Gelegenheitsschrift zu einem literarischen Denkmalu m. Er änderte im Text einiges, was zu den veränderten Verhältnissenpaßte. Die einzelnen Konfraternitäten hatten aber dem Rotulus Gedichtehinzugeschrieben und diese gaben dem Radbert das Bild einer Wechselklage,das er zur Abfassung der an die Vita gehängten Ekloge verwandte, diesich zwischen Corbeia vetus und nova abspielt, und wozu sich Radbert anvergilisches Vorbild anlehnte. 1 ) Daß nämlich diese Ekloge von ihm ver-faßt wurde, hat Traube PL. 3, 42 zur Evidenz erwiesen. Die Vita selbstist in der Schreibart des Geistlichen verfaßt, der bei Lesern und Zuhörernlebhaften Schmerz infolge des Todes des Helden erregen will.
Die Vita wird in alten Katalogen nur zu Corbie s. XII (B. 79, 307) Vita b. Adalardi ab-batis genannt, 2 ) und diese Aufschrift entspricht wohl dem Paris. 18296 s. X (aus Corbie).Sonst findet sie sich im Ambian. 461 s. XIV (aus Corbie) und Bruxell. 7569 s. XVII — XVIII.Ausgaben: Mabillon, Acta SS. 4,1, 308; Migne 120,1507. Acta SS. Jan. 2, 96. Die Eklogekritisch hrsg. bei Traube, PL. 3, 45—51. — Vgl. Dümmler, Neues Archiv 4, 302 ff. (überBenutzung von Vergil, Portunatus und Anthol. lat. 683).
De fide spe et caritate. Außer einem Widmungsbriefe an Warinstellte Radbert dem Werke ein akrostichisches Gedicht (Radbertus levita)voran, in dem er die Muse auffordert, ihm zu einem geistlichen Gedichtbehilflich zu sein, während er in dem Briefe erklärt, daß er die dreiSchwestern nicht mit dem Witze der Dichter als Schwestern der Musenauffassen wolle. Auch in diesem Werke stützt sich Radbert auf die Schriftender Väter und nennt.seine Quellen fast nirgends. Im Eingang zu De fideverwahrt er sich gegen die physische und menschliche Auffassung desBegriffs und definiert ihn nach Hebr. 11, 1 mit Heranziehung des Wortlautesnach der Itala. dagegen definiert er religio nach Isidor Etym.8, 2, 2. Hervor-zuheben ist hier 7, 1 (Migne 120, 1404 f.) die philosophische Einteilung desßlaubbaren, dessen Dreiteilung auf die Dreieinigkeit hinausläuft, wie auchsonst Berührungen mit der Philosophie nicht fehlen. Im Prolog zu Decaritate (col. 1458 C) heißt es freilich, daß auch die alten Philosophen nachden Quellen der Erkenntnis gegraben hätten, die sie Physik, Ethik undLogik nannten; da sie aber ohne Christus auf Wasser stießen, sei diesnicht das Wasser des Lebens gewesen. Am Schluß 14, 3 (col. 1490 A) be-zeichnet Radbert den Zweck des Werkes: Sed ut habeat beatitudo tum adhuctironibus quod exhibeat de tribus istis virtutibus, sine quibus nemo est Christiamis. 3 )
Das Werk ist selten und wird in alten Katalogen nirgends genannt. Die einzige Unter-lage bildet eine späte Korveier Abschrift, jetzt Berol. theol. Q 212 s. XV — XVI (= Berol. lat.346, s. Archiv 8, 628, Neues Archiv 4, 305. 581). Ausgabe: Migne 120,1389—1490.
De corpore et sanguine domini. Dies Werk ist nach 831 geschrieben,da im Briefe an Placidius des Exils von Wala gedacht wird. 4 ) Radbertfaßt hierin (1, 2 col. 1269 A—C) die Transsubstantiation als ein unzweifel-
') Die einzige bekannte Nachahmung derVita Adalhardi bietet die Vita Hathumodae,die Agins 874 wohl in Korvei schrieb.
2 ) Diese Hs. kann auch Gerardus Cor-beiensis in seiner Vita Adalhardi benutzt haben,der das Werk Radberts epithalamium nontextus historiae nennt, s. Mabillon, Acta SS.4,1,345; vgl. auch Corbie 1200 (Becker 136,
260) vita . . . Adalardi und 261 passio . . .Adalardi.
3 ) Angespielt wird auf De fide und Despe im Gedicht des Engelmodus Carm. 3,142.145 (PL. 3, 66).
4 ) Ep. 6, 133, 9 Praefatus autem pater,uti iustitiae faventibus moris est, exilium fertpro fide.