Radbert von Corbie.
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Bnnodius, Fulgentius, Boethius, Beda de die iudicii. Sehr seltene Kennt-nisse sind bei ihm die Irenäusübersetzung l ) und Tertullian de pudieitia.Die Selbständigkeit in der Benutzung dieser Schriftsteller zeigt sich beiihm besonders darin, daß er öfters auf wörtliche Wiedergabe der Stellenverzichtet, sondern sie aus dem Gedächtnis reproduziert.
Zeugnisse. Zum Beinamen Pascasius oder Paschasius vgl. MG. Ep. 6,133,1. 135,10.136. 20. 138,18. 144, 21 und Migne 120,1351A. 1367 B. Ueber die Kindbeit Radberts s. Engel-modi Carm. 3, 66—71 (PL. 3, 63) und Migne 120.1367 longe diu a puero vester alumnus,sowie Traube, PL. 3, 38 f. Zur Teilnahme an der Begründung von Korvei s. Simson, Lud-wig d.Fr. 2, 266 ff. und Traube p. 39. Zur Abtszeit ib. 39 n. 5. Der Brief an Guntland stehtEp. 6,138 N. 6. 2 ) Das Gedicht Micons mit den Grüßen Guntlands und Hericius' (Chmtlandusplnr/nis, Hericius tenuis) PL. 3, 363 N. 162; außerdem begegnet Guntland in einem GedichteFredigards PL. 3, 351 N. 140. Nach N. 162 könnte es scheinen, daß Radbert sich längereZeit in St. Riquier aufhielt und hier Lehrer war, da der Bidascalus der Aufschrift höchst-wahrscheinlich eben Radbert ist, vgl.Traube p. 271. Zu Adalhard vgl.Wattenbach 1, 300;erließ um 820 die Hist. tripartita Cassiodors abschreiben, 3 ) = Petropol. F. 1. 11 s. IX f. 1[Eic codex Hevo insula scriptus fuit iubeide s. patre Adalhardo cum exularet ibi); 4 ) ebensoEufins Expositio in symbolum == Petropol. Q. 1. 19 s. IX 4 ) (fol. 34 Adalhardus monachus iussitfieri volumen istud), vgl. Delisle, Le cab. des mscr. 2, 50. Zur Zeitbestimmung der Vita Adal-liardi, der Schrift De fide und des Werkes De sanguine et corpore domini s. Traube p. 40.Der Schrift De fide ist ein Gedicht (N. 2 p. 51) vorausgeschickt, in dem Vs. 4 mit Bucolicos-que relinque favos auf die dem Leben Adalhards angehängte Ekloge angespielt wird, währendim Gedicht vor De sang, et corp. domini (N. 3 p. 52) Vs. 5 Et niveos casto condas in pectoveflores sich auf N. 2, 3 Die, nivei flores quo vernant cespite fosso bezieht. Radberts Brief anPlacidius-Warinus zum Werk über die Eucharistie Ep. 6,132 N. 3; an Karl den Kahlen p.135N. 4, das Gedicht hierzu Carm. 4 p. 52 f. Das Schreiben an Odilmann von Corbie — Radbertwar damals vielleicht in St. Riquier 5 ) — steht Ep. 6,136 N. 5; hier heißt es p. 136, 32 licetneminem Latinorum legerim explanasse thvenos. Im Prolog zu Buch 2 (Migne 120,1103B)sind die Worte in clandis aeeipiendisque die Eingangsworte zu Boethius' Arithmetik. 6 ) DieRekapitulation in Buch 5 wird im Prolog begründet (Col. 1235 D) lege rhetorum, qiti sub epi-locjo in flne concludunt et determinant ac dinumerant singulas res breviter quas attigerant.Das Werk wird im Buch 10 des Matthäuskommentars angeführt, Migne 120,763 0 De quoin eodem opere quod in eisdem Lamentationibus edidimus iam diximus. An die Aebtissindes Marienklosters zu Soissons richtete Radbert im Alter (col. 1367 B multo iam senio con-fectus) eine kurze Abhandlung De partu virginis, in der er Hymnen des Ambrosius anführt(col. 1377 B und 1384 A). Die Vorrede zur Erklärung des 44. Psalms ist sehr ausgedehnt, viel-leicht aber hat Radbert überhaupt keine hierzu geschrieben, da in dem ganzen Werke die virgoChristi angeredet wird und Radbert auch öfter von sich selbst spricht. 7 ) Im Eingang heißtes (col. 993 D) Cum sollicitudine pastoralis offleii curisque regiminis et negotiis actionum essemtandem exoecupatus . . . retuli me ad ea studia, quae profeeta retenta animo remissa tem-poribus inter varios verum saecularium anfractus abieceram und col. 998 A Ideo ne inersex toto invenirer, inter amoena librorum Volumina ago quietus, quod praestantius est. ZuWala vgl.Wattenbach 1, 300; Wala de prineipalibus vitiis wird erwähnt in Stablo 1105(Gottlieb, Ueber mittelalt. Bibl. 288 N. 182). Brief Agpbards an ihn und Adalhard (und Heli-sachar) Ep. 5,164, an ihn und Hildvin Ep. 5,179; Wala hatte aus Rom vier Antiphonaremitgebracht, die Amalar für sein Werk De ordine antiphonarii benutzte, vgl. dessen PrologBibl. patr. max. 10,503 (Paris 1644). Zur freiwilligen Abdankung s. Praef. in Matth. 9 col. 643 BSed mox ut redii ad eam (sc. philosophiam), multum cliuque male vexatus saecularium verumcuris . . . D optabile satis tandem pvudenti vivo concessit otium; adeo ut nihil Uli pvo-
') Daß Irenäus in Corbie war, beweistdie Aufschrift aus s. XI bei Becker 55, 6und der Berol. Phillipp. 1669 s. IX, der wahr-scheinlich aus Corbie stammt. Auch Tertul-lian war in Corbie, s. Becker 79,294.295.
2 ) Während der Abtszeit richtete Lupusvon Ferneres drei Briefe an Radbert, nämlich■Ep. 6, 59 f. N. 56—58. Literarisches wird aberdarin nicht berührt.
3 ) Die Schrift ist langobardisch.
4 ) Ein zweiter, aber ursprünglich nichtdazu gehörenderTeil derHs. istParis. 13354. —
Paris. 13908 (vgl. Corbie s. XII bei Becker79, 78 = 136, 256) enthält die ConsuetudinesS.Adalhardi;vgl.Levillain,Moyenäge,2.Ser.4, 383.
5 ) Vgl. Ep. 6,145, 8 ff.
6 ) Die Consolatio wird benutzt in der VitaAdalhardi 30 (Migne 120, 1523 C) und imBrief an Odilmann (Ep. 6.136, 23 ff.).
7 ) So 1 col. 998 B Sed quia flos esse ne-queo, saltem vobis, quae Candida estis lilia,quod possum sententiarum mitto ; vgl. hiermitcol. 1060 AB.