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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

aus früher Zeit stammt die Bearbeitung allerdings, da sie Jonas benutzt,denn es ist kaum wahrscheinlich, daß dieser Stoff von einem karolingischeuGelehrten behandelt wurde.

Zum Verhältnis der Schrift zu Dungais Responsa s. A m e 1 u n g S. 29 f. und 30 n. 1,Dümmler S. 439. Die Stelle aus dem Gorzer Katalog ist Rev. B^ned. 22,7, 121, vonSt. Amand Delisle, Le cab. des mscr. 2, 452, 132, von Fulda Beihefte z. Zentralbl. f. Biblw26, 110 Repos. 10 Ordo 3, 59. Der Tod des Jonas für 843 ergibt sich aus der Wahl desAgius. berichtet in den Akten des Concil. Vernense (Dezember 844) c. 10 (Capitul. reg. Franc.ed. Boretius et Krause 2, 385, 21) Aurelianensis etiam ecclesia conficsione maxima noscitnrlaborare; tarnen qiiia superiore 1 ) anno archiepiscopiisWenilo . . . ex eodein loco Agium pres-byterum palatii vestri memoratae ecclesiae ordhiavit.

Ueberlieferung. Besondere Verbreitung haben die Schriften des Jonas nicht erlangt.Sie werden in alten Katalogen nur ganz vereinzelt erwähnt, s. Manitius, Neues Archiv32, 677, wo die Aufschrift aus St. Amand Paris. 12291 s. XII ist. Die Vita Hugberti 2 ) stehtim Paris. 5609 s. IX, Vindob. 550 s. X, Bruxell. 1465014657 s. X, Bruxell. 9936 s. XI; dieInstitutio regia nur im Rom. capit. bas. S. Petri 168 D s. X; 3 ) die Institutio laicalis imVatic.990 s. IX, Valentian. 203 ca. 900, Colon, eccl. metr. 184 s. X, Paris. 2397 s. X, 2398 s. XI,12291 s. XII; von der Schrift De cultu imaginum will Steph. Baluzius im J. 1687 angeblichdas Widmungsexemplar an Karl d.K. gesehen haben (Servati Lupi opera ed. Baluzius p. 355),eine Hs. des Werkes ist nicht mehr bekannt. Gesamtausgabe bei Migne 106, 121388.Nur die vier Widmungsbriefe in kritischer Ausgabe von Dümmler. MG. Ep. 5, 346355.Die Translatio S. Hugberti bei Arndt, Kl. Denkm. a. d. Merovingerzeit 70 ff. und MG. SS. 15,234ff. Vgl. Wattenbach 1,318. Ebert 2,225. K. Amelung, Leben u. Schriften d.Bisch. Jonas v. Orleans, Dresden 1888. Dümmler, Berl. SB. 1895, 439 ff.

52. Agobard von Lyon.

An originalen und bedeutenden Geistern innerhalb der Kirche und derWissenschaft war im 8. bis 9. Jahrhundert in Spanien kein Mangel. Dasbeweisen Männer wie Felix von Urgel, Theodulf und Claudius. Zu ihnengesellt sich Agobard, der 769 geboren im Alter von dreizehn Jahren miteinem Abt Atala auswanderte und 792 nach Lyon kam. Hier scheint ersich, wenn man nach den späteren Ereignissen urteilen darf, früh an Erz-bischof Leidrat angeschlossen zu haben, der dem geistigen Leben seinesSprengeis die größte Fürsorge widmete 4 ) und spanischen Flüchtlingen be-sonders wohlwollend entgegenkam. 6 ) Hier mag Agobard frühzeitig erfahrenhaben, 6 ) wie bedeutend der Rückhalt war, den die Kirche am Staate hatte,wodurch sich spätere Anschauungen vorbereiteten. Die Priesterweihe empfinger 804 und nachdem er Chorbischof von Lyon gewesen war, wurde er 816zum Erzbischof erhoben, als Leidrat ins Kloster zu Soissons ging. Mitdieser Zeit beginnt seine bedeutende schriftstellerische Tätigkeit, die sich aufden verschiedensten Gebieten bewegt hat, so daß ihn kein Zeitgenosse anVielseitigkeit nur irgendwie erreicht hat. Zugleich imponiert uns aberAgobard heute noch durch den Freimut und die Unabhängigkeit seines

') Das Wort bezieht sich doch wohl auf843 und nicht auf 844. Der Zusammenhangläßt ohnehin auf eine vorhergehende Sedis-vakanz schließen.

') Das alte Leben findet sich im Valentian.469 s. IX, s.W.Arndt, Kleine Denkmälera. d. Merovingerzeit S. 50.

3 ) Ein alter Aurelianensis ist verloren.

4 ) Er widmete Karl eine Schrift überdie Taufe (s. MG. Ep. 4, 539 N. 28) und eine

solche über die Abschwörung des Teufels(Ep. 4, 540 N. 29); außerdem erstattete er demKaiser 813 oder 814 Bericht über seine Amts-führung (ib. 542 N. 30).

6 ) So auch dem Claudius, s. Ep. 4, 592,19 ff. und 605, 18 ff.

6 ) Vgl. Adonis chron. (MG. SS. 2,320) Leid-radus vir secularl dignüati intentissimus ethonori rei publicae utilis.