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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Jonas von Orleans.

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nungen und von früher Gedachtem ist doch zu groß, als daß das Zeitkoloriteigentlich zum Durchbruch käme. Es dürfte daher nicht unwichtig sein, dieQuellen zu nennen, die Jonas mehr oder minder ausgiebig benutzt hat; derhierbei gewonnene Schriftstellerkatalog ist schon deshalb interessant, weiler über den Alchvines doch schon weit hinausgeht. Von Übersetzungen ausder griechischen Literatur werden benutzt Origenes (Die Homilien zur Exodusund zum Leviticus), Johannes von Konstantinopel 1 ) und die Historia eccle-siastica. Von den lateinischen Patres erscheinen Cyprian (de opere et elee-mosynis), Pseudocyprian (adv. aleatores), Laktanz (Institutionen), 2 ) Ambrosius(in Lucam, de benedictionibus patriarcharum), 3 ) Augustin (Enchiridion, desermone domini in monte, de disciplina Christ., de doctrina Christ., de bonoconiugali, de adult. coniugiis, de nuptiis et concup., contra mendacium, depatientia, sermones), Hieronymus (Briefe, Kommentar in Matth., in Ezech., inEccles., in Proverb.), Caesarius 4 ) (Homilien), Julianus Pomerius (stets Prospergenannt; de vita contemplativa), Gregor I. (Homilien, Moralia, Dialoge, Curapastoralis und 2, 8 und 11 vielleicht das Registrum), Isidor (Offizien und Sen-tenzen), Beda (Homilien, Kommentar in Proverbia, in Lucam, in Iohannem,in ep. Iacobi, in Act. apost., Hist. eccl. Anglorum), endlich Alchvine (Lib. devirtutibus et vitiis; 3, 6 col. 247). Das Buch lag nach Amelung S. 47 derPariser Synode 829 vor, und ein Teil seines 2. Buches wurde von ihr ap-probiert und in ihre Akten, die von Jonas redigiert wurden, aufgenommen.Sein letztes Werk über die Bilderverehrung ging aus der Stellung hervor,die Jonas im Bilderstreite einnahm; es ist sein dogmatisch-polemisches Haupt-werk und richtet sich gegen die Lehre des Bischofs Claudius von Turin. 5 )Die Synode von 825 hatte sich über die Verehrung der Bilder in der ver-mittelnden fränkischen Weise ausgesprochen, obwohl beim Volke der Bilder-dienst entschieden fortbestand; doch die scharfe Verurteilung aller Verehrungder Bilder, der Heiligen, der Reliquien und des Kreuzes von seiten desClaudius brachte einen Riß in die fränkische Kirche. Man wandte sichjetzt gegen Claudius, und der Ire Dungal erließ in seinen Responsa eineheftige Abfertigung der angeblichen Irrlehren des Bischofs, der abernoch vorher gestorben zu sein scheint. Auch Jonas übernahm auf kaiser-lichen Befehl eine Widerlegung des Claudius, legte sie aber bei dessen Todbeiseite. Die Lehren des Ketzers hielten sich aber bei dessen Anhängern;ja man wollte am Hofe wissen, daß Claudius heimlich dem Arianismus er-geben gewesen sei. Daher vollendete Jonas nach 840 seine früher begonneneSchrift und legte sie erst dem vortrefflichen Stilisten Lupus von Ferneresvor. ehe er sie König Karl dem Kahlen widmete; Lupus sandte sie jedochzurück, ohne Änderungen vorgenommen zu haben, da er sich, wie er sagte,dem Bischof gegenüber für zu gering hielt und sich von Tadelsucht frei

: ) 1, 14 und 15 Os aureum, 2, 20 Con-stantinopolitanus genannt.

2 ) Eine Stelle aus Buch 6 wird 3, 15(Migne 106, 263) als aus De opificio deizitiert.

3 ) Als liber de Ioseph und als liber deAbraham angeführt.

4 ) Wird 3,4 (Migne 106,240) Massilien-

sis episcopus genannt.

& ) Dessen Schrift hatte nach De cultuiniag. 1 (Migne 106, 312 C) den .Titel Apolo-geticum atque rescriptum Claudii episcopi ad-versus Theodemirum abbatem. Das Werk istnicht erhalten, befand sich aber im Auszuge1461 in Bobbio, s. Manitius, Neues Archiv32, 664.