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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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374 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, Erster Teil.

Dungal nicht selbst Verfasser dieser Kompilation ist, da sie ihm sonst wohl zur Hand gewesenwäre. Die sieben Briefe Dungais, meist mit Namensunterdrückung, stehen im Harlei, 208s. IX, 1 ) der vielleicht im Besitze Adalhards von Corbie und wohl Abschrift einer Hs. vonSt. Denis war. Zur früheren Lage Dungais vgl. ep. 3 p. 579, 11 ff.; Bittgesuche sind ent-halten in ep. 2. 8. 4. ep. 4 p. 580, 12 verwendet er sich für einen Sachsen (Angelsachsen?).Sendung von Silber in ep.6 p.581,17ff. Zum Königsdienst und der Rechenschaftsablage s.ep.4p. 579, 34 instat mihi . . . iter ad palatium ut reddam ibi et innotescam domino regi rationemUlms servitii, quod usque modo exercui. Das Schreiben an Theodrada ist ep. 7 p. 582. —Die Vorrede zu den Responsa ist ep. 9 p. 583. Der kaiserliche Befehl zur Schrift ergibtsich aus p. 583, 21 sub nomine et honore . . . domini Hludowici . . . eiusque filii . . . augustiHlötharii, die Widmung ib. 23 ego Dungaliis in dei et eorum obsequio esse dicandum com-ponendumque devovi. Die Stellen aus Portunatus und Prudentius s. Manitius, Wiener SB121, VII, 2. 19.

Daß der Dungal von St. Denis mit dem Verfasser der Responsa identischist, hat Traube, Münch. Abh. 19, 332 f. wohl sichergestellt, Dümmler glaubtaber in diesem den 825 von Lothar in Pavia angestellten Lehrer 2 ) zu sehenund hält es für möglich, daß dieser Lehrer mit dem Mönch in St. Denisdieselbe Person ist, 3 ) wogegen aber wohl das höhere Alter des Mönchessprechen dürfte. Jedenfalls aber ist von diesen beiden der Dungal zuscheiden, der PL. 1,412 an einen Baldo magister schreibt; dieser Baldo istnach Foltz, Gesch. d. Salzb. Bibliotheken S. 14 ein Salzburger Kleriker, deraus zwei Gedichten PL. 2, 643 N. 9 und 648 N. 15, VI bekannt ist und denVindob. 458 geschrieben hat. Der Name Dungal begegnet in den Hss. deririschen Genossen des Sedulius, die sich in Salzburg aufhielten und dasMetrum des Gedichts PL. 1, 412 (Boeth. consol. 1, 2) wendet Sedulius an,und ein Ire hat in ihm 855 den Tod Lothars I. beklagt (s. Traube, Wochenschr.f. klass. Phil. 1891 N. 12). So gehört dieser Dungal einer jüngeren Generationan; vgl. Traube, Münch. Abh. 19, 333 f. Außerdem ist noch ein spätererDungal zu nennen, der im 11. Jahrhundert 4 ) dem Kloster Bobbio eine Bücher-schenkung machte (Becker 32,480—521), in der sich die Responsa des älterenDungal (N. 507) befanden; dieser Dungal lebte in Bobbio selbst; er bezeichnetsich nämlich in mehreren Hss. des Klosters als sancte Columba tuus incola.

Ueberlieferung. Das astronomische Werk an Karl steht nur noch im Berol. Phillipp.1784 s. IX, die Briefe 2—8 im Mus. Brit. Harl. 208 s. IX. Von den Responsa hatte man inBobbio früher mindestens zwei Hss., s. Neues Archiv 32, 663: die eine 5 ) ist heute Ambros.B. 102 sup. s. XI. Sonst ist das Werk nur noch im Vatic. reg. 200 s. XI—XII überliefert.So ist die Ueberlieferung äußerst spärlich. Ausgaben: Die Briefe, das astronomische Werkund die Vorrede der Responsa in kritischer Ausgabe bei Dümmler, MG. Ep. 4, 570—585.Die Responsa bei Migne 105, 465-530; die Gedichte PL. 1, 395ff. 2,664. — Bbert 2, 224f.Hauck 2, 154 f. — Vielleicht gehören dem Dungal auch einige astronomische Notizen, diesich im Berol. Phillipp. 1869 s. IX finden, hrsg. von Manitius, Neues Archiv 22, 766 f.

51. Jonas von Orleans.

Jonas stammte aus Aquitanien, dem späteren Reiche König Pippins(seit 817), er ist vielleicht noch vor dem Jahre 780 geboren worden. Inseinem Geburtslande erhielt er Erziehung und Unterricht und hierbei muß

') Vgl. MG. Ep. 4, 5.

2 ) Capitul. reg. Franc, ed. Boretius 1,327 c. 6.

3 ) Berl. SB. 1895,437. Vgl. Hau ck, Prot.

kann, ist sicher, s. Zentralbl. f. Biblw. 4,443.

5 ) NämlichPeyron, Ciceronis fragmenta

etc. p. 13 N. 48, die früher nach dem Katalog

von 1461 auch das Exzerpt des Apologeticum

Realenzykl. 3 5, 60. j von Claudius enthielt Die andere p. 17.146

4 ) Daß die Schenkung nicht früher fallen ' scheint Abschrift dieser gewesen zu sein