Dungal.
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sei. Am Schluß verspricht er mehr geben zu wollen, wenn es nötig seinsollte, dem Teufel weiter zu widerstehen.
Man sieht hieraus, daß man auch in der Zeit geistiger Blüte im 9. Jahr-hundert für eine theologische Streitfrage der Gegenwart das ganze Rüstzeugder Kammer der Patristik entlehnte und auf den Schätzen ausruhte, die dievergangenen Jahrhunderte zusammengebracht hatten. Nur ganz wenig Geistergab es in der damaligen theologischen Welt, die tatsächlich ihren eignenWeg gingen und aus den Schriften der Väter einen Sinn herauszulesen wußten,der allen andern Zeitgenossen verborgen blieb, bis dann, ebenfalls im Auf-ruhr gegen die herrschenden Anschauungen der Kirche, in Johannes Scottusein philosophischer Geist einsetzte, der freilich auch nur von wenig Zeit-genossen verstanden wurde und schnell genug zum Schweigen kam. Undes steht doch hiermit in Zusammenhang, daß eine nicht geringe Anzahl derVäter auch von den hochgebildeten Geistern des 9. Jahrhunderts gar nichtgekannt werden, da ihre Lehre abseits von der großen Heerstraße der alle-gorischen Bibelerklärung verlaufen war und ihre Schriften daher als bei-nahe häretisch nur ganz selten vervielfältigt wurden.
Zeugnisse. Die Abstammung ergibt die Ueberschrift von Carm. 2 (PL. 1, 396) HosKarolo regi versus Hibernicus exul. Die Zugehörigkeit zu St. Denis ergibt ep. 5 p. 580, 31quandocunque vobis visitandi causa cineres beatorum martirum Dionisii Bustici et Eleutherüvenire placuerit, me paratum in servitio vestro prumtumque invenietis, ferner Carm. 12 und 13(Epitaphien der Aebte Fulrad und Fardulf von St. Denis). Daß er Lehrer dort war, sagtsein Epitaph (ob von ihm?) Carm. 17 p. 406 f. Vs. 19 Discipulos proprios inlustrat luminesacro, 24 Lacte rigans pueros et dat capientibus escam; er selbst bezeichnet sich als pere-grhms in der Prosavorrede zum Gedicht auf Hildoard PL. 1, 411 N. 23 und in der Aufschriftdes Briefs an Theodrada (ep. 7 p. 582, 3), vgl. auch ep. 4 p. 580, 7 Nbs ergo pauperes et pere-grini. Die Zugehörigkeit mehrerer Gedichte, die Dümmler, PL. 1, 395 ff. unter dem NamenHibernicus exul herausgab, zu Dungal hat Traube, Münch. Abh. 19, 332 ff. dargelegt; 1 ) da-nach müßte die Anordnung' dort sein: Gedichte Dungais ep. 5 p. 580, 37 f., ep. 7 p. 582, 32 f.,ep. 8 p. 583, 12 f.; PL. 1, 411 N. 23, PL. 2, 664 N. 17, PL. 1, 395 ff. N. 1.«) 2, im Anschlußhieran N. 3. 4. 5; Sammlung aus St. Denis N. 12—15 und 16—18; dorther stammende TituliN. 6, Gedicht eines Martinus N. 7.
Stofflich wichtig 8 ) und zugleich anziehend ist aber eigentlich nur N. 2 p. 396—399.Es ist eines der frühesten Hofgedichte aus Karls Kreise 4 ) und bezieht sich auf ThassilosAbfall und Unterwerfung im J. 787 mit ziemlich langer Einleitung über den Wert der Dicht-kunst; leider sind zwei Blätter der Hs. hier verloren, so daß der Hauptteil des Gedichtesfehlt. N. 20 ist ein achtteiliges Gedicht, das für Lehrsäle bestimmt ist, in denen die siebenfreien Künste und als achte die Medizin gelehrt wurde; die Reihenfolge bestimmt sich nachder bei Isidor Etym. 2—4 festgehaltenen, woher auch jedesmal die Erfinder der betreffendenKunst genannt werden. Die Anfrage Karls an Dungal über Pridugis' Schrift steht MG. Ep.4, 552 N. 35 aus Bruxell. 9587 s. IX, die Antwort Dungais auf Karls Brief an Abt Waldoist ep. 1 p. 570 ff.; die Zeit bestimmt sich aus p. 570, 14 defectus solis quem anno praeteritoab incarn. domini DCCCX, vgl. p. 576, 38, die Angabe der Quelle s. p. 571, 12. Dungal be-merkt hier p. 577, 14 Plinius enim Secundus et alii libri per quos estimem haec me possesupplere, non habentur nobiscum in his partibus, und er spielt hiermit vielleicht eher aufdie große astronomisch-komputistische Kompilation aus s. VIII an, die sich im Vat. reg. 309s. X 6 ) und vermehrt und vermindert auch im Paris, nouv. acq. lat. 456 s. XII (Delisle, Gab.des mscr. des fonds Libri et Barrois S. 81—84) steht. 0 ) Jedenfalls aber ergibt sich, daß
') Vgl. Hist. litt, de la France 4, 497. Eshandelt sich um die Gedichte im Vatic. reg.2078 s. IX—X.
2 ) Vgl. mit 1,1 die Anfangsverse derkurzen Briefgedichte von ep. 5 und 8.
3 ) Vgl.Vs. 85 f., wo auf die TrojanersageBezug genommen wird, O gens regalis pro-fecta a moenibus altis Troiae.
4 ) Die in der Hs. enthaltenen Gedichte
des Bernowin gehören dem Angilbert nachTraube, Karol. Dichtungen S. 51—63.
5 ) Vgl. Vitruvius, iterum ed. Val. Rose(1899) p. XXXXIff.
6 ) Auszüge einzelner Kapitel stehen invielen Hss. s. IX (s. Rück, Progr. d. Ludw.Gymnas. 1888 S. 7, Traube, Neues Archiv18,87). wie das Excerptum de astrologia Aratiund De ordine ac positione stellarum in signis.