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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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371
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Dungal. 371

samkeit bald in hohem Ansehen, dichtete 787 über den Abfall Thassilos,schrieb an den König Gedichte und wurde mehrfach vom Kaiser mit wissen-schaftlichen Aufträgen beehrt. So fragte Karl schriftlich bei ihm an, waser von des Fridugis Schrift über die Substanz des Nichts und der Finsternishalte, und im Jahr 811 wandte er sich an Dungais Abt Waldo mit der Bitte,seinem gelehrten Mönche aufzutragen, ihn über das Wesen der beidenSonnenfinsternisse des vorigen Jahres schriftlich aufzuklären. Da Alchvinetot war, so wandte sich Karl wohl am liebsten an den Iren, um sich belehrenzu lassen; in dem Briefe an Waldo wurde DungalErforscher und Freundder Weisheit" genannt, und Karl bemerkte, daß es ihm wohl bekannt sei,daß nicht nur die alten Philosophen, sondern auch ein Bischof von Kon-stantinopel die Sonnenfinsternisse im voraus hätten berechnen können. Aufdiese Anfrage antwortete Dungal ausführlich in einem Briefe, wobei er zuerstseine Quelle, den Kommentar des Macrobius zum Somnium Scipionis namhaftmacht und dann aus dieser fast seine ganze Antwort wörtlich abschreibt;am Schlüsse bedauert er, nicht weiteres schreiben zu können, da PliniusSecundus und andre Autoren ihm hier nicht zur Hand seien. Der Briefendet mit einer außerordentlichen Lobeserhebung auf den Kaiser und demWunsche, daß er einen ähnlichen Nachfolger erhalten möge. 1 ) Außer diesemSchreiben an Karl sind sieben Weitere an hochgestellte Persönlichkeitenerhalten, aus denen wenigstens einiges Licht auf den Verfasser fällt. Zunächsthatte er in seiner Heimat eine angesehene Stellung gehabt und war begütertgewesen, während er im Frankenreich der Armut verfallen war und mehr-fach Bittbriefe 2 ) an Bischöfe und Äbte schreiben mußte, wobei er sich auchfür andre verwandte. Doch sehen wir ihn andrerseits einem Abte auchSilber schicken, um daraus kirchliches Altargerät herstellen zu lassen, under selbst sagt, daß er im königlichen Dienst stehe und zum Hofe reisenmüsse, um Rechenschaft beim Könige abzulegen; und doch hatte er damalsnur ein lahmes Pferd, weshalb er den Abt Adam von Jumieges um Unter-stützung bittet. 3 ) Die Verbindung mit der Kaiserfamilie spricht sich aberauch in dem Schreiben aus, in dem er der Theodrada, der Tochter Karls,in vielleicht etwas aufdringlicher Weise ich bin ein Fremder und Euchwohl noch gar nicht bekannt, sagt er zu ihrem Eintritt ins Kloster Glückwünscht. 4 ) In einigen anderen Schreiben (Brief 5 und 8) bekundet Dungaleine außerordentliche Geschicklichkeit in dunklem Ausdruck, der nur fürden Adressaten und nicht für den Überbringer verständlich sein konnte;drängte sich nicht die geistliche Phrase hervor, so würden diese Stückean Einharts Briefe erinnern. Sonst nämlich ist Dungais Stil keineswegsso wortarm.

Das wichtigste Werk wenigstens nach der Ansicht der Zeitgenossen

') MG. Ep. 4,577,38 De cetero autetn per-sua sancta et sublimia merita forsitan de sicosemine talis oriatur.

2 ) Daß er regelmäßig wiederkehrendeWohltaten erbitten mußte, besagt ep. 2 p. 578,26 consuetam a vobis opem repeto. Fürsprache

3 ) Hier ep. 4 p. 580, 7 ff. gesteht er ein.daß sie, die bettelhaften Iren, den Frankenwohl überall zur Last lägen propter nostrmnmultitudinem et importunitatem et clamosi-tatem.

4 ) Hierbei wird das fränkische Taufgelöb-

durch einen Abt beim König erbittet er in nis angebracht, ep. 7 p. 582, 17 abrenuntiareep. 3 p. 579. i didbölo et seculo et pompae et operibus eius.

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