Notker der Stammler. 365
gegeben. Zur Prosodie vgl. Vs. 14. 52. 95. Die Aufforderung am Schluß lautet Quisquis scireteilt, nominaprosa dabit. Hs. Sangall. 817 p.4. Ausgabe von Dilmmler, Neues Archiv 5, 627und v.Winterfeld, PL. 4, 339. — Ermahnungsgedicht an Salomo mit dem Titel De quin-que sensibus beginnt Antistes domini cur sunt tibi frivöla cordi Ut manibus sanctis tätigerespurca velis; Anhang zu dem Gedicht in Reimprosa mit kräftigen Hinweisen {Esto vir:fraäa verba, gressum languidnm, pictos ocnlos, pallidam cutem, ora investia ut mortiferaveneria devita. Sehr eindringlich ebenfalls N. 6 (p. 345). Hss.: Monac. 19413 s. X — XI, Vindob.1609 s. X. Ausgaben im Formelbuch hei Dümmler S. 79 ff. und Zeumer p. 430 ff. — DieBitte an den jungen Freund im Guelferb.Weissenb. 60 s.IX— X f. 134, hrsg. von J. Schwalm,Neues Archiv 27, 741 f. Der kleine Dialog im Turic. civ. C 129 f. 101 b, hrsg. von J. Schwalm,Neues Archiv 27, 742 f.
Rätsel und Scherzgedichte. Daß mit den Rätseln in einer Reichen-auer Handschrift die Aenigmata trium puerorum gemeint sind, ergibt sich ausNotkers Worten subiecta enigmata. Die Rätseldichtung ist den Angelsachsendurch Symphosius' Sammlung vermittelt worden, die Sammlungen der Angel-sachsen (Aldhelm, Bonifatius, Tatwine, Eusebius) und der Iren (JosephusScottus? Berner Rätsel?) verbreiteten sich auf dem Kontinent. Auch dieBibel gab zu Rätseldichtungen Veranlassung. Den Scherz Notkers mit denReichenauern hat Ekkehart IV. aufbewahrt, er gibt genaue Kunde von seinerEntstehung.
Die Notiz über Rätseldichtung von Notkers eigener Hand im Sangall. 14 s. IX S. 331,hrsg. von Dümmler, St. Gall. Denkmale S. 225. Notkers Scherz im Sangall. 621 S. 355,hrsg. von Dümmler, daselbst S. 225 und v. Winterfeld, PL. 4, 336 N. 3. Die Geschichtevom Wunschbock 1 ) im Sangall. 73 s. IX S. 261, hrsg. von Dümmler, PL. 2, 474 f.
Notatio. Der Adressat des Werkes ist sicher Salomo nach den Ein-gangsworten Cum prudens sis et prudentis nomen heredites (ähnlich wie imEingang zu N. 47 der Formulae Salomonis). Notkers Verfasserschaft gebensowohl die alten Aufschriften (Klosterneuburg und Amplonius) wie dieHandschriften (Wien, Zwettl und Amploniana) und sie kann durchaus alssicher gelten.
Die Auf- oder Unterschrift des Werkes heißt Notacio Notkeri cenobite S. Oalli de il-htstribus viris qui ex intentione sacras scripturas exponebant aut ex occasione quasdam sen-tentias dioine auctoritatis explanabant scripta ad Salemonem discipulum suum postea Con-stantiensis ecclesie episcopum (so Vindob. 766. Amplon. Q 125 und Pez' Hs. aus Zwettl. No-tationes Notkeri gibt die Aufschrift aus Klosterneuburg s. XIII, 2 ) Notacio Notkeri de virisülustribus der Katalog des Amplonius. 3 ) Außerdem steht das Werk im Monac. 19413 s.X— XIf. 56 und 15819 s. XII f. 119. Ausgaben von Pez, Thesaur. anecdot. 1, 1, 1—14 und vonDümmler, Das Formelbuch d. Bisch. Salomo III. S. 64—78, vgl. p. XXXIII f. Seltene undgesuchte Worte finden sich auch hier, vgl. S. 68 in Lucam soligradum Beda lategradus . . .Iohannem caelipetam nubivolus Augustinus paribus est alis insecutus. Vgl. Hauck 2, 662 n. 5.
Breviarium Erchanberti. Dies Werkchen ist so benannt, weil dereinzigen Handschrift Erchanbertus vorgeschrieben ist. Es führt bis 827 nachder Komputation A Chlotario rege in presens 13. anno Ludovici imperatoris.Ein völlig sagenhafter Bestandteil sind die Reden zwischen Pippin undStephan. 4 ) Auch die Fortsetzung ist unbedeutend.
Daß die Portsetzung dem Notker zugehört, hat B. Simson (Jahrb. unter Karl d. Gr. 2,614 f. und besonders Ztschr. f. Gesch. d. Oberrheins N.F. 2, 59 ff.) bewiesen. Einzige Hs.Vatic.reg. 713. Ausgaben von M. Freher, Corp. bist. Franc, p. 167 und Pertz, MG. SS. 2, 238.
Gesta Karoli. Die Bezeichnung des Autors 2, 17 6 ) ego balbus et eden-
') Unwahrseheinlich ist aber die von 1 3 ) Schum, Die amplon. Handschriften-
v.Winterfeld (Neues Archiv 29, 468 ff.) he- ! Sammlung S. 851 N. 143.
hauptete Verfasserschaft hezüglich der dreidem Paulus beigelegten Tierfabeln.
2 ) Serapeum 11, Intelligenzblatt 179.
4 ) MG. SS. 2, 238, 33 ff.
5 ) Jaffe, Bibl. rerum. german. 4, 693,1.