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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Notker der Stammler.

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daß sich Notker auch mit komputistischen Fragen beschäftigte; er rät dort

Lantbert, sich mit der Eatio embolismi triennis zu beschäftigen, und fügt

hinzu, daß ihm die frates ellinici ihren Gruß entbieten. Aus alledem aber

geht hervor, daß Notker ein hervorragend begabter Mönch und Kleriker

gewesen ist, der auf den verschiedensten Gebieten des Wissens und der

Künste Großes und Nachhaltiges geleistet hat.

Zeugnisse. Zur Geburt um 840 vgl. Zeppelin (Schriften d. Ver. z. Gesch. d. Boden-sees 19, 40 f.) und Zeumer (Hist. Aufsätze zum Andenken von G. Waitz S. 104 f.). Zum Ge-burtsort vgl. Meyer v. Knonau, Schriften d. antiqu. Ges. i. Zürich 19, 4, 4f. (1877). Vonseinen Lehrern Iso') und Moengal-Marcellus berichtet Notker selbst im Briefe an Liutwardbei Diimmler, Mitteil. d. antiqu. Ges. in Zürich 12 (= St. Gallische Denkmale a. d. Karolinger-zeit) 224; zu Moengal vgl. Zimmer, Neues Archiv 17, 211 und Pelagius in Irland S. 222.449. 2 ) Der Beiname Baibus (Balbulus, Edentulus) findet sich an mehreren Stellen anonymerSchriften und hierauf gestüzt haben Zeppelin und Zeumer sowie Diimmler nachweisenkönnen, daß ihm mehrere Schriften angehören. So heilst es in dem Formelbuch SalomosN. 29 (ed. Diimmler S. 33) balbus edentulus et ideo blesus vel tit verius dicam semiblateratormrdastris vobis vel potius insensatis cantare seu ludere sive lamentari debeam, in den GestaKaroli 2, 17 (ed. Jaffe, Bibl. rer. Germ. 4, 693, 2) quae ego balbus et edentulus . . . explicaretemptavi, im vierten Hymnus auf den hl. Stephan 10, 1 (ed. v. Winterfeld, PL.4,339) Egeret ledbus vitiisque plenus Ore polluto Stephani triumphos Notker indignus cecini, in einervon Notker geschriebenen Urkunde (909) bei Wartmann, St. Gallisches UrkundenbuchN. 761 Ego Notker infans. 3 ) Bezeugt wird der Beiname durch Ekkehart IV. in den CasusS. Galli 2 (ed. Meyer v. Knonau S. 10) Nokero postea cognomine Balbulo, vgl. 30 S. 116n.33 S. 128 Noker . . . voce non spiritu balbidus. Zu Salomo und Waldo vgl. Dum ml er,Das Formelbuch des Bischofs Salomo III. S. 120 ff. 146 f. 149 ff. 153157. 4 ) Zu Notkers Aemternim Kloster s. Mitteil. d. hist.Ver. v. St. Gallen 13. 72 f., Meyer v. Knonau S. 5. Ueber seineDichtung im allgemeinen Meyer v. Knonau S. 5. Zur Chronologie seiner Werke s. be-sonders v. Winterfeld, Neues Archiv 27, 74 ff. und Ztschr. f. deutsch. Altert. 47, 324f. Ge-lehrte Tätigkeit 5 ) im Kloster bezeugt Ekkehart IV. in den Casus S. Galli 46 (ed. Meyerv. Knonau S. 160) Epistolas canonicas Grecas a Liutwardo Vercellensi episcopo petitas multissudoribus ille exemplaverat. Ist die Sequenz Alma chorus domini (N. 37 bei Migne 131,1025) wirklich von ihm, dann müßte man ihm Kenntnis griechischer Worte zusprechen nachVs. 21 f. Athanatos ischgros o theos, Pantocrator isus; s. allerdings Diimmler, St. GallischeDenkmale S. 258 f. Notker starb im Jahr 912 nach den Annales Sangallenses zu 912 6 ) (vgl.Hermanni Contr. chron. 912).

Sequenzen. Die Angabe Ekkeharts IV. von St. Gallen, daß Notkerfünfzig Sequenzen gedichtet habe, ist von A. Schubiger 7 ) und K. Bartsch 8 )als richtig übernommen worden, während W. Willmanns 9 ) dies Zeugnis be-zweifelte und nur einundvierzig Stücke als von Notker gedichtet annahm.J.Werner hat wieder auf die alte Zahl zurückgegriffen, 10 ) und erst v.Winter-feld hat in seiner gründlichen und allseitig geführten Untersuchung 11 ) fest-gestellt, daß mindestens sechzehn Stücke in Notkers Ursequentiar gestanden

questionibus compoti und im Paris, nouv. acq.229. Es ist nach dem Parisinus hrsg. vonG.Meier, Die sieben freien Künste im Mittel-alter im Anhang (Einsiedeln 1886). Die Ab-weichungen der (besseren) Münchener Hs. gibtStein meyer, Ztschr. f. deutsch. Altert. 37,274-276.

*) Vgl. auch Ekkeharti casus S. Galli 30(ed. Meyer v. Knonau, Mitteil. z. vaterl.Gesch. 15, 116) Hinc de Hisone magistro etdiscipulis eius Nokero Ballmio.

2 ) Vgl. Ekkeharti casus S. Galli 2 ed.Meyer v. Knonau, Mitteil. z. vaterl. Gesch.(St. Gallen 1877) 15. 9.

3 ) Damit ist zu vergleichen Neues Archiv27, 741 N. 1, 8 et pigra lingua silet und 2, 2

amicns iners (4 nie torpentem).

4 ) Außerdem Zeumer, Aufs. f.WaitzS. 100 ff. und Zeppelin, Schriften d.Ver. z.Gesch. d. Bodensees 19, 37.

5 ) Sein Autogramm (Cod. Sangall. 14p. 331)bei Chroust, Monum. Palaeographica, Lief.15,5. Vgl. außerdem J. Schwalm, NeuesArchiv 27, 741.

6 ) MG. SS. 1, 77.

7 ) Die Sängerschule St. Gallens vom 8.bis zum 12. Jahrh. S. 40 ff.

8 ) Die Sequenzen des Mittelalters S. 617.

9 ) Ztschr. f. deutsch. Altert. 15. 267292.

10 ) Notkers Sequenzen S. 794, wo dieeinzelnen Stücke von 31 Hss. angeführt werden.

11 ) Ztschr. f. deutsch. Altert. 47,329398.