352 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
56 B—D gezweifelt wird. Die Schrift über die Trinität herausgegeben vonSirmond 1, 413, Migne 125, 473, erwähnt von Flodoard 3, 15 p. 502; siereicht bis col. 615 B, das Weitere ist späterer Zusatz. Flodoard berichtet,daß er geschrieben habe Karolo regt super- hac eadem re, c. 3, 15 p. 502(verloren). Zur Chronologie von De cavendis vitiis et virtutibus exercendiss. Schrörs S. 388 n. 33, herausgegeben von Sirmond 2, 29 aus einer Hs. vonSt.Mihiel, Migne 125, 857; erwähnt wird das Werk von Flodoard 3, 18 p. 507.In alten Aufschriften erscheint es zu St. Emmeram 1347') und wohl in Rolduc s. XIII(s. Neues Archiv 32, 679); Hss.: Monac. 14427 s. XI; 2534 s. XII; 5919 s. XV. Die SchriftDe diversa et multiplici animae ratione hrsg. von Sirmond 2, 104, Migne 125, 929 (auseiner Hs. von St. Remi in Rheims); zur Frage über die Echtheit s. Schrörs S. 164 n.72.
Kanonistische Schriften. Das umfangreiche Werk De divortioLotharii et Tetbergae richtet sich an die Könige (karolingischen Stammes),an die Mitbischöfe und an alle Gläubigen und ist im Namen der RheimserSuffragane erlassen. Herausgegeben von Sirmond 1, 561, Migne 125, 623,vgl. Schrörs S. 188 ff. Schriften über andre Ehefälle s. Sirmond 2, 669 =Migne 126, 154 (Ehe Engeltruds und Bosos) und 2, 647 = 126, 132 (EheStephans und der Tochter Regimunds); vgl. außerdem Flodoard 3, 21 p. 514Zur Schrift De coercendo et exstirpando raptu viduarum puellarum acsanctimonialium (Sirmond 2, 225 = Migne 125, 1017) vgl. Schrörs S.221 n.75,der sie nach 860 ansetzt; sie ist an den König im Namen der Galliarumet Germaniarum episcopi gerichtet. Das Opuseulum LV capitulorum adversusHincm. Laudun. ist 870 auf der Synode zu Attigny veröffentlicht, s. SchrörsS. 331—334; herausgegeben Sirmond 2, 386 = Migne 126, 290. Diesem Werkescheinen in der von Sirmond benutzten Hs. noch eine B,eihe Briefe des Erz-bischofs an den Neffen angehängt gewesen zu sein, vgl. Migne 126, 494—566.Außerdem steht damit in Verbindung die sehr ausführliche AnklageschriftHincmars gegen den Neffen auf der Synode von Douzy 871 (Migne 126,566—634).
Politische Schriften. Der Fürstenspiegel De regis persona et regioministerio, der fast ausschließlich fremdes, nur geschickt gruppiertes Eigen-tum darstellt, erhält besonders durch die Widmung ein wärmeres, persön-liches Interesse dignum duxi non nudo meo sermone vobis respondere seiquid in scripturis sacris . .. loquatur spiritus sanctus breviter in unum vobiscolligere . . . si quiddam mordacius dictum in sententiis a me collectis de regis■persona et regio ministerio, non contra vos, quaeso, sed pro vobis eas mecollegisse putetis, quoniam aut talem in benignitate ac bonitate . . . vos esseet sie agere scio aut talem esse et sie agere cupio. Hier (Migne 125, 833 C)wird auch die Disposition des Werkes angegeben. Schluß (col. 856 D) Eccede quibus exiguitatem meam sublimitas sapientiae vestrae consuluit. Habetissacrae scripturae et doctorum catholicorum sententias. Herausgegeben vonSirmond 2, 1 = Migne 125, 833. — In der Schrift De fide Carolo regi ser-vanda (Sirmond 2, 157 = Migne 125, 961) sind besonders Kapitel 2 und 9für die diplomatisch vorsichtige Auffassung der Lage bezeichnend, s. 8(col. 965 C) Inter duos reges carne fratres de hoc regno in quo degimus sata-gentibus velut inter malleum et ineudem episcopi sumus. Die Schrift ist ge-schichtlich wichtig. — Schon in Karls Abwesenheit 877 hatte Hincmar andessen Sohn Ludwig, der die Regentschaft führte, eine Denkschrift de dis-
J ) Ist Monac. 14427 s. XI.