Hincrnar von Rheims. Prudentius von Troyes. 339
von Rheims im Monac. 14569 s. XI und Vat. reg. 240 s. X. Vortrefflichekritische Ausgabe von L. Traube, PL. 3, 527—553.
Im alten Katalog von St. Evre zu Toul (B. 68, 192) steht die Aufschrift Iohannes Scotiisde compoto et natura canum et Hincmarus de fönte vitae vol. I. Das erste Werk läßt sichunterbringen. Nämlich der Dichter der Ecbasis captivi benutzt als Vs. 603 (ed.Voigt S. 106)den 71. Vers des Gedichtes II, III (p. 531), das mit einer Auseinandersetzung über Osternbeginnt. Somit konnte das Stück im Katalog mit de compoto gebucht werden. Die Hs. vonToul ist verloren.
Gesamtausgabe von H. J, Floss, Migne 122,125—1244. — Christlieb, Leben undLehre des Johannes Scotus Erigena. J. Huber, Johannes Scotus Erigena. Ebert 2,257—267.
Zu den Integumenta zu Ovids Metamorphosen s. Gaston Paris, Hist.litt, de la France 29, 504. 512. 516; zu den von Paris erwähnten Hss. s.Traube p. 526 n. 8. Daß das Gedicht Nobilibus quondam fueras constructapatronis italienischen Ursprungs ist, dürfte schon seine älteste Überlieferungim Mutin. bibl. cath. 1. 4 s. IX erweisen; hierzu kommt der bittre, sarka-stische Ton, der eher auf einen Italiener schließen läßt: Vs. 8 Servorumservi nunc tibi sunt dorriini und 23 Sed tum terra vorax animantum roseritossa, Tu poteris falsas vendere reliquias. Zur Erklärung des Gedichts s.Traube, PL. 3, 554, der es aus dem Mutin., aus Bamberg. B. III. 11 s. Xund Monac. 14137 s. XI in PL. 3, 555 f. herausgab.
47. Hincrnar von Rheims. Prudentius von Troyes.
Hincrnar stammte aus vornehmem Geschlecht und ist noch zur ZeitKarls des Großen, vielleicht um das Jahr 806 geboren. Frühzeitig wurdeer dem Kloster St. Denis übergeben, wo der Abt Hildvin sein Lehrer wurde,der später von Kaiser Ludwig den Auftrag erhielt, das Leben des heiligenDionysius darzustellen. 1 ) Hincrnar erinnerte sich in späteren Jahren, daßer in der Schule als Knabe die (sonst nur noch einmal aus dem Mittelalterbekannten) Cynegetica Nemesians gelesen habe. Als Ludwig 822 Hildvinan den Hof als Erzkapellan berief, folgte ihm Hincrnar dahin und derJüngling, der vielleicht jetzt noch die Hofschule besuchte, wurde bald deskaiserlichen Vertrauens gewürdigt. Hier am Hofe legte er den Grund zuseinen umfassenden Rechtskenntnissen, die ihn in späteren Jahren zurFührung der wichtigsten Ämter befähigten. Und als Hildvin 830 in Un-gnade fiel, teilte Hincrnar die Verbannung seines Abtes in Korvei undging nach der Begnadigung mit ihm nach St. Denis zurück. In den folgendenschweren Jahren hielt er fortgesetzt eng am Kaiser, der ihn dafür wiederan den Hof berief. Und als Karl der Kahle 840 die Herrschaft antrat,erhielt Hincrnar alsbald beim König eine besondere Vertrauensstellung, dieihm ermöglichte, seine Geschäftsgewandtheit in so günstigem Lichte zuzeigen, daß er das Erzbistum Rheims erhielt, wo einige Jahre zuvor derfest an Lothar haltende Erzbischof Ebo nach höchst wechselvollen Schick-salen endgültig abgesetzt worden war. Im April 845 wurde er auf derSynode von Beauvais gewählt und im folgenden Monat durch Wenilo vonSens geweiht. Nachdem sich Hincrnar dann bedeutend dem Kaiser Lothargenähert hatte, erbat dieser brieflich in Rom für seinen Schützling die
l ) Vgl. H. Eoss, Hilduin v. St. Denis und Dionysius Areopagita, Berlin 1886.
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