336 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
S. 9—39 gemacht hat (besonders aus De dialectica) und die ausführlicherenMitteilungen von M. Narducci aus den Erklärungen zu den Büchern überMathematik (s. unten). Eine Ausgabe ist dringendes Bedürfnis. Haure'auerörterte, daß die exegetischen Stücke zum philosophischen Gebiet ausalexandriniscber Weisheit stammen, während Dunchad aus pythagoreischerWeisheit schöpfte.
Da ich den Paris. 12960 benutzen konnte, 1 ) so bin ich imstande, dieAngaben von Haureau zu ergänzen. Im Paris, ist die Reihenfolge mehr-fach gestört. So fehlen nach p. 64, 32 alle weiteren Scholien bis p. 75, 18,und von 81, 28 bis 97, 30 ist die Folge wieder nicht innegehalten und dieÜberlieferung nur ganz fragmentarisch. Dann werden nach 97, 30 dieScholien zu 65, 16 bis 75, 15 nachgeholt. Mit 98, 5 De dialectica setzteine doppelte Überlieferung ein, nämlich Buch 4 besitzt erst eine kürzereund dann von f. 76 a eine längere Passung. — Das Werk beginnt mit einereinfach gehaltenen Einleitung, die von Remigius nicht wenig verballhorntworden ist. Der Eingang des Martiantextes gibt dem Johannes nach Be-sprechung von Camena und Hymenaeus Gelegenheit, sich über die Elementeund über die sechs Synzygien von deren Eigenschaften zu verbreiten, undzwar teilweise nach Macr. Sat. 7, 9, 19; 2 ) dieser Abschnitt wird von Remigiusfast wörtlich kopiert. In den folgenden mythologischen Abschnitten trittnun vor allem das Bestreben hervor, diese Dinge physikalisch zu erklären,so zu p. 2, 26 (Eyss.) Parcas autem intellige insohibües diversarum qualitatumnecessitates; oder 4, 5 Iovem quippe universitatem totius mundi sensibilis php-losophi . . . conanlur asserere, oder 8, 32 Est autem Venus iuxta cerebrumfabule 3 ) in aestivo tempore honesta telluris superficies. Diese Richtung in dermythologischen Exegese fand er besonders bei Fulgentius vor, der auchreichlich von ihm benutzt und mehrfach genannt wird. Für die Erläuterungnaturwissenschaftlicher Dinge wird häufig Plinius herangezogen, der z. B.für die breiten Ausführungen über die Edelsteine zu p. 22, 5—18 reichlichverwendet wird. 4 ) Für philosophische Momente benutzt Johannes vonlateinischen Quellen besonders die Übersetzung und den Kommentar desChalcidius zum platonischen Timaeus. 6 ) Außerdem schreibt Johannes natür-lich die üblichen Lehrbücher für mythologische und antiquarische Dinge,nämlich die Civitas dei Augustins 6 ) und den Vergilkommentar des Serviusaus, 7 ) obwohl er auch vielfach von dessen Bericht abweicht. 8 ) Auch dieEtymologien Isidors sind oft als Quelle erkennbar, und Johannes scheintauch selbst nicht vor wunderlichen Worterklärungen zurückgeschreckt zusein, wie er zu p. 2, 13 sagt Caeci quippe cecutientes vocantur a seva cecitateseu a cicuta herba videlicet ocidis nociva. Ferner ist sicher, daß Johannes
') Er wurde mir in überaus gütiger Weisevon H. Omont nach Dresden gesendet.
s ) Genannt wird Macrobius als Quellez. B. zu p. 7, 29.
3 ) Aus Fulgentius Mitol. 3, 9 p. 74, 8 ed.Helm. Vgl. außerdem z.B. zu p. 23, 11 Mitol.p. 22, 14 ff. u. 12 ff. Genannt wird Fulgentiusz. B. zu p. 19, 8.
4 ) Genannt wird er als Quelle z. B. zu
p. 7, 3 und 21.
5 ) Vgl. zu p. 4, 2. 8, 16.
6 ) Vgl. zu p. 19, 5 Augustin. civ. dei 4,8(1, 138, 5 f.D.); vgl. auch zu 75, 18.
') Vgl. zu p. 7, 15 Serv. Aen. 8, 402.
8 ) Z. B. zu p. 2, 29 (Portunus) und p. 3,10,wo die Pliades mit plistas hoc est plures zu-sammengebracht werden.