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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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320 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

alters dar (Hellmann S. 5). Auf prinzipielle Fragen geht Sedulius nichtein, vielmehr sah er in seiner Aufgabe „nicht viel mehr als eine willkommeneGelegenheit, vor den Gelehrten der karolingischen Reiche die reiche Literatur-kenntnis zur Schau zu stellen, die ihn vor ihnen auszeichnete" (HellmannS. 8). Die Stellen aus der antiken Literatur flössen meist aus dem Kollek-taneum in das Werk, sie sind von Hellmann in den Noten der Ausgabesorgfältig verzeichnet. Besonders wichtig ist die Benutzung der SS. historiaeAugustae, s. Mommsen, Hermes 13,298—301; häufig benutzt sind außer-dem Cassiodors Historia tripertita und die Mitologiae des Fulgentius. DieForm des Werkes hat Sedulius von Boethius' de consolatione*) entlehnt,indem er es mit einem Gedichte beginnt und ein jedes der zwanzig Kapitel,mit Ausnahme des letzten, mit einem den Inhalt kurz rekapitulierendenGedichte 2 ) schließt. Die Metra der Gedichte sind ebenfalls meist ver-schieden, wie bei Boethius, nur sind sie einfacher gehalten; über ihre Maßevgl. Ebert 2,199 n. 1 und Traube, PL. 3,815 f.

Die Gedichte gesondert hrsg. von L. Traube, PL. 3, 154—166. Die Ausgabe Freher(-Voegelin) von 1619 nur in Jena als Bud. Philos. o. 115 nachweisbar (Hellm. S. 12). Nachdem Palat. hrsg. von A. Mai, Spicileg. Eomanum 8, 1—69, danach Migne 103, 291—330.Krit. Ausgabe von S. Hellmann, Sedulius Scottus (München 1906) S. 19—91 (= Quellen u.Unters, z. lat. Phil. d. Mittelalt. 1, 1). Voller Titel: Liber Sedulii de rectoribus christianis etconvenientibus regulis quibus est res publica rite gubernanda (Hellm. S. 21, 20), erst durchdie späteren Werke De regimine principum zu diesem Titel im Palat. verderbt.

Kollektaneum. Im Cusan. 52 (C 14) s. XII f. 246a—273b — Bss.von ähnlichem Charakter Bruxell. 3819—20, 11196—97, 10615—10729 undDarmstad. 756 fol. (zum Teil), sie stammen alle aus Lüttich — sind dieSammlungen von Exzerpten erhalten, die Sedulius für sich angelegt hatteund aus denen er allerhand gelehrte Zitate für seine Werke schöpfte. Eineweitere Abschrift fand sich s. XII in Lincoln (Giraldi Cambr. op. ed. Dim-cock 7, 166) Librum proverbiorum Graecorum inutilem. 3 ) Die Überlieferungist nicht vollständig, da zwanzig Blätter im Cusan. vor f. 258 verloren ge-gangen sind. Unbekannte Fragmente von Cicero aus der Sammlung miteinem Überblick über das Ganze gab J. Klein (Über eine Hs. des Nie. vonCues, nebst ungedr. Fragm. cic. Reden. Berlin 1866). Die Zuweisung derExzerpte an Sedulius erfolgte durch Traube, Abh. d. Bay. Ak. 19, 364 ff., undeine strengere literarische Würdigung dieser Sammlung durch S. Hellmanna. a. O. S. 92 ff. und 99—117, nachdem Traube S. 366 ff. schon wichtige Mit-teilungen zu den Exzerpten aus Vegetius, Cicero, dem sog. Caecilius Baibus(und Valerius Maximus) gemacht hatte.

') Boethius de duabus naturis p. 251 wird I 3 ) Man hielt also hier die Sammlung

benutzt im Commentum in Eutychem bei i wegen des Mangels an Zusammenhang ihrerHagen, Anecd. Helv. 13, 7 ff. — Anlehnung i Teile für unnütz; die Prov. Grecorum standen

an Consol. phil. 4, 6 in c. 1 (Hellmann S. 24,9 f.) erweist Ebert 2, 198 n. 3.

2 ) In den Noten von Traube und vonHellmann fehlt zu Carm. c. 1 (Hellmannp. 24, 20 mentis ab arce) der Hinweis auf StatiSilv. 2, 2, 131 (schon an Karls des GroßenHofe kannte man die Silvae; s. Pauli Diac.

also auch hier an der Spitze. Wahrscheinlichbefand sich auch ein Exemplar in Gorze s.XI(Rev. Bened. 22, 9) 155 Dicta Sedulii Seotti dediversis quaestionibus cum glosis veteris acnovi testamenti, denn auf ein andres Werkdes Sedulius können die Worte nicht bezogenwerden. Demnach scheinen mehrere Ab-

Carm. 35 (PL. 1, 69), das Nachahmung von | Schriften des Lütticher ürexemplars gemachtSilv. 4, 4 ist). | worden zu sein.