Sedulius Scottus.
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Kommentar zuPriscian. Die Schrift wird zuerst erwähnt in Gorze s. XI(Rev.Bened. 22, 10 N.208) Commentum Seduli Scoti super Priscianum, späterin St. Gallen 1461 (Weidmann, Gesch. d. Stiftsbihl. S. 421 A. 23) Commen-tariolum Sedulii Sexti in quaedam dicta Prisciani grammatici, vgl. Hertz beiKeil, GL. 2, XXVIII n. 110. Diese Hs. ist jetzt Turic. C 37; dort steht. Com-mentarioluiu sedulii scoti in quadam dicta pristiani grammatici, aber die Hs.enthält jetzt nur den Priscian selbst. L. Müller teilt im Rhein. Mus. 20, 359mit, daß im Leid. Voss. fol. 67 (= Voss. lat. 21 n. 3) 1 ) stehen commentariiin malus volumen Prisciani, wie auch schon Oudinus Script, eccl. 2, 26 be-sagte. Ferner teilte Bücheier mit (Hagen, Anecd. Helv. p. LXXVI), daßin der Hs. von Sedulius 1 Eutycheskommentar, auf die sich seine Abschriftnach einer von Cornel. Bock angefertigten Abschrift stützt (B, Bruxellensis,ob alter Bobiensis?), auch ein Prisciankommentar des Sedulius gestandenhabe. Zum Prisciankommentar Seduls in Zürich aus St. Gallen s. nochWeidmann, Gesch. d. Stiftsbibl. S. 429 unter Priscian. Daß die Iren sicheingehend mit Priscian beschäftigten, ergibt sich aus dem Sangall. 904 s. IXin irischer Schrift nach zwei Exemplaren geschrieben, wie die Note aufp.89 erweist, 2 ) ferner aus Caroliruh. 223 s. IX aus Reichenau (wahrschein-lich = Becker 8,27 zwischen 828—838), der von irischer Hand mit Hilfeeiner römischen Hs. abgeschrieben wurde, vgl. ed. Hertz 1, 2 und 2, 35(tom. 1, 6 adn. crit. und 1,65 adn. crit.); auch die von Dungal nach BobbiomitgebrachtenPriscianhss. (B. 32, 512. 522. 525) vertreten die irische Familie.Auch Johannes Scottus beschäftigte sich mit Priscian, s. diesen. Der Kom-mentar zu Priscian ist ungedruckt, wie der Kommentar zu Donat (Arsminor), der in der Hs. Tours 416 s. XI — XIV überliefert wird, s. Thurot.ßev. celt. 1. 264; vielleicht auch zur Ars maior, s. Müller, Rhein.Mus. 20,359.
Liber de rectoribus christianis, ein Fürstenspiegel. Das Werkwird im Mittelalter nirgends genannt und ist zuerst in der Bearbeitung vonFreher durch G. Voegelin 1619 herausgegeben worden, und zwar nach einerHs., 3 ) aus deren Urschrift Brem. C 36 s. IX geflossen ist (Hs. Goldasts; nachf. 1 a von Erkanbald von Straßburg s. X dem Marienkloster geschenkt). AndereHss. des Werkes sind Berol. theol.fol. 368 s. XII aus Lisborn undVat.Pal. 591von 1472, die einzige vollständige Hs.; wichtig für die Kritik ist außerdemdas Kollektaneum des Sedulius im Cusan. 52 (s. unten), da sich hier vielgleiche Stellen finden, die Sedulius aus dem Kollektaneum in den Fürsten-spiegel aufnahm; vgl. Hellmann, Sedulius Scottus S. 11 ff. Das Werk zeigtkeine Kenntnis seiner Vorgänger, nämlich des Smaragdus und Jonas, stelltaber mit diesen zusammen die Anfänge der politischen Literatur des Mittel-
J ) Anfang Prise, periegesis mit Subskrip-tion Dnbthach hos versus transcripsit temporepari-o mit Komputation, die das Jahr 838ergibt.
2 ) Es ist -wohl das Exemplar GrimaldsiCas. S. Galli in MG. SS. 2, 70) grammaticaPrisciani vol. I. — Vgl. C. Nigra, ReliquieCeltiche 1 (Torino 1872). Althochd. Glossen imMonac. 280 A, 18375 und Vindob. 114.
3 ) Ob aber diese Hs. mit jener in Gorzes.XI (Rev.Bened. 22,7 N. 107) genannten iden-
tisch ist, wie Hellmann, Sedul. Scottus S. 13meint, dürfte doch sehr zu bezweifeln sein,da ja in Gorze Sedulius Scottus super Matheumund nicht der Liber de rectoribus christianisvorhanden war. Sicher ist doch nur, daß Werkevon Sedulius mitPaulus' Geschichte des MetzerBistums zusammen abgeschrieben wurden. Aufdie Beziehung des Sedulius zu Adventius vonMetz macht Hellmann S. 14 mit Recht auf-merksam.