Druckschrift 
1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
Seite
318
Einzelbild herunterladen
 

318 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Monac. 343 s. IX, Vatic. 82 s. IX, Vatic. 83 s. IX in MG. Ep. 6, 201—205 N. 33,wo der Verfasser p. 240 f. über die kritischen Noten spricht, die er bei seinerÜbersetzung gebraucht hat, nämlich Theta, Psi, Chrismon, Et, Diastole. DieVerfasserschaft könnte um so eher möglich sein, als sich Sedulius wirklichmit dem griechischen Psalter beschäftigt hat; sein Autograph desselbenliegt in Paris. Arsenal 8047 (aus St. Mihiel, vgl. Montfaucon, Palaeogr. graeca

p.235) vor, wo f. 53 am Ende des Psalters steht Gl lAyAlüC . CKÖTTOC.e-rcü . G-Pf A\|/A. Siehe jedoch Hellmann, Sedulius Scottus S. 95 n. 2.

Grammatische Arbeiten.

Kommentar zu Eutyches. Daß die Iren sich mit Eutyches be-schäftigt haben, ergeben zwei irische Hss. von dessen Werk, Vindob. 16s. VII—VIII aus Bobbio und ein Parisinus, vgl. Schultze, Zbl. f. Biblw.1889,291 N.45. Des Sedulius Werk wird zuerst bezeugt aus Fulda s. XVI (Beih.z. Zbl. f. Biblw. 26, 107) Rep. 10. Ord. 1, 17 Commentarius in grammaticamEutichii, aus Peterborough s. XIV (Serap. 12, Int. 172) Liber Eutyci gram-matici. Commentum Sedulü super eündem. Benutzung des Werks wird be-wiesen durch die Subskription im Bamberg. M. V. 18 s. X bei Keil, GL. 5,445,denn die Worte Euticius — ornatum stammen aus dem Kommentar p. 1,14 bis2, 3H. Eine Hs. erwähnt von üssher, Antiquitates 2 S. 108, s. Thurot, Rev.Celt. 1,264; eine weitere s. Ebel bei Zeuss, Gramm. Celtica 2 S. XLII. VonHagen sind benutzt Turic. C 99 s. IX und die ihm von Bücheier gegebeneAbschrift eines Bobiensis (P). 1 ) Eine Aufschrift in T fehlt, in B stehtCommentariolum Sedulü in artem Eiditii grammatici. Das Werk ist wohlnoch in Irland verfaßt, Sedulius schrieb es rogatu fratrum (Hagen, Anecd.Helv. 1, 8). Den Beginn macht die Erklärung des Namens Eutex und zwarnach einem Zitat aus dem Grammatiker Terentius, 2 ) d. h. wohl desjenigen,der von Virgilius Maro öfters angeführt wird. Möglicherweise stammt dasTerentiuszitat aus einem verlornen Stück des Virgilius, dessen Schriftenvon den Iren ja auch sonst reichlich benutzt worden sind. Die Erklärungist sachlich 3 ) gehalten; so wird z. B. zur Erklärung des Namens Eutex dieÜberschrift aus Cassiodor orthogr. XII (Keil, GL. 7, 207,13 f.) zu Priscianangeführt. Besonders wird das Griechische berücksichtigt und zwar (s. Hagenin Bursians Jahresb. 1,2,1420) wird hierzu die Schrift des Macrobius Dedifferentiis et societatibus Graeci Latinique verbi benutzt, entweder in ihrervollständigen Gestalt oder in dem von Johannes Eriugena angefertigtenAuszuge. 4 ) Außerdem wird in der Erklärung vielfach Priscian benutzt.Ausg. Hagen, Anecd. Helv. 1—38.

>) Wenn Hagen, Anecd. Helv. p.LXXIV | klärern geübt, auch textkritische Fragen wer-adn. aber annimmt, daß die Aufschrift in Bob- | den besprochen. Das Werk enthält manches,bio (B. 32, 509) sich auf Sedulius Scottus be- ; was sonst nicht mehr vorhanden ist.

zieht, so ist das keineswegs zwingend: esfolgt als N. 510 Prudentius' Psychomachia!

2 ) Hagen p. 1,11 Cum autem . . . fuisse-»lus ego et Eutex in schola Priscian i. DieStelle findet sich nicht in der Ausgabe vonHuemer.

3 ) Zuweilen wird Kritik an früheren Er-

4 ) Siehe hierüber Keil, GL.V, 698 unddie Subskription im Paris.7186 bei Keil p. 629app. crit. ad 20, sowie Traub e S. 355 u. S. 362(über den an Bischof Hincmar von Laon zwi-schen 858 und 869 geschenkten Laudun. 444,der einen kleinen Teil der Exzerpte enthält).