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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Sedulius Scottus.

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langen Gedicht, das 1808 Hexameter zählt, hält er sich genau an denProsatext und geht über das dort Erzählte nicht hinaus. 1 ) Er hat es aberauch nicht vermocht, dem Werke einiges dichterische Leben einzuflößen,durch die unausgesetzten Wiederholungen der gleichen Ausdrücke undPhrasen, die er einer ganzen Reihe von poetischen Vorbildern abborgt, wirddas Gedicht eintönig und langweilig.

Zeugnisse. Zu Walahfrid s. Ermenrici ep. (MG-. Ep. 5, 566, 30) Voluit (sc.Walahfredus)rero ille poaetico coturno gesta b. Galli comere, sed morte pr§ventus vitam in vita finivit unddie Aeuf3erung in Walahfrids Vita S. Galli (ed. Thuli p. 5) Prol. si dominus permiserit huiusopei'is agreste pulmentum postmodum aliquibus metrorum condimentis infundam. Zu Ermen-ricli s. dessen Brief p. 566, 31 Unde ego rogatus sum a quibusdam fratribus et praeeipue0 . . . Gozperto ne dicas calvo . . . abbafis Gozperti nepote cum quadam vi inpulsus sum etc.Bitte Gozberts an den ungenannten Verfasser und Widmung Vs. 1 (PL. 2, 428) Promissi memoreece mei, Gotzberte, quod olim Devovi ad praesens sölvere, care, volo. Ueber die Zeit s. Vs. 9I(im, ni fallor, enim menses (?) rediere bis octo, Ex quo actus Galli scripsimus egregii?) TuncCaesar Hludoivicus erat nudatus bonore (834), Nunc heres eius nominis alter adest, d. h.Ludwig d. Deutsche. Die Entschuldigung Vs. 5 Non ignoro aliquos memet eulpare morarum ...Cum proinissa sciant patribus meruisse nepotes, Post multosque dies semina iaeta meti. DerGebrauch von indugredi Vs. 910 p. 452 könnte für Kenntnis des Lucrez sprechen (de rer.nat 4, 316. 365), und das ist in der Nähe Walahfrids (und Ermenrichs) möglich. Das inSt. Gallen s. IX (B. 22. 390 metrum de vita S. Galli in quaternionibus vol. I) befindliche Ex-emplar erweist, daß dieser Katalog nach 850 geschrieben wurde, es ist wohl das ExemplarGozberts. Dieses hat Notker gekannt, s. Hattemer, Denkmahle 2,98. Eine Abschrift, diemit Predigten verbunden wurde, wird erwähnt im Sangall. 564 p. 69 s. Sil (Dum ml er.PL. 2, 266), und hiervon scheint Abschrift zu sein die im Katalog von 1461 (Weidmann,Gesch. d. Stiftsbibl. S. 411 V. 9) erwähnte Hs. S. Galli vita metrice. aliquot etiam sermones;dies ist heute Sangall. 587 a. 1395. Erste vollständige und kritische Ausgabe von Dümmler,PL. 2, 428—473, vgl. 701. Kritische Nachlese aus der Hs. mit vielen Verbesserungsvor-schlägen bei v. Winterfeld, Neues Archiv 28, 507—509. — Wattenbaph 1, 269.

45. Sedulius Scottus.

Über das Leben dieses gelehrten Iren vor seiner Übersiedlung auf denKontinent ist nichts bekannt, jedenfalls aber hatte er tüchtige Studien inseiner Heimat getrieben und sich auch in der Poesie versucht. Vielleichthatte er auch schon den Grund zu seinem Kollektaneum gelegt, als erum 848 in Lüttich eintraf, wo er mit zwei Genossen vom Bischof Hartgarfreundlich aufgenommen wurde. Er war wohl mit der irischen Gesandt-schaft gekommen, die damals ins Frankenreich geschickt war, um Karlden Kahlen günstig zu stimmen. So wurde Sedulius der Gründer deririschen Kolonie in Lüttich, die weitreichenden und bedeutenden Einflußausgeübt hat, und der es besonders zu verdanken ist, daß Lüttich fürJahrhunderte ein geistiger Mittelpunkt blieb. Sedulius wandte sich sehrbald auch an andere hochstehende Personen, namentlich an die KaiserinErmingard und deren Kinder und nach dem Tode Lothars näherte er sichden Brüdern des Kaisers und widmete wohl Lothar H. zwischen 855 und 859seinen Königsspiegel, nachdem er vorher sein Kollektaneum beendet hatte.Auch zu Franco, dem Nachfolger Hartgars. trat er sofort in ein für ihn

*) In den Widmungsversen 3f.(PL.2,428)hat er auch den Prolog Walahfrids benutzt;s. n. 5,

2 ) Ich verstehe das so, wie oben gesagtist. In der Zwischenzeit von 16 Jahren ist

die Arbeit ausgeführt worden. Ist das richtig;so lag Walahfrids Vita S. Galli 834 vor. undGozbert hat also an mehrere Dichter vielleichtzugleich den Auftrag gegeben.