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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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310 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

in Fulda bekannt und geübt war. In den Fulder Bereich im weiteren Sinnegehört wohl auch Petropol. bibl. imp. 207 s. IX, der wahrscheinlich identischist mit dem alten Corbier Exemplare bei Becker 79, 204 (= 136, 335).Zwischen dieser') und der humanistischen Zeit lassen sich wenigstens Ex-zerpte aus Columella anführen, nämlich bei Theoderich von Chartres, derin seinem Werk über die freien Künste Colum. 5, 1—3 exzerpiert (s.R. Sabbadini, Eendic. d. R. Ist. di sei. e lett. Ser. 2. 38, 783), bei Richard vonFournival, der in der Biblonomia (Delisle, Le cab. des mscr.2, 524 ff.) tab.4,44wohl das gleiche Exzerpt anführt Innii Moderati de eadem (seil, agrimen-sura), und aus s. XIV der Ambros. C 212 inf. f. 44—52, der Exzerpte ausBuch 6 und 7 bietet, vgl. Sabbadini a. a. 0. p. 788—796. Hierauf setzenin alten Aufschriften und in den Hss. die Abschriften nach der Kopie Poli-zianos (wohl aus Ambros. L 85 sup.) ein; Aufschriften fand ich in denBibliothekskatalogen von Cosimo de' Medici, Fiesole, Nikolaus V., Sixtus IV.und Urbino.

Zum Pseudo-Apulejus und den Dynamidia. Das von Isidor be-nutzte Werk De herbarum virtutibus besitzt eine sehr alte Überlieferungim Leid. 209 s. VI und Monac. 15028 s. VI— VII (altes Inhaltsverzeichniss. VII in einem Eporediensis, s. Leipz. Studien 1, 367). Im Frankenreichist es s. IX nachweisbar bei Reginbert von Reichenau (B. 10, 2 et übermius hebraicus Apulei = B. 33, 49 herbarius Apidei Platonici Über); diesExemplar hat Walahfrid benutzt. Später wird das Buch höchst selten ge-nannt, ausdrücklich nur in Canterbury s. XV (James, The anc. libr. of Cant. andDover p. 346, 1264) Herboralium Apuleii Piatonis — Oxon.Bodl. Ashmole 1431s. XI, sonst vielleicht s. XH in Rastede (B. 87, 6), in Wessobrunn (B. 113, 46),in St. Angeli ad Formas (B. 120, 126), s. XIII in Rolduc (van Gils, Handelingenvan het 5 e Nederl. Phüologencongres 1907 S.29 N. 232. 241?). Auch diesog. Dynamidia werden nur selten angeführt; ihr Vorhandensein s. IX be-zeugen die Sangall. 762 und 751. Sie werden genannt in Peterborough s. XII(B. 116, 58), von Richard von Fournival c, 1250 (Delisle, Le cab. 2, 533 N. 143Eiusdem (seil. Galieni) über magnus dynamidiorum) und in Durham 1391(Surtees society publications 7,33), 1395 (ib. 7, l^Liber dinamidiorum Galieni).Die Nähe der St. Galler Überlieferung läßt die Benutzung der Dynamidiadurch Walahfrid leicht zu.

De imagine Tetrici. Das Gedicht ist ein Gespräch zwischen Strabusund der Scintilla, die sich beide unmittelbar vor Theoderichs Bildsäule be-finden. Strabus fragt, warum die Bildsäule mit solchen Figuren geschmücktsei. Scintilla macht einen heftigen Ausfall auf den alten Arianer — sonder-bar berührt die Aussage Vs. 33, ihm gehöre in der Welt nichts weiter alsein wenig längst verblaßter Ruhm — und motiviert die Reiterstatue mitder Gewohnheit der Großen, auf hohem Pferde zu sitzen. Darauf gehtauf weitere Fragen des Dichters die Scintilla äußere Einzelheiten der Statue

] ) Verloren ist eine alte Hs., die Cato, j main des Pres s. Delisle, Le cab. des mscr.

Varro, Columella und Gargilius Martialis ent- , 2, 50; aus dieser hat wohl Hugo von St.Vic-

hielt, aber schon die beiden letzten Werke | tor (De nuptiis, Migne 176, 1206) seine An-

nicht mehr besaß, als Poliziano den Rest kol- fuhrung genommen,lationierte. lieber eine alte Hs. von St. Ger-