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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
N. 79, in denen auch Walahfrids Adressat Thomas erwähnt wird (vgl. Traube. Karol. Dich,tungen S. 65 f.). Er selbst schreibt ein Gedicht an Karl d. Kahlen PL. 2, 679 N. 32 mit An-gäbe seiner spanischen Herkunft (Vs. 9) und widerlegt neunzehn Kapitel aus Schriften desJohannes Scottus (im Paris. 2445 s. IX. Widmung an Wenilo von Sens Ep. 5, 631 N. 9, vgl.Wattenbach, Schriftwesen i. Mittelalt. 3 S. 492). — Das Gedicht an Probus N. 45 p. 393: zuProbus vgl. Lupi ep. 20 (MG. Ep. 6, 28, 29 ff.) und 34 p. 44, 14 f. Das Gedicht an AgobardN. 8 p. 356; hier Wortspiel mit dem Namen des Florus Vs. 17—23, vgl. die Alliteration 1 )Vs. 27. Das Gedicht an Sigimar N. 12 p. 359; die Worte 4 Talia curantes non recitare metnbeziehen sich wohl auf übersandte Gedichte. Gedicht an Godescalc N. 18 p. 362 Gotesscahhomonacho qui et Fulgentius; er legte nach Vs. 11 dem Walahfrid vielleicht den Namen Hono-ratus bei, s. Traube, PL. 3, 708 n. 2 und Hauck 2, 649 n. 3. Der Name Godescalcs gibtgräzisiert Theodulus und es ist möglich, daß er die Ecloga Theoduli verfaßt hat. Gedichtan Lothar N. 76 p. 413 mit Benutzung des Porfirius (Vs. 70) und des Boethius (Vs. 71). ZurAbtserhebung s. Ann. Augienses 838 (Jaffe, Bibl. rer. Germ. 3, 703). Ueber seine Flucht nachSpeier klagt er an Lothar Carm. 76, 40—57 p. 414. Das Verhältnis zu Murbach erschließtv. Winterfeld(Neues Archiv 27,528) aus drei Murbacher Büchern, die ehedem nach Reichenaugehörten, s. Bloch, Straßb. Philvers. S. 279 N. 4. 5. 6; dort S. 281 das Desideratenverzeichnis.Zur Wiedereinsetzung s. Herrn. Contr. chron. 842 (MG. SS. 5, 104); hier und Ann. Alamann.849 (MG. SS. 1, 50) der Tod zum J. 849; vgl. Ermenrici ep. ad Grim. Ep. 5, 564, 35; die Alters-bestimmung im Epitaph PL. 2, 423 app. 1, 5: das von Hraban geschriebene Epitaph PL. 2,239 N. 88.
Visio Wettini. Auf Grund eines an Adalgis von Walahfrid 2 ) gesandtenBriefes hat K. Plath 3 ) die persönlichen und zeitlichen Verhältnisse genauuntersucht. Hiernach hat Adalgis den Walahfrid zu der Dichtung aufgefordert,und Walahfrid schrieb ihm jenen Brief, der in hohem Grade bescheiden ist 4 )und zugleich das üble Verhältnis klarlegt, in dem Walahfrid zu Erleboldstand. Walahfrid hat aber auch an Grimald, Wettis Verwandten, geschrieben(PL. II, 334), und er erhielt von diesem die gleiche Aufforderung, wie erVis. Wett. app. 9 (p. 333) sagt. Beiderseits wird Walahfrid mit Materialunterstützt worden sein, aber das Werk ist doch seine ureigne Arbeit, trotzdemer in der eigentlichen Erzählung dem Bericht Heitos folgt. Im Anfang gibtWalahfrid eine recht ansprechende lokale Einführung und erzählt ausführlichdas Leben Heitos. Hierauf folgt eine lobrednerische Schilderung des Wesensund der Gesinnung Erlebolds, den der Dichter hierdurch zu gewinnen trach-tete, und dann erst begibt sich dieser zu seinem eigentlichen Thema, dasmehrfach durch Einschiebungen unterbrochen wird. Auch hat Walahfriddurch akrostichische Teile mehrfach Aufschlüsse über Personen 8 ) gegeben,die in Heitos Prosa ungenannt bleiben. Es ist dies die erste Vision inVersen, eine Dichtart, die, wie Ebert 2,149 bemerkt, durch das Mittelalterhindurch zu Dantes Göttlicher Komödie führt und deshalb literarhistorischvon Interesse ist.
Das Werk wird erwähnt in den Katalogen s. IX von Reginbert von Reichenau (B. 10.5).St. Gallen (B. 24, 70), Konstanz (B. 15, 217), 6 ) s. XI in Toul (B. 68,190) und s. XIII in Canter-bury (Edwards, Mem. of libr. 1, 133, 55). Hss.: Sangall. 869 s. X, 573 s. IX—X; Valentian.
!) Vgl. hierzu auch 1, 11, 24 p. 284 (16,2. 19, 12. 35). 3, 295 p. 313. 4, 146 p. 340;203. 83. 5, 3 p. 419.
2 ) Pormulae Merow. et Karol. aevi ed.Zeumer p. 376 n. 25.
s ) Neues Archiv 17, 263—279.
4 ) A. a. O p. 376, 15 De cetero cognovitalmitas vestra me in presentia vilissimis vesti-bns meineri(\) et nil pargamenis uti nisi mihiexcellentia vestra consueta ope subveniat. Adal-gis' Name steht im Nekrolog des Klosters
(Necrol. Germ. ed. Piper 1,156 N. 16, 8). DasAkrostichon der von Walahfrid seinem Briefeangehängten Verse ist Adalgiso danda.
6 ) So Vs. 446—465 über Karl den Großen,von dem erzählt wird animal laeerare oiriliastantis . . . quoniam bona facta libidine tttrpiFedavit. So rächte man sich im Kloster fürgewisse Erscheinungen in der Kaiserfamilie.
6 ) Damit in Verbindung die vod Wa 11 e n -bach c 1, 277 f. abgedruckte Visio cuiusdampauperculae mulieris.