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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Alchvine. 273

42. Alchvine (Alkuin).

Alchvine so lautet der ursprüngliche Name, der vom Träger selbstungemein mannigfaltig latinisiert und geschrieben worden ist stammteaus Northumbrien und ist um das Jahr 730 aus vornehmem Geschlechtegeboren. Frühzeitig regte sich in ihm die Liebe zu den Wissenschaften under trat bald in die Schule von York ein, wo er erst den Brzbischof Egbertund dann dessen Nachfolger Aelbert 1 ) als Lehrer hatte. Im Jahre 778übernahm er selbst das Amt Aelberts, der ihm auch reiche Bücherschätzefür seine Tätigkeit überließ. Mit Aelbert hatte ihn ein sehr enges Ver-hältnis verbunden, da dieser ein ausgezeichneter Lehrer war, der den seitBeda betriebenen Unterricht in den freien Künsten musterhaft erteilte.Auch machte er mit Aelbert Reisen auf den Kontinent, wobei er nachMurbach kam und auch schon nach Rom gelangte; bei Gelegenheit dieserletzteren Reise hörte er in Pavia den Diakon Peter von Pisa mit einemJuden Lullus disputieren und auf der Rückreise ist er wohl ins Franken-reich gekommen und hat hier ehrenvolle Aufnahme erhalten, indem ernicht nur die Bekanntschaft der bedeutendsten Kleriker und Staatsmännermachte, sondern auch mit Karl zusammenkam. Alchvines geistliche Stel-lung selbst wurde durch den Wechsel im Jahre 778 Aelbert hatte aufseine Würden verzichtet und Eanbald war Erzbischof geworden nichtberührt, er blieb, und zwar für sein Leben, Diakon und gehörte als solcherdem Kloster an. Aber seit dieser Zeit begann für ihn der bedeutendeund wohltätige Einfluß, den er auf seine Schüler ausübte, von denen nichtwenige zu angesehener Stellung gelangten. So der Friese Liudger, späterBischof von Münster, der Ire und spätere Abt Joseph, Eanbald IL, derspätere Erzbischof von York, der spätere Abt Sigvulf von Ferneres, derDiakon Putul und Beornrad, nachmals Abt von Echternach und Erzbischofvon Sens. Doch der Wendepunkt seines Lebens sollte erst im Jahre 781eintreten. Er war nämlich von Eanbald nach Rom geschickt worden, umdas Pallium für diesen zu erlangen, und auf der Rückreise traf er in Parmamit König Karl zusammen. Dabei verpflichtete er sich, in die DiensteKarls zu treten, was ihm übrigens schon früher in England prophezeitworden war. Allerdings hatte er nicht die Absicht, sich dauernd ins Franken-reich zu begeben und in den Jahren 786 und 790793 treffen wir ihn wiederin der Heimat an; seit dem Sommer 793 bis an seinen Tod ist er aberdann der neuen Heimat treu geblieben.

Zunächst änderte sich hier im Leben des Gelehrten nicht vieles, dennder König berief ihn an die Spitze der Hofschule, so daß diese durch dieangelsächsische Wissenschaft und Gelehrsamkeit fortan geleitet wurde.Es mag für Alchvine um so leichter gewesen sein, diese Tätigkeit aus-zuüben, als mehrere seiner Schüler ihm später an den fränkischen Hoffolgten, vor allem der von ihm unzertrennliche Sigvulf. ferner Wizo undPridugis. Karl wußte die große und bedeutende Arbeit, die von Alchvine

') Auf ihn gehen vielleicht die Plinius- ] K. Rück, DieNat. hist. des Plinius im Mittel-exzerpte im Paris. 4860 s. X f. 9398 und 1 alter S. 46 ff. 54."Voss. lat. Q. 69 s. IX f. 39 b46 a zurück, s.

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 18