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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
Grundlage für die spätere Historiographie in Italien genommen wurde;s.die Zusammenstellungen bei Bethmann S. 316f. und 365 ff., sowie Waitzp.28,Die älteste urkundliche Erwähnung in alten Katalogen findet sich aus Montecassinos. VIII — IX (Traube S. 711 istoria longobardoru I), spätere sind s. IX in Reichenau undKonstanz, Graf Heccardus, s. XI Gorze, Egmond, Toul, Massay, Montecassino; sie fehlenaber auch nicht in Verzeichnissen des 15. Jahrh., s. Manitius, Neues Archiv 32, 665 ff., 1 )Waitz p. 42 f. — Hss. s. Bethmann S. 317 f., Waitz p. 28—42; Ergänzungen bei C. Ci-polla. Note bibliografiche p. 18—22. Die besten sind: Foroiul. cod. prof. 1 (vgl. Gius.Vet-tach, Paolo Diacono p. V) s. IX. 2 ) Havniens. coli. reg. ant. 2158 s. IX — X; Cheltenham. 1887s. IX—X: Lips. civ. 1. 60 s. IX—X; Vat. reg. 801 s. X: Rotomag. 28. 27 s. XI. Sangall, 635s. VIII — -IX. Giess. 688 s. IX. Kritische Ausgaben: MG. SS. rer. Langobardicarum et Italicarums. VI— IX p. 45—187 und Pauli hist. Langob. in us. schol. . . . recusa ed. G. Waitz. — VglWattenbach 1, 184 ff. Ebert 2, 42 ff.
Gedichte. Eine kritische Neuausgabe der Gedichte des Paulus gibtK. Neff (München 1906). Über einige wichtigere Stücke, die oben nochnicht besprochen sind, ist hier zu handeln. Gedicht auf den Comersee(in lande Larii lad), nach Traube S. 642 in Civate geschrieben; es enthälteine hübsche Naturschilderung von den Ufern des Sees, deren südlicheVegetation es geschickt hervorhebt (Neff S. 1 ff.). Das Gedicht auf dieSchlofibauten von Arichis zu Salerno N. 4 p. 15 nimmt im Vergleich dieserBauten mit römischen Tempeln Bezug auf die römische Geschichte Vs. 3lila (sc. Romulea templa) sed externis sumpsere augmenta rapinis Et Moexuviis miserorum ex orbe petiüs, Dum male perduntur viduatae civibus urbes.Im Verzeichnis zu Montecassino s. XV (Bibl. Casin. 1 p.*LXXXVII) heißt es:Versus Arichis principis. Inc. Sicut licet; da dies weder zu Carm. 4 I und IInoch zu 35 (Epitaph des Arichis) stimmt, und gleich darauf ein Gedicht (odereine Sammlung?) von Paulus folgt (Versus Pauli Diaconi Inc. Vulnera s...t(wohl finit zu lesen) et Caroli) 3 ) und daher beides derselben Sphäre ent-stammt, so folgt, daß die ganze poetische Korrespondenz des Paulus mitKarl nicht erhalten ist und daß entweder ein Gedicht von Paulus auf oderfür Arichis oder ein solches von Arichis selbst verloren ging. 4 ) — DasGedicht an Karl N. 22 ist die Antwort auf N. 21 (von Petrus im NamenKarls verfaßt) und gibt in scherzhaftem Tone Auskunft über die in N. 21gestellten Anfragen: aus 21, 13 geht aber hervor, daß Karl die Fragenschon früher an Paulus gerichtet hatte Sed causas mentis clausisti frontesepirtchro Demissa tres, de quibus haut responsa dedisti. Besonders geistreichweist Paulus die Forderung aus 21, 17—20 zurück, indem er 22, 27 erklärt,der Dänenkönig Sigifrid werde ihn nicht mit dem kleinen Finger anrühren,wenn er erfahren, daß er ein Untertan Karls sei. Zur Rätselkorrespondenzgehören N. 17—22; für 19 gibt Dümmler (Neues Archiv 17, 397) kritischeNachträge aus Oxon. Bodl. Addit. C. 144 s. XI und weist weitere Benutzungvon Calpurnius und Nemesian 5 ) nach. Drei der wichtigsten Gedichte der
') Hierzu kommt der von C. Cipollaa. a. O. S. 24 genannte Causidico Veronese 1247(Archiv. Veneto 26, 169).
2 ) Genauer Abdruck der Hs. von Gius.Vettach, Paolo Diacono. Studi. Estr. dall'Archeografo Triest. N. S. 22 fasc. 2. Trieste1899, S. 1—141.
3 ) Auch dies Gedicht findet sich nichtin den Stücken des Paulus.
4 ) Denn an 22. 23 Sit licet kann nichtgedacht werden, da das Gedicht keine Be-ziehung zu Arichis aufweist. — Die Hs. istwohl unter Abt Desider geschrieben, sie stehtbei Petrus chron. mon. Casin. 3, 63 (MG. SS.7, 747) notiert als Versus Arichis Pauli etCaroli.
°) Die Ueberlieferung dieses bukolischenCorpus ist jung, Aufschriften werden erst