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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Paulus diaconus.

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gibt der abgerissene Schluß des Werkes und das Versprechen 6, 58 p. 186,27Caius (sc. Petri episcopi Ticinensis) nos aliquod miraculum quod posterioritempore yestum est in loco proprio ponemus; sie war also auf mehr als sechsBücher berechnet. 1 ) Wahrscheinlich sollte die Langobardengeschichte diefrühere Hist. Romana fortsetzen, indem aber Paulus hier zur Geschichte deseignen Volkes überging, hat er doch nicht unterlassen, eine Menge fremdenStoffes, besonders aus der Geschichte Ostroms und des Frankenreiches, seinerDarstellung einzuverleiben. Überhaupt verleitete ihn oft stoffliches Interessezu allerhand Abschweifungen, wie er auch zuweilen aus eigner Kenntnis nachmündlicher Übei'lieferung berichtet, wie 1,2 p. 48, 18ff. über Skandinavien, 1,6p.51, lOff. über die Insel Evodia, 1, 15p. 19ff. über Amazonen in Germanienusw. Seine Quellen sind, außer den schon genannten, Vergil mit seinemKommentator Donatus es ist nicht, wie Bethmann bei Waitz p. 85 glaubt,Servius Plinius, Justin, Aurelius Victor, Jordanis, Eugippius, LiberPontificalis. Marcus von Montecassino, Gregor von Tours, Venantius Fortu-natus, Gregor I. (Dialoge und Briefe), Isidor (Etymologien und Chronik),Beda (Kirchengeschichte und Chronik), das Provinzenverzeichnis von Italienund endlich, abgesehen von minder Wichtigem, Paulus eigner Auszug ausFestus. 2 ) Über Benutzung eines Provinzenverzeichnisses spricht Paulusselbst 2, 20 p. 84, 12 quia in catalogo provinciarum Italiae minime ab anti-quis descripta est; Waitz p. 26 und 188 hält den Abschnitt Item de provin-ciis Italiae im Matrit. A 16 s. X f. 190 für die Quelle des Paulus (heraus-gegeben von Waitz p. 188 f.), während Mommsen (Neues Archiv 5, 51 ff.und Auct. ant. 11, 524) das Gegenteil behauptete, und K. Neff (NeuesArchiv 17, 207) nachweisen zu können glaubte, daß dieses Verzeichnis sichauf Hist. Lang. 2, 1423 und zwar auf eine dem Trevir. 1142 s. X ähnlicheHs. stütze; C. Pascal (Arch. stör. ital. Ser. 5 t. 39, 101105) meint, daß dievon ihm herausgegebene Schrift De terminatione provinciarum Italiae Quellefür Paulus gewesen sei. Das Werk ist in hohem Grade wichtig, da esallein jenen Stoff zur Verarbeitung gebracht hat, wenn diese auch oft ober-flächlich genug ist. Es ist der Langobardengeschichte vielleicht zugutegekommen, daß Paulus, obwohl Mönch, den bedeutenden Wert von Sagenund volkstümlicher Überlieferung zu schätzen wußte, was um so mehr zubewundern ist, als er einer der tüchtigsten Gelehrten der ganzen Zeit war. 3 )So ist das Werk trotz seiner mangelhaften Form unschätzbar, und das hatman frühe erkannt, indem man es im Mittelalter häufiger abschrieb alsdie meisten anderen historischen Werke von Bedeutung. Zugleich aberzeigt sich seine Bedeutung darin, daß es nicht nur im Mittelalter ungemeinhäufig benutzt und angeführt, sondern auch häufig fortgesetzt und als

') Dazu hat K. Neff a.a.O. S.32f. nach-gewiesen, daß die Sprache in den letztenBüchern nicht so rein ist wie in den früheren;Paulus ist also nicht zu nachträglichen Ver-besserungen gekommen. Siehe auch Waitz,Neues Archiv 1, 539 f. und Ausgabe p. 27.Wer das Werk herausgegeben hat, ist nichtmehr zu erkennen, Paulus selbst hat es auchhinsichtlich der früheren Bücher kaum getan.

s ) lieber die Quellen s. R. Jacobi a.a.O.S.487 (daselbst S. 89100 Angabe der Quel-len für die einzelnen Abschnitte des Paulus)und Waitz p. 25 f.

3 ) Eigentlich ist nur Widukind von Kor-\vei mit ihm zu vergleichen, der freilich trotzseiner gezierten, sallustischen Schreibart sti-listisch nicht an den ganz eigenartigen Paulusheranreicht.