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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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268 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

an, die Origo gentis Langobardorum, etwa 671 geschrieben, die vonder skandinavischen Urzeit bis zu König Perctarit führt. Die kleine Schrift,die Mommsen (Neues Archiv 5, 57 ff.) für einen Auszug aus Secundus (s. unten)hält,?) wird seit dem 14. Jahrhundert mehrmals erwähnt, nämlich in Auf-schriften aus Arezzo, Florenz und TJrbino (s. Manitius, Neues Archiv 32, 664).Sie findet sich vor dem Edictum Rotharis im Matrit. D 117 s. X, in einemCavensiss.XI und in einem Mutinensis arch. canon. s. X, in stark abweichenderund interpolierter Gestalt (aus s. IX) in einem Gothanus s. XL Beide Fassungenherausgegeben von G. Waitz. SS. rer. Langob. p. 26 und 711. Vgl. überdie Hss. und die Benutzung der Schrift durch Paulus Bethmann S.351365.Bedeutend wichtiger ist

Secundus von Trient, der von Paulus mehrmals genannt wird.Nämlich Eist. Lang. 4, 40 p. 133, 18 heißt es Sequenti qicoque mense Martiodefunctus est (Jahr 612) aput Tridentum Secundus servus Christi, de quosaepe iam diximus, qui nsque ad sua tempora succinctam de Langobardorumgestis conposuit historiolam; 3, 29 p. 108, 20 Mirandum sane est, cur Secundusqvi aliqua de Langobardorum gestis sr.ripsit, lianc tantam eorum victoriampraeterierit; 4, 27 p. 125, 16 puer Adaloald, filius Agilidfi regis . .. susceptusde fönte est a Secundo servo Christi de Tridento, cuius saepe fecimus men-tionem. Aus dem Fragment einer von Secundus geschriebenen Urkunde(gedruckt bei Bethmann S. 350 f., Waitz p. 25 n. 3) ergibt sich, daß Secundusim Jahre 580 seit vierzehn Jahren Geistlicher war. Ferner sind drei BriefeGregors I. an ihn erhalten und in einem vierten nimmt der Papst Bezugauf ihn (s. R. Jacobi, Die Quellen der Langobardengeschichte des P. D. S. 63 f.);aus dem letzten Briefe geht hervor, daß Secundus Abt war. Jedenfallshat Paulus viel aus dem Werke des Secundus entlehnt, a ) undR. Jacobi a.a.O.S. 6571. 7380 hat nachgewiesen, daß es für Paulus eine gute Quellefür die Zeit Agilulfs bildete, daß es wohl mit den Zeiten Alboins begann 3 )und daß es in der Art von Annalen abgefaßt war. Es ist wohl auf Ver-wechslung mit dem Secundus philosophus 4 ) zurückzuführen, daß nach Emmert(Mone, Anz. f. Kde d. dtsch. Altert. 1839, 282) im 12. Jahrhundert sich eineHs. des Secundus zu Brixen befunden haben soll.

Die Origo und Secundus sind die beiden langobardischen Quellen, diePaulus in der Historia Langobardorum zugrunde legte. Das Werk ist inMontecassino verfaßt (s. 1, 26 p. 68, 25 Hie autem hoc est in Cassini arcemperveniens; 6, 40 p. 178, 24 hunc Cassinum castrum petiit) und zwar alsPaulus aus dem Frankenreiche dorthin zurückgekehrt war (s. 2, 13 p. 80, 13Ad- cuius (sc. Fortunati) tumidum cum illuc orationis gratia adventassem; 1, 5p. 50, 11 Ego autem in Gallia Belgica in loco qui Totonis villa dicitur constitutusstatus mei umbram metiens decem etnovem et semis pedes inveni). Daß seine Arbeitmit dem Tode Liutprands (6, 44, Jahr 744) nicht zu Ende geführt ist, er-

') Dagegen G. Waitz, Neues Archiv 5, I 3 ) Sicher ist, daß es vor 588 begann,

421, dafür L. Schmidt, ib. 13. 236. 391 ff. I s. Jacobi S. 65.

Die Ansicht Mommsens bekämpft A. Vogel er, ! 4 ) Von dessen Dicta oderSententiae finden

Paulus D. u. d. Origo gentis Langobardorum i sich auch einige Aufschriften aus Italien im

(Progr. v. Hildesheim 1887) S. 3 13. j Mittelalter, allerdings noch nicht aus dem

2 ) Trotz Vogeler a. a. O. S. 13 ff. 12. Jahih.