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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Paulus diaconus.

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gewendet und ihm ein solches Werk aufgetragen. Der König sprichtHerüber in einem Rundschreiben 1 ) an die Bischöfe (zwischen 786 und 800)ed. Boretius, Capitularia reg. Franc. 1,81,1 Idque opus Paulo diacono familiariclientulo nostro elimandum iniunximus scilicet ut studiose catholicorum putramdicta percurrens . .. Qui nostrae celsitudini devote parere desiderans, tractatusatque sermones diversorum catholicorum patrum perlegens et optima quaequeclecerpens in duobus voluminibus per totius anni circidum congruentes cuiquefestivitati distincte et absque vitiis nobis obtulit lectiones (es folgt der Befehlan die Geistlichen, von der Sammlung Gebrauch zu machen). Karl wolltealso die Predigten der Vorzeit in einem fehlerfreien und deutlich ge-schriebenen, 2 ) für den Gebrauch bequemen Exemplare zusammengestellthaben. Er wandte sich an Paulus jedenfalls nicht nur wegen dessen Kennt-nis der Sprache, sondern auch weil dieser in Italien das Material leichterbeschaffen konnte. Denn daß das Werk hier entstand, ist zweifellos, s. DahnS. 52ff.; ja daß es im Kloster Montecassino zusammengestellt wurde, er-geben die Worte im Widmungsgedicht an Karl (PL. 1, 68 N. 34, 7) Eniutus patris Benedicti mira patrantis Auxilio meritisque piis vestrique fidelisAbbaus dominique mei. Es ist das Homiliar Karls des Großen, s. Hauck 22,246 f. 3 ) und besonders F.Wiegand, Das Homiliarium Karls des Großen 1897,.Hier treten neben Maximus von Turin und Beda Leo, Gregor, Augustin,Chrysostomus, Hieronymus und Origenes hervor, s. Wiegand S. 79ff.

Das Werk wird in alter Zeit nicht häufig genannt oder bezeugt, zuerst in St. Wan-drille s. IX (Gesta abb. Fontanell. ed. Löwenfeld p. 54) Collectaneos chws super mini circuloPauli diaconi Volumina duo. Später (s. Traube S. 699) schenkt ein Ebrardus ein Exemplardem hl. Germanus zu Auxerre (s. die Widmung PL. 1, 432, vgl. 429 und Traube S. 699).Daß Otfrid von Weißenburg seinem Evangelienbuche den Text des Paulus untergelegt hat,wies L. Loeck (Die Homiliensammlung des P. D. etc. S. 739) im einzelnen nach; freilichist hierzu der Text bei Migne 95 benutzt, nach Rose p. 84 II ist aber der echte Paulusnoch nie gedruckt -worden. 4 ) Da Otfrid aber in der Zeit Ludwigs des Deutschen lebte, soist der Nachweis Loecks jedenfalls richtig. Höchstwahrscheinlich gehört aber auch eineder beiden in Reichenau 821 (B. 6, 372 ff. und 375 ff.) genannten Homiliensammlungen demPaulus an, um so mehr, als Caroliruh. Aug. 29 und 19 aus Reichenau stammen, und schonMabillon, Annal. ord. S. Ben. 2, 329 (1704) auf zwei alte Reichenauer Hss. hinwies, welchedie späteren Interpolationen (aus Heine von Auxerre, Haimo von Chalons u. a.) nicht be-saßen. Hss.: Nach P. Wiegand a. a. 0. S. 510 bilden die Grundlage für den richtigenText Monac. 4533 und 4534 s. X XI (s. X nach Rose p. 87 I). Andere wichtige Hss. Carol.Aug. 29 und 19 s. IX. Leid. Voss. qu. 4 s. X (enthält nur Inhaltsübersicht). Casin. 353 s. X,weitere, auch englische s. C. Cipolla, Note bibliograflehe etc. p. 15 f. Ueber Bamberg. B. I. 3s. IX vgl. Leitschuh, Verz. d. Hss. d. kgl. Bibl. z. Bamberg 1, 1, 539 f. Vgl. außerdemG. Morin, Rev. Bened. 15, 400403.

Historia Langobardorum. Äußerst dürftig ist, was wir von derGeschichtschreibung der Langobarden vor Paulus wissen. An das EdictumRotharis 5 ) knüpfte sich eine kurze Geschichte von der Herkunft des Volkes

') Dies sowie die Verse des Paulus nachAug. 29 und Monac. 4533 neu hrsg. von F.Wiegand, Das Homiliarium Karls d. Gr.S. 14 ff. Hierauf das Verzeichnis der Homilienund Perikopen S. 1765 (HO + 134 StückeWinter- u. Sommerteil, ohne die Einteilungde tempore und de sanetis).

) So bat auch Karl 787 um eine fehler-freie Abschrift der Regula Benedicti; s. dieAntwort Theudemars MG. Ep. 4, 509 N. 13.Zur Bedeutung des Homiliars für das Mittel-alter s. Wieg and S. 83 ff., besonders S. 8996.

3 ) Vgl. auch L. Loeck, Die Homilien-sammlung des Paulus Diakonus, die unmittel-bare Vorlage des Otfridischen Evangelien-buchs S. 5 f.

4 ) Loeck S. 7 n. * hat auch die mannig-fachen Abweichungen von Migne gegen dieälteren Drucke bemerkt. Migne 95 stütztsich auf die ed. Colon. 1539. Ueber Verkür-zung des Inhalts in den Drucken handeltP. Wiegand a. a. O. S. 2.

'<) E.Bernheim,NeuesArchiv21,373ff.