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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
Änderung, die vielleicht aus einem Glossar genommen ist) und zu 4, 18p. 394 (Paulus p. 280, 15). Nach G. Goetz sind die Glossen in viele spätereGlossare übergegangen, nämlich in das zweite Glossarium Salomonis (ge-druckt Augsburg zirka 1483), in die Panormia von Osbern, in die Derivationesdes Hugutio und in das Catholicon des Johannes de Janua. Paulusglossenfinden sich auch im Vatic. 1469 (Goetz, Corp. gl. lat. 5, 520 ff.) und imPhillipp. 4626.
Die Handschriften des Werkes zerfallen nach E. Thewrewk de Ponor (MelangesGraux, 1884, p. 659 ff. und S. Pomp. Pesti quae supersunt . . . p. VII) in zwei Klassen; diebessere besteht besonders aus Troyes 2291 s. X—XI, Monac. 14734 s. X, Escurial. 0. III 31;die zweite namentlich aus Vindob. 142 s. X und Guelferbyt. 10. 3 qu. August, s. X. AndereHss. s. bei de Ponor p. VII und bei C. Cipolla, Note bibliografiche etc. p. 31 f. Ausgaben:Mit Pestus zusammen bei C. 0. Müller, S. Pompei Pesti de verborum significatione quaesupersunt cum Pauli epitome (Lips. 1839) p. 1—379 und bei Aem. Thewrewk de Ponor,S. Pompei Pesti . . . quae supersunt cum Pauli epitome (Budapest 1890) tom. 1. (Da Bd. 2nicht erschienen ist und in 1 leider alles außer dem Text fehlt, so ist die Ausgabe vonMüller immer noch notwendig, die 1880 in zweiter unveränderter Auflage erschien.)
Homiliensammlung. Schon um die Mitte des 8. Jahrhunderts ver-faßte Alanus (f 770) in Farfa (in territorio Sabiniensi heißt es im Prologe)eine Sammlung von Homilien, 1 ) die sich in mehreren Münchner Handschriftenfindet. Der Prolog ist abgedruckt bei V. Rose, Die lat. Meermanhss. desSir Thom. Phillipps i. d. kgl. Bibl. zu Berlin S. 86 II, vollständiger jedoch undmit deutlicher Beziehung auf Farfa bei A. Ratti (Rendiconti d. r. ist. Lomb.di sc. e lett. Ser. II, t. 33, 1—9), 2 ) so daß die Priorität der Alansammlungerwiesen ist (s. V. Rose, Verz. d. lat. Hss. d. kgl. Bibl. zu Berlin II, 3, 1324).Hss.: Monac. 14368 s. IX über alan (Sommerteil), 4564 s. IX (Winterteil),4547 s. IX (Sommerteil), 7953 s. XII (vollständig), 18091 und 18092 s. XIund X (Winterteil); vgl. Pez, Thesaur. anecdot. 3, 3, 629; Rose, Meermanhss.S. 86 II. Diese Sammlung ist mit Ausnahme der Vorrede und abgesehenvon Kürzungen und Abweichungen vollständig verwertet als neue Sammlungvon Bischof Egino von Verona (seit 799 in Reichenau, f 802), 3 ) der eineneue Vorrede zu dem Werke schrieb (Arbiter excelsi poli, pater'futuri seculi,Egino presuli tuo famido redde mercedem optimam qui liunc librum seribereivssit etc., s. Rose p. 81 1), das er dann kopieren ließ. Der Schreiber selbstsetzte einen Prolog in sehr schlechtem Latein vor (promptissima -cupiensvenerabiübus patribus obtemperare voluntate, quia id me fieri iusserunt, quam-quam paapercidus ingenii hoc opusculum indoctus adsumpsi etc., s. Rose p. 81 II).Das Original hat sich erhalten im Berol. Meerm. 50 (Phillipp. 1676) s. VIII(aus Verona wohl von Bischof Deodericus von Metz seiner Stiftung St. Vincenzin Metz geschenkt), s. Rose p. 77 II; alte Wiederholung mit Ergänzung ausder Sammlung des Paulus im Anfange ist Monac. 17194 s. IX f. 28—172,s. Rose p. 85 f. Die Eginosammlung besteht hauptsächlich aus Predigtenvon Augustin und Leo (außerdem Maximus, Fulgentius, Gregor, Ambrosius,Isidor u. a.) s. Rose p. 84 IL
Die Sammlung des Paulus ist von der Eginos unabhängig, aber wahr-scheinlich durch sie hervorgerufen worden. Karl hatte sich an Paulus
') Es ist die älteste Predigtsammlung 3 ) Vgl. Hermanni Contr. chron. ad 802
per circulum anni. (MG. SS. 5,101). — Zu Egino s. auch F. Wie-
2 ) Vergleich mit der PaulussammlungA. Ratti, daselbst S. 482.
gand, DasHomiliarium Karls d. Gr. etc. S.3f.