Paulus diaconus. 265
abstrusa penitus stilo proprio envcleans, nonnulla ut erant posita relinquens.Daß das Werk dem Paulus Diaconus gehört, steht seit der Arbeit vonK.Neff (De Paulo Diacono Festi epitomatore, Kaiserslautern 1891) unbedingtfest. Denn Neff untersucht p. 4—33 ausführlich den Sprachgebrauch desPaulus (p. 8 f. Hinneigung zur poetischen Sprache, p. 11 ff. Reichhaltigkeitdes Ausdrucks, 17 f. der Gebrauch des Acc. abs. zurückgewiesen) und bringtp. 34 eine Reihe Stellen, aus denen die Bekanntschaft der Hist. Lang, undder Expositio in reg. S. Bened. mit dem Festusauszuge hervorgeht (p. 36Vorliebe in der Hist. Lang, und in der Hist. Rom. für Worterklärung) undgibt S. 37 ff. endlich den Nachweis, daß die Sprache des Paulus in seinenWerken identisch ist mit der Sprache im Widmungsbriefe zur EpitomeFesti. Ferner stellt -Neff p. 41 ff. die Art der Exzerption gegenüber demOriginal fest und sucht den Anteil des Paulus in den verlornen Festus-partien zu ermitteln. Das Urteil fällt bedeutend günstiger aus als beiO.Müller und Teuffei, doch wird das hohe Lob Mommsens (Neues Archiv 5, 55)etwas eingeschränkt. — Der Archetypus (einziger V) des Festus lag schonlange jedenfalls in Unteritalien, wahrscheinlich in Montecassino, das bezeugendas Glossar im Vatic. 3321 s. VII, wie auch das im Casin. 439 (s. Goetz,Corp. Gloss. lat. 4,1 ff.), ferner die Glossare im Vatic. 1469 und Casin. 90 (Corp.Gloss. 5, 520 f.). Paulus hat daher in Civate für die Expositio andere Ex-zerpte benützen müssen, s. Traube S. 708. Daß das Werk des Paulus — seinTitel ist jedenfalls Glosa — auf dem Archetyp des Farnesinus beruht, istnachgewiesen durch C. 0. Müller (Vorrede zur Ausg. p. XXXII. VIII) und6. Goetz (Nova meletemata Festina, Jena 1887, p. Vif.). An selbständigeSonderüberlieferung anderwärts ist kaum zu denken und die beiden mittel-alterlichen Aufschriften l ) aus Cluni s. XII (Delisle, Le cab. des mscr. 2, 459 ff.N. 328) et Über Festi Pompeii ad Arcorium Rufum und aus Glastonbury 1247(loh. Glaston. chron. ed. Hearnell, 441) liber Pompei de significacione verborum.legibüis beziehen sich wohl ebenfalls auf Abschriften des Casineser Originals,zu denen wohl indirekt der Auszug des Paulus die Veranlassung gab.Dieser findet sich in mittelalterlichen Bibliotheken nur selten erwähnt,nämlich s. IX in Lorsch (B. 37, 492 = 38, 111) Glosae Pauli Diaconi (undwohl in Konstanz (B. 15, 332) Excerpta Pompeii 1), s. X in Montierender(B. 41, 23) Excerpta ex libris Pompeii Festi, s. XV bei Sixtus IV. (ExcerptaFesti et Placidus grammaticus. 2 ) Excerpta Festi usque ad litter am N) undin Rieti {Festus Pompeius in papiro per alphabetum. Inc. Augushis, finit quodistuc tarn cupide cupis). Benutzung s. IX wies ich nach in meiner Ausgabedes Anon. de situ orbis (Stuttg. 1884) 1, 8 p. 15, 10—15 (= Paul. ed. Müllerp. 18, 1—3). Außerdem wird das Werk von Hincmar in causa HincmariLaud. 10 (Migne 126, 317 B) benutzt (ed. Thewrewk p. 281, 4L). ZweiStellen schreibt im Anfang des 10. Jahrhunderts der Scholiast (der Dichter?)zu den Gesta Berengarii ab, nämlich zu 1, 62 (PL. 4, 360) aus Paulus (ed.Thewrewk p. 59, 27ff., mit kleinen Auslassungen und am Schluß mit einer
') Aus der Humanistenzeit gibt es mehr | Festus oder Paulus gemeint ist.
Aufschriften, nämlich in der Bibliothek Six- ' 2 ) Beides in derselben Ordnung wie im
tuslV. (3), in Venedig (1), Urbino (1) und in . Viterb. d. 44 s. XV, cf. Sabbadini, Le sco-
Rieti (1); freilich ist nicht überall klar, ob perte dei codici latini e greci etc. S. 134 n. 34.