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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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241
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Historia Britonum. 241

Isidori chronica, Gildas, 1 ) eine Weltkarte ähnlich der Tab. Peutingeriana,eine germanische Völkerkarte, eine verlorne und auch von Beda benutzteVita S. Germani Autissiod. Manches klingt bei ihm an alte Volksüberlieferungan und stimmt zu dem Lebor Gabala, s. Zimmer S. 215f., 225f. DurchAuffindung des cod. Carnot. ist die Vermischung von römischer Überlieferungmit heimischer Erzählung klar hervorgetreten.

Von Nennius' Überarbeitung ist nur ein kleiner Teil erhalten (inMommsens Ausgabe neben dem ursprünglichen Werke gedruckt), sie wirdetwas ergänzt durch die um 1072 durch Gilla Coemgin verfaßte irischeÜbersetzung; 2 ) Zimmer S. 114, Mommsen S. 131. Anfang des Nennius(p. 143, 6 M.) ,Ego Nennius Elvodugi discipulus aliqua excerpta scribere curaviquae hebitudo gentis Britanniae deiecerat quia nullam peritiam habuerunt nequeuttam commemorationem in libris posuerunt doctores illius insulae Britanniae.Ego autem coacervavi omne quod inveni tarn de annalibus Romanorum quamde cronicis sanctorum patrum id est Hieroriymi Eusebii Isidori Prosperi etde annalibus Scottorum Saxonumque et ex traditione veterum nostrorum'.

Die Hist. Britonum 3 ) ist kein einheitliches Werk, sondern eine ganzeReihe von kleineren Schriften, die in den Hss. in verschiedener Ordnungtiberliefert werden. Nach dem Harlei. 3859 ist die Ordnung folgende:1 Computus und De sex aetatibus mundi. 2 Historia Britonum. 3 VitaPatricii (s. Zimmer S. 116f., 208f.; ist aus zwei im Armaghbuch überliefertenSchriften kompiliert und daher ohne Wert). 4 Arthuriana. 5 Genealogiaeregum Saxonum mit Computus. 6 Annales Cambriae, die ältesten bisJahr 954 reichenden (herausgegeben von Egerton Phillimore, Y Cymmroda,the magaz. of the soc. of Cymmrodorion IX, 141). 4 ) 7 Stemmata Wallisica(herausgegeben von Phillimore). 8 Civitates Britanniae. 9 Mirabilia Britan-niae. Hieraus ergibt sich der seltsame Charakter des Werkes, das aller-dings nur in mehrfacher Überarbeitung vorliegt. Der wichtigste Teil istdie Historia Britonum, die sich besonders mit der Geschichte Vortigernsbeschäftigt. Die Sage überwuchert die Geschichte jedenfalls vollständig;z.B. S. 147, 1 M. ,Brittannia insida a quodam Bruto conside Romano dicta'(Bruto, der erst die Stadt Tours gründete, ehe er nach Britannien kam,ist der Sohn des Silvius, der Enkel des Aeneas), 6 ) 153, 9 quando regnabatBritta in Brittannia, Hell sacerdos regnabat in Israhel. Die Iren stammenangeblich von einem vornehmen Skythen ab, der zur Zeit des Durchzugsder Juden durchs Rote Meer aus Ägypten vertrieben wurde und sich schließ-

') Nach Zimmer außer Gildas selbstnoch eine bis 679 reichende und nur hiererhaltene Fortsetzung von dessen Werk.

2 ) Zimmer, Nenn. vind. S. 4953 und115 legt dar, daß die von Gilla benutzte Re-zension auf der Insel Anglesey bald nach 810entstand. Der Redactor nennt den Presb. Beu-lan als seinen Lehrer und diesen führt Zim-mer, Neues Archiv 19, 667 ff. auf den aus der

Worten ,ut in Eutropio Anglorum reperi-tur'. Man erkennt, welche typische Bedeu-tung der magere Eutrop im 11. Jahrh. gehabthaben muß.

4 ) N. 6 und 7 fehlen in MommsensAusgabe.

b ) Scheint von einem Interpolator desLambert von St. Omer (im Liber floridus) be-nutzt zu sein nach den Worten bei Delisle,

Vita Cybi bekannten Schüler dieses Heiligen . Not. et Etr. 38, 643 N. 86 (aus einer Randnote

Peulan zurück.

3 ) Das Chron. Vedastinum (MG. SS. 13,674) zitiert die Stelle p. 163, 2 M. mit den

Handbuch der k] ass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 16

des Leid. Voss. fol. 31 f. 9 b). Zu Nennius vgl.daselbst p. 640 N. 78; p. 644 N. 87.