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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Himmelspforten und Himmelsrichtungen; somit stellt das erste Buch eineallgemeine Erdkunde, freilich der wunderlichsten Art, dar. Mit dem zweitenBuche geht Aethicus zu seinen Reisen über, die sich zunächst von Taprobane 1 )bis zu den Säulen des Herkules erstreckt hätten. Über Galicien und Canta-brien sei er nach Hibernia und Britannien und nach Thyle gelangt. Vonder Nordinsel Munitia kam er nach Germanien und zählt unter dessenVölkern Türken, mäotische Alanen, Hunnen, Frisen, Dänen, Finnen, Riphäerauf, was eine nette Völkerkarte ergibt; desgleichen werden die mäotischenSümpfe in Germanien angeführt. Im dritten Buche sollen die Völker denAnfang bilden, von denen das Alte Testament nichts weiß. Von den Völkerndes Nordens, den Griphen und den Anwohnern des Tanais, geht er zu denTürken über (c. 32 p. 18. 22 Turehos enim alia scriptum omittit) 2 ) und knüpftan diese ein Stück Alexandersage an. Hierauf spricht er von völlig fabel-haften Inseln Germaniens Viarce und Bridinno, 3 ) auf denen die Menschenkaum eine EHe Höhe erreichten und mit großem Erfolg Hirsearten in denSand am Strande säten. Und von den Bewohnern der Gadaronten 4 ) Wuttke S. XLV versteht darunter Finnland weiß er zu berichten, daßsie Wilde seien, aber durch ihr Flötenspiel eine große Menge Sirenen an-reizten und hauptsächlich von Handel lebten. Ihre Schiffe seien nach Artder Pyramiden gebaut und gegen die Gewalt der Stürme äußerst standhaft.Und ähnliche Fabeleien werden von den Inseln erzählt, die angeblichMeoparoniten heißen, ferner von den Nordinseln Rifarrica, Bizas undCrisolida. Im vierten Buche findet sich lediglich eine Zusammenstellungder verschiedenen Arten der Schiffe, die nach Isidor Et. 19, 1 gearbeitetist und zuweilen überaus törichte Zusätze zum Text Isidors bietet. 5 ) ImBeginn des fünften Buches gibt der Name Japhets Veranlassung zu Aus-fällen gegen andere (nicht genannte) Autoren und gegen Häretiker, und dieErzählung wendet sich dann nach Asien unter völliger Verwirrung derAngaben Isidors und mit Erwähnung einer ganzen Menge völlig unbekannterVölker und Gegenden. Dieser Bericht wird im sechsten Buche fortgesetztund dann kommt der Autor nach Europa und erwähnt, daß er in Griechen-land 6 ) wegen des Verkehrs mit dem Philosophen Fabius fünf Jahre (!)geweilt und hier durch sein Wissen alle Gelehrten beschämt habe. Hierwechseln Stücke aus der Alexandersage mit den kühnsten sonstigen Fabeleienab. Daran schließt sich die Aufzählung der Inseln des Mittelmeers und einziemlich ausführlicher, aber ganz sagenhafter Bericht über die geschichtlichenVerhältnisse von des Autors angeblicher Heimat, mit dem er die Trojanersage

') Man sieht schon hier die reine Er-findung, denn Aethicus würde kaum die Reisevon Europa nach Taprobane unberührt ge-lassen haben.

2 ) Das ist natürlich ein erwünschter Grundzu unerhörten Fabeleien.

3 ) Wuttke S. XLIII f. vermutet Usedomund Wollin unter diesen beiden Namen (!); s.hierzu Roth 1854 S. 273.

4 ) Was Aethicus über Viarce und Bri-dinno, über die Gadoronten usw. mitteilt, hatder Anonymus de situ orbis (ed. Manitius)

p. 3436 kompiliert; die Nachrichten bildenden Anfang von dessen 1, 14 De insulis Ger-mania».

5 ) So 47 p. 32, 8 Trieris navis magna extribus navibus fabricata oder 46 p. 31, 34 Cöl-lones . . . pellibus ursorum et Mrcorum in al-tum quasi colla circumdata parvolis fenestellisquattiwr in ipsis pellibus u. a.; 50 p. 33,1418scheint metrisch gebaut zu sein.

6 ) 78 p. 58, 34 Attica . . . inter Mache-doniam et Achaiam media iacet(l).