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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Aethicus cosmographus.

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der Annales Quedlinburgenses und in der Chronikensammlung von St. Denis im 12. Jahrb.Diesem Verhältnis entspricht auch das Alter der Hss., deren Mehrzahl s. IXXII geschriebenist Krusch p. 220233 verzeichnet fünfzig Codices, darunter von A: Bern. 599 s VIIIParis. 5596 und 10911 s. IX. Camarac. 711 s. IX. 1 ) Petropol. F. IV. 4 s. IX. Vat. reg 713s. VIIIIX; von B: Mus. Brit. Arund. 375 s. IX. Montepess. H 360 s. IXX. Vat. Ottob. 663s. VIII. Leid. Voss. oct. 86 s. IX. Aufschriften in alten Katalogen sind häufig, freilich derTitel 2 ) kann irreführen, da auch andere Werke damit bezeichnet wurden; Zusammenstellungvon Manitius, Neues Archiv 32, 658 f. Ausgaben: Bouquet, Recueil des hist. des Gaules2.540; besonders von Krusch, SS. rer. Merov. 2.238328 (mit nebengedruckten Ab-weichungen der Bearbeitung B). Allgemeines: Wattenbach 1, 118120. Ebert 1, 608.Teuffel-Schwabe §499,4. Brosien, Krit.Unters, d. Quellen z. Gesch. Dagoberts I. S.4144.Breysig, Karl Martell S. 112.

37. Aethicus cosmographus.

Unter diesem Namen erst später wird er zu Ethicus wird einfrüh benutztes und s. IX XI oft abgeschriebenes Werk überliefert, dasohne Zweifel der Schwindelliteratur angehört. Es gibt sich nämlich ausals eine durch Hieronymus angefertigte Übersetzung eines griechischenOriginals und als solche ist es jedenfalls von Anfang an herausgegebenworden. Denn auf Hieronymus bezieht sich nicht nur der älteste Benutzer,der Fortsetzer der sog. Chronica Fredegarii, 3 ) sondern auch die ältestenAufschriften und Handschriften haben schon diese Bezeichnung. Daß dasWerk aber mit dem scharfsinnigen und sprachgewandten Bischof Hieronymusnichts zu tun hat, ist zur Evidenz bewiesen, und es kann sich in dem Titelnur um eine absichtliche Entstellung handeln, um die Schrift weiten Leser-kreisen zu empfehlen. Aber auch die sonstigen persönlichen Angaben desVerfassers scheinen erdichtet zu sein: der Bearbeiter des Buches imTitel steht Edicta Aethici philosophi cosmografi erzählt, daß Aethicusin Istrien als Philosoph berühmt gewesen sei und daß er eine Kosmographieund später ein Buch Sophogrammios (?) geschrieben habe. Zu seinerKosmographie habe er die Werke der Philosophen gründlich studiert (sollwohl heißen die Werke der alten Autoren), und es wird erwähnt, daß erin dem kosmogonischen Teile viel gegen den Hiarcas und andere Philo-sophen polemisiert habe, wie er auch gegen die Philosophen Cluontes undArgippus schreibe. An den Säulen des Herkules habe er sich ein Jahraufgehalten und mit den Philosophen Aurilius und Arboerates disputiert,die seine an sie gestellten Fragen nicht hätten lösen können. Von seinen

') Aus einer dieser Hs. sehr ähnlichenstammt die Bearbeitung B, vgl. Kruschp. 235 f.

2 ) Er heißt bis zur Ausgabe von Kruschstets Gesta Francorum oder Gesta regumFrancorum.

3 ) Br. Krusch hält allerdings die An-sicht fest, daß Aethicus aus den Gesta Fran-corum und der Hist. Daretis Frig. de orig.Francorum (ed. Script, rer. Merov. 2,199,25 =Aethicus p.77, 6 ff.) geschöpft habe, s. Wat-tenbach l 5 , 406 und besonders Script, rer.Merov. 2, 220 (doch sind die dort angeführtenGründe nicht zwingend und es wird einergenauen Sonderuntersuchung bedürfen). Jetzt

spricht sich Krusch sogar für die erste Hälftedes 9. Jahrb. als Entstehungszeit aus, s.Wat-tenbach l 6 , 111 n. 2. I 7 , 122 n. 4; aber dasWerk wird ja schon 821 in Reichenau und831 in St. Riquier erwähnt und in so späterZeit hätte der Fälscher kaum noch Glückgehabt mit der erdichteten Bearbeitung durchHieronymus. Ueberzeugt von der Benutzungdes Aethicus durch Fredegar ist v. Gut-schmid, Kleine Schriften 5, 424; dort auchS. 422 f. über das Verhältnis zur fränkischenTrojasage. Auch der Liber historiae Franco-rum c. 1 (SS. rer. Merov. 2.242,5 ff. und adn. 4)benutzt den Aethicus p. 77 W.