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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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219
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Gregor von Tours. 219

ein Werk über die Wunder des heiligen Martin verfaßt hatte, um dessenÜbersendung ihn Fortunat zum Zwecke der Verifizierung bat; dies sinddie vier Bücher Miracula de virtutibus S. Martini. Außerdem kennt Gregorden Prudentius, aus welchem er eine Anzahl Verse. freilich in sehr korrum-pierter Gestalt anführt (s. Bonnet S. 70 f.) und scheinbar das Gedicht(Lactantius) De phoenice, welches in der Schrift De cursu stellarum teilweisein Prosa aufgelöst wird. Nämlich die ersten Kapitel dieses Werkes (überdie doppelten sieben Weltwunder) hat Gregor vielleicht aus einer früherenDarstellung einfach abgeschrieben, und die Gleichheit der Erzählung mitVindob. 16 s. VIII IX (Ovidii Halieutica ed. Haupt p. 67) beruht darauf,daß jener Vindob. einen Teil dieses kleinen Werkes überliefert. Das be-deutendste Zeugnis von Kenntnis des Altertums 1 ) bei Gregor steht in derVorrede zu De gloria martyrum, wo Gregor sich der Beschäftigung mitder antiken Mythologie versagt ,Non ego Saturni fugam, non lunonis iram,non Iovis stupra, non Neptnni iniuriam. non Aeoli sceptra non Aeneada bellet,nanfragia vel regnet commemoro; taceo Cupidinis emissionein; non Ascaniireferam dilectionem hi/menaeosque lacrimets vel exitia saeva Didonis .. . nonreliquarum fabularum commenta quae hie auetor mit finxit mendacio aut versudepinxit heroieo. Diese Worte gehen auf die christliche Gesinnung desBischofs zurück und zeugen mindestens vom Studium Vergils. 2 ) Freund-schaft verband Gregor mit dem gewandtesten Dichter des Frankenreiches,Venantius Fortunatus, der nicht nur Gedichte an ihn, sondern eines auchan seine Mutter (10, 15) sandte, wie er ihm auch die ganze Sammlungseiner Gedichte widmete. Hingegen übersandte Gregor dem Fortunat seinWerk über den heiligen Martin und bat ihn, es in Verse zu bringen(Fortunat. ed. Leo p. 293, 11 ff.). Die Zeugnisse über das Leben Gregorssind zusammengestellt in der Ausgabe von Arndt p. 112.

Eigne Aufzählung der Werke am Ende der Hist. Franc. 10,31 (p. 449, 6 ff.ed. Arndt) ,Decem libros Historiarum, septem Miracidorum, unum de Vitapatrum scripsi; in Psalterii traetatu librum unum commentatus sunt,; de Cursibusetictm ecclesiastich unum librum condidi. Quos libros licet stilo rusticiori con-scripserim . ..' Nicht erwähnt sind hier ein Buch über die von SidoniusApollinaris' zusammengestellten Messen (Hist. Franc. 2, 22 p. 85, 4 Quod inpraefatione libri quem de missis ab eo compositis coniunximus plenius decla-ravimus; verloren) und eine lateinische Übersetzung der Passion der Sieben-schläfer, 3 ) wobei ihm der Syrer Johannes behilflich war (De glor. martyrum 94p. 552, 11 quod passio eorum quam Siro-quodam interpretante in Latinumtranstulimus, plenius pandit). Andere Werke, die ihm in Hss. beigelegtwerden, gehören ihm nicht an (s. Arndts Praef. p. 13, 1131). 4 )

Kurze Erwähnung der Artes liberales I und sehr mannigfaltigem Inhalt, war. Be-in der Hist. Franc. 10, 31 p. 449,1519 nach | sonders scheint sie viel Lyrik enthalten zu

Jlartianus Capella

-) Ein weiteres wichtiges Zeugnis fürdie literarischen Kenntnisse. Gregors findetsich bei Venantius Fortunatus Carm. 9, 7,3356, wo Fortunat von einer ihm durchGregor übersandten Dichterhandschrift spricht,

die allem Anschein nach von klassischem Archiv 32,658.

haben. Oben S. 176.

3 ) Hrsg. von Kruseh p. 847853.

*) Hierzu gehört wahrscheinlich auch eineAufschrift aus Canterbury S. Aug. s. XV ,Depassione et resurrectione domini seamdumGregorium Turonensem, s. Manitius, Neues