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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Sein Fortsetzer ist Johannes von Biclarum, von dem Isid. vir. ill. 62

berichtet ,Iohannes Gerundetisis ecclesiae episcopus natione Gothus provinciae

Lusitaniae Scallabi natus . . . qui postea condidit monasterium quod nunc

Biclarum dicitur . . . addidit in Ubro chronicorum ab anno primo Iustini

iunioris principatus usque in annum octavum Maurici principis Romanorum

et quartum Reccaredi regis annum historico compositoque sermone valde utilem

historiam. 1 ) Er ging als Jüngling nach Konstantinopel und gab sich hier den

Studien in griechischer und römischer Literatur hin. Nach siebzehn Jahren

erst kehrte er in die Heimat zurück und wurde unter Leovigilds Regierung

in die arianischen Unruhen verwickelt, weshalb er auf zehn Jahre nach

Barcelona verbannt wurde. Später stiftete er das Kloster Biclarum, dessen

Name sonst nicht bekannt ist, wie auch seine Lage nicht feststeht. Hier

wurde er Abt und schrieb für die Mönche eine Eegel und verfaßte seine

Chronik wohl im Jahre 592. Darauf wurde er Bischof von Gerona, als

solcher unterschrieb er wahrscheinlich das Konzil von Barcelona 599 und

das Dekret Gundemars 610. Er war also wahrscheinlich am Leben, als

Isidor seine viri illustres schrieb. Auch seine Chronik, die von 567590

reicht, ist dürftig, zudem ist sie nicht frei von Irrtümern. 2 ) Doch wie

das Werk Victors für Afrika so ist das des Johannes für die Geschichte

des Westgotenreichs in Spanien eine wichtige Quelle.

Fortleben, Handschriften, Ausgaben. Beide Werke scheinen nur von Isidorbenutzt zu sein, s. Mommsen S. 175; im Mittelalter begegnen sie nicht, außer der Chronikdes Johannes in Monte Cassino 1023 (Becker 47, 11) ,Chronica . . . Prosperi et lohannis'.Nach Mommsen S. 165 ff. gab es zwei alte Hss., die eine ca. 743 geschrieben, daraus dergleichfalls verlorene Soriensis, der an letzter Stelle Iulianl archiepiscopi Toletani historiade coniuratione Pauli adversus Vambam enthielt (vgl. Villanueva, Viage literario 3, 213.218); die andere der Alcobaciensis s. VIII, von dem noch sechs Blätter in Madrid undLondon vorhanden; seine Abschrift ist Matrit. univ. 134 s. XIII (s. Ewald, Neues Archiv6, 323 und Mommsen S. 167 f.). Außerdem Escorial. & IV 23 s. XVI, der außerdem Isidorvir. ill. mit Beisätzen von Braulio, Ildefons, Iulian und Felix von Toledo enthält (Abschriftvon Perez). Hrsg. (Victor) von Roncallius, Vetustiora latinorum scriptorum chronica (Padua1787) 2, 337 (Migne 68, 937), von Mommsen (mit Johannes) Chron. min. 2, 165; Johannesvon Canisius, Ingoist. 1600, und Scaliger, Thesaurus temporum, Leid. 1605, in Florez, Esp.sagr. 6, 382. 430. Migne 72, 863. H. Hertzberg, D. Historien u. d. Chroniken des Isidorvon Sevilla 1, 68. 61. Papencordt, Gesch. d. vandal. Herrsch, i. Afrika S. 364. Ebertl,586 ff. Teuffel-Schwabe §484,35.

34. Gregor von Tours.

Georgius Florentius wurde vielleicht am 30. November um das Jahr 538 8 )in Clermont-Ferrand geboren und stammte aus einer der vornehmstenrömischen Familien des Landes. Er nahm erst später den Namen Gregoran, den er seinem mütterlichen Urgroßvater, dem heilig gesprochenenBischof von Langres, entlehnte. 4 ) Unterricht seit seinem achten Jahre 6 ) genoßer hauptsächlich von seinem Oheim Gallus, dem Bischof seiner Vaterstadt,und nach dessen Tode von Gallus' Nachfolger Avitus. Weit hat er esindes in den Kenntnissen nicht gebracht, er gesteht selbst, daß ihm eine

') Nach Mommsens Rezension S. 207.

2 ) Nachweis von Mommsen S. 208 f.;überhaupt vgl. hier S. 207210.

3 ) Siehe W. Arndts Einleitung zur Hist.

Franc. S. 2. 311 und 4.

4 ) G. Monod, Et. crit. sur les sources del'hist. merov. S. 24.

5 ) Vita patrum 8, 2 p. 692, 20 f.