Jordanis. 211
qui et Baza dicebatur, mag. mil., filio Andages fili Andele de prosapia Amalorum descen-dente, ego item quamvis agramatus lordannis ante conversionem meam notarius fui undc. 316 p. 138, 24 Ke me quis in favorem gentis praedictae (sc. Getarum), quasi ex ipsa tra-henti originem, aliqua addidisse credat, quam quae legi et comperi. Von Candac heißt esGet. 265 p. 126, 20 et certi Alanorum cum duce suo nomine Candac; zu den Namen derVorfahren s. Grienberger, Germania 34,406. Zeugnisse von Jordanis'Vorliebe für dieAlanen s. Mommsen, Praef. p. X; die Vandalen werden mit Haß verfolgt, s. Mommsenp.VIIf. und L. Schmidt, Gesch. d. deutsch. Stämme bis '%. Ausgang d. Völkerwanderung 1,18 n. 2. Mommsens Behauptungen (p. XIII adn. 21), die Worte ante conversionem meammüßten vom Uebertritt ins Kloster verstanden werden, und daß Jordanis in einem Klosterder thrazischen Diözese geschrieben habe (p. XII), können heute als widerlegt gelten, dennvor allem 1 ) hat Simson, Neues Archiv 22,741—743 nachgewiesen, daß jene Worte auchvom Eintritt in den geistlichen Stand gelten können. Weiter geben gerade die ältestenAufschriften aus alten Katalogen (St. Vandrille ca. 745 und Reichenau s. IX, aber auchLobbes, Toul und Monte Cassino s. XI; vgl. Manitius, Neues Archiv 32, 651 f.) dem Jor-danis das Prädikat episcopus,'') dasselbe die Hss. PVS vor der Summa temporum (Momm-sen p. 1 adn. crit.). Außerdem nennt Papst Vigüius (Migne, Patr. 69, 62) den Bischof Jor-danis von Kroton 3 ) im J. 551 als in Konstantinopel anwesend. So ergeben sich fast zwingendeGründe dafür, daß Jordanis Bischof und 551 in Konstantinopel war. Ueber Papst Vigüiuss. J. Grimm, Ueber Jornandes S. 12. 4 ) Zu der ganzen Frage s. die lichtvolle Auseinander-setzung bei Wattenbach 1,84—86; zustimmend Ebert 1, 557, auf Mommsens Stand-punkt beharrt Teuffel-Schwabe §485. Vorsichtige Beurteilung der Frage bei L. Berg-müller, Einige Bemerk, z. Latinität des Jordanes (Augsb. 1903) S. 6—9. Anders über dieSlellung des Jordanis urteilt J. Friedrich, Münc.h. SB. 1907, 379—442.
Summa temporum. Papst Vigüius hatte den Jordanis gebeten, ihm
ein kurzes Werk über die römische Geschichte bis zur Gegenwart zu
schreiben: Praef. 2 p. 1, 6 Vis enim praesentis mundi erumnas cognuscere aut
quando coepit vel quid ad nos usque perpessus sit edoceri. addes praeterea
vt tibi quomodo Romano, res publica coepit et tenait totumque pene mundwm
subegit et hactenus vel imaginariae teneat, ex diciis maiorum floscula carpens
breviter referam. Jahr der Abfassung 551 (p. 1, 23) in vicensimo quarto anno
lustiniani imperatoris quamvis breviter uno tarnen in tuo nomine et hoc par-
vissimo libello confeci, iungens ei aliud volumen de origine actusque Getice
gentis quam iam dudum 6 ) communi amico Castalio ededissem. Also überreichte
Jordanis dem Vigüius beide Werke zusammen und auf diese Rezension geht
wohl die Überlieferung HPVSL zurück; merkwürdig ist allerdings, daß die
päpstlichen Bibliotheken s. XIII — XV keine einzige Hs. des Jordanis in
ihrem Besitze erwähnen, vgl. Manitius, Neues Archiv 32, 652. Die römische
Geschichte selbst — der Titel ist Summa temporum vel origine actibitsque
gentis Romanorum; so haben die Handschriften PVS und die Bamberger
Aufschrift I 18 vom Jahr 1483 (sie ist aber nicht identisch mit Bamberg.
E. 111,14); ganz nahe kommen die Aufschriften von St. Riquier 831, Toul
s. XI und Lorsch s. IX (= Palat. 920; der Verfasser des Katalogs kürzte
') Ebert 1, 557 n. 2 faßt die Worte ante | 4 ) Zu der hohen Stellung des Adressaten
conversionem meam vom Uebertritt des Ari- I stimmt der feierliche Ton der Anrede sehr
aners Jordanis zum Katholizismus.
2 ) So auch Sigebert von Gembloux deScript, eccl. 35 (ed. Miraeus p. 136) IordanusepiscopusGothorumscriptsithistoriaminprimoeins Ubro gesta Bomanorum . . . recensens.
gut, cf. Summa temp. Praef. 1 (p. 1, 3) Vigi-lantiae vestrae, nobilissime frater Vigili, gra-tias refero und 5 (p. 2,9) novilissime et magni-fice frater. Auch die Worte p. 1, 5 qnantumet aliis vigiletis — mit Wortspiel auf Vigi-
)Simson(NeuesArchiv22,745f.)glaubt, lius — passen zur Stellung des Papstes,daß Jordanis ein afrikanischer Bischof ge- | 5 ) Das Wort dudum hat also schon hier
wesen sei nach Get. 104 (p. 84, 19—85, 4). dieselbe Bedeutung = modo, die für Aldhelm
Aber die Stelle ist doch aus Hieronymus ada. 2269 kompiliert und einen solchen Bischofkann Simson auch nicht nachweisen.
von Traube (Karol. Dichtungen S. 17) undEhwald (Aldh. Gedicht De virginitate S. 3)festgestellt ist.
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