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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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206 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

behaupteten Unabhängigkeit nicht beistimmen, wie ich auch glaube, daß die

Berner Sammlung (ed. Meyer, Münch. Sitzber. 17, 425 N. 37, 5 Mordeo mor-

dentem, morsu nee vulnero dentum = Tatw. 7, 6 Mordeo mordentem labris

mox dentibus absque; ähnlich ist auch Bern. 5 S. 418 mit Tatw. 29, wie

schon Ebert S. 39 sah) von Tatwine zu Rate gezogen ist.

Ausgaben: Giles (s. oben). Wright in The anglo-latin satirical poets etc. 2, 525ff.Ebert a. a. 0. S. 3142.

Eusebius. Vom Leben des Abtes Hvaetberht meldet BedaHist. abbat. 18(ed. Plummer 1, 383) Eligitur itaque abbas Hwaetberchtus qui a primis pueritiaetemporibus eodem in monasterio non solum regularis observantia disciplinaeinstitutus sed et scribendi cantandi legendi ac docendi fuerat non parva exer-citatus industria. Bomam quoque temporibus b. m. Sergii papae aecurrens etnon parvo ibidem temporis spatio demoratus quaque sibi necessaria iudicabat,didicit, descripsit retulit. Insuper et duodeeim ante haec annos presbiteriiest funetus officio; vgl. Hahn, Bonifaz und Lul S. 213 ff. und Forschungenz. d. Gesch. 26, 614 ff. Hvaetberht hieß nach Bedas Widmung In act. apost.(Migne 92, 937) auch Eusebius; 1 ) er erwähnt dort, daß ihn Eusebius auf-gefordert habe, die Apokalypse zu kommentieren. Brief des Eusebius anGregor IL in der Hist. abb. 18. 19 p. 383 PI. Ein Brief von Bonifaz anihn (J. 744747) MG. Epist. 3,348 N. 76. Im Mus. Brit.Ms. Royal 12 C. XXIIIs. IX und im Cantabrig. Gg. 5. 35 s. XI sind Enigmata Eusebii überliefert,die nach den Rätseln Tatwines stehen und mit diesen die von Symphosiusund Aldhelm überkommene Zahl hundert ausmachen. Eusebius hat daherdem Tatwine zeitlich nahe gestanden und es ist daher höchst wahr-scheinlich, daß Hvaetberht-Eusebius der Rätseldichter gewesen ist (Giles,Anecdota Bedae etc. p. X. Hahn, Bonifaz und Lul S. 217 und Forschungenz. d. G. 26, 615619 und 624 ff., wo Ähnlichkeiten des Stils nachgewiesenwerden).

Die sechzig Rätsel zerfallen in zwei Teile. N. 140 bewegen sichganz im Geleise der gewohnten Rätseldichtung, mit der sie vielfach Stoff-gleichheit besitzen und an die sie sich auch anlehnen. Den Geistlichenkennzeichnen sofort die fünf ersten Stücke, wie das auch bei TatwinesSammlung der Fall ist, die übrigen sind von gemischtem Inhalt. Neuerungensind hier z. B. die Behandlung einzelner Buchstaben 2 ) und die Behandlungvon Gegensätzen konkreten und abstrakten Inhalts. Über die Stoffe s. diegute Auseinandersetzung von Hahn, Forschungen S. 615 ff., wo alles Nötigeerörtert ist. Die zweite Abteilung der Rätsel N. 4160 scheint gänzlichdidaktischen Zwecken gewidmet zu sein, denn sie besteht, abgesehen vonN. 48, aus Stücken, in denen die Auflösung des Rätsels Tiernamen ergibt,und zu denen die betreffenden Abschnitte aus dem zwölften Buche von IsidorsEtymologiae versifiziert worden sind, wie zuerst Bücheier, 3 ) Rhein. Mus.

') Außerdem Lib. IV in Sam.proph. (operaed. Giles 8, 162) Hveibertum iuvenem cuiamor studiumque pietatis tarn olim Eusebiicognomen indidit.

2 ) Wenn es vom X (14, 4) beißt Unaqitesunt forma sed vim retinebo duarum, so ist

das ziemlich ähnlich mit Versus Scoti deAlphabeto 61 Forma mihi simplex, sed certedupla potestas.

3 ) Er ermittelte Isidors Benutzung (Et. 1,4, 11) auch für N. 14, 1.