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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Tatwine von Canterbury und Eusebius.

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Rätsel gestellt, sondern auch in umgekehrter Reihenfolge geschrieben sind.Diese Verse heißen Bub deno quater haec diverse enigmata torquens Staminemetrorum exstructor conserta retexit. Ein Nachwort von vier Versen erklärt,daß der erste dieser Eingangsverse sich aus den ersten Buchstaben dervierzig Gedichte, und daß der zweite sich aus den Endbuchstaben, aber inumgekehrter Reihenfolge zusammensetze. Das Vorwort 1 ) steht in L merk-würdigerweise am Ende, wenn die Worte überhaupt zu Tatwines und nichtvielmehr zu Eusebius' Rätseln gehören; aber es ist wahrscheinlicher, daßTatwine, der ja zu hohen Ehren berufen worden war, 2 ) in Korrespondenzmit einem Könige stand, als der Abt von Wearmouth und Jarrow. DieseWidmung besagt Sublimitatis vestrae oboediens praecepto, quo nostrae medio-critati iniunxistis ut aliquid dignum scriberem vestrae serenitati, misi advestram excellentiam hoc monitorium opus ut inter reipublicae caras vestraexcellentia salubritatis precepta ad meutern revocans habeatis tibi honestatiset salutis possitis invenire speciem. 3 ) Die vierzig Rätsel besitzen die Lösungin ihren Überschriften nach 40, 5 quid sum pandite, sophi sind sie viel-leicht eher als Beischriften aufzufassen, die nach Ebert S. 31 nicht demVerfasser angehören, was aber nicht glaublich ist, da auch Symphosiusund Aldhelm die Lösungen überschreiben. Zum besseren Verständnis sindin beiden Hss. Glossen übergeschrieben, s. Ebert S. 30 und dessen kritischenApparat. Es ist möglich, daß diese Glossen schon von Tatwine beigefügtwurden, was ja auch später nicht selten begegnet. 4 ) Schon AldhelmsRätsel sollten der Belehrung dienen, weshalb sie der Metrik eingefügtwurden (vgl. Praef. 25ff., ed. Giles p. 248), und zu gleichem Zweck hatTatwine seine Sammlung gedichtet, wie sich aus den Stoffen und aus denWorten der Vorrede hoc monitorium opus ergibt. Die Stoffe beginnen mitder Philosophie und behandeln gern abstrakte Stoffe, zumal wenn sie christ-lichen Inhalts sind. 5 ) So zeigt sich Tatwine im Anfang der Sammlungals gelehrigen Schüler der Philosophie und Grammatik und als Geistlichen,und von diesem Geiste sind beinahe drei Viertel der Rätsel belebt, währendder Rest sich auf konkrete Dinge nach Aldhelms Vorgang bezieht. DieSprache ist nicht gerade abwechslungsreich, sondern bewegt sich vielfachin denselben Bildern (s. Hahn S. 610f.). Die Metrik ist, wie bei Aldhelm,noch vielfach fehlerhaft, besser dagegen ist die Prosodie, wenn auch nichtfehlerlos. In Bezug auf Vorbilder scheint Symphosius nicht benutzt zusein 6 ) (trotz Symph. 86, 3 ähnlich mit Tatw. 28, 1), dagegen wird Aldhelmund Bonifaz 7 ) von Tatwine verwertet, und ich kann der von Hahn S. 612

1 ) In der Ausgabe von Giles (AnecdotaBedae Lanfranci et aliorum etc. p. 25 ff. Lond.1851) ist der Satz wohl einfach unterdrücktworden.

2 ) Nach dem Worte nostrae mediocritatihat es nämlich den Anschein, als ob Tatwineschon Erzhischof gewesen sei, als er dieRätsel schrieb.

) Ebert a. a. 0. S. 42 hält diese Wortefür die Nachschrift eines Kopisten, wovonich mich aber nicht überzeugen kann. DieHss. sind ja auch sonst in Unordnung ge-raten.

4 ) Z. B. bei Heiric in der Vita S. Germani,bei Abbo in den Bella Parisiaca und im Pane-gyricus Berengarii. Die Glossen in L sindauch in der Ausgabe von Wright abgedruckt(The anglo-latin satirical poets etc.2,525-534).

5 ) Ueber die Stoffe vgl. die lehrreicheDarlegung von Hahn a. a. 0. S. 605611,besonders S. 609.

6 ) Ich muß hierin Hahn S. 611 völligrecht geben.

') Das ist wahrscheinlicher als der ent-gegengesetzte Fall, den ich Wiener SB. 112.613 annahm.