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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Tatwine von Canterbury und Eusebius. 203

zu sprechen seheinen. Traube (Karol. Dichtungen S. 115 n. 4) hält fürdas ursprüngliche Vorbild einen den Stadtplan von Rom begleitendenrömischen Rhythmus; den Plan hätten die Verse erklären sollen. Mir er-scheint der lehrhafte Zweck glaublicher. Mindestens aber ist das Gedichtbald für Schulzwecke benutzt worden, wie sich nicht nur aus den viel-fachen Interpolationen und Umstellungen, sondern auch aus der ungewöhn-lich großen Zahl alter Handschriften ergibt.

Ueberlieferung. Eine Klassifikation der Hss. hat Strecker S. 6 ff. gegeben. Erweist nach, daß Paris. 9666 s. XI (aus Echternach) und 5091 s. XI sowie Leid. Voss. Q 69s. IX die eine Form der ueberlieferung vertreten, während Sangall. 2 s. VIII (geschriebenvon Winitharius) und 213 s.VIII, sowie Wircib. M. p. th. f. 46 s. IX und Vat. Pal. 1357 s.XIII, 1 )ferner die Hss. der Regensburger Schottenlegende (Mus. Brit. Harlei. 3973 s. XIV, Monac. 903s. XV, Monac. 14873 s. XV, Vindob. hist. eccl. 3347 s. XV, Eichstedt 269 s. XV) auf derandern Seite stehen, ohne daß einer der beiden Klassen der Vorzug gebührt, da sie sichgegenseitig ergänzen. Sämtliche Hss. aber gehen nach Strecker S. 6 auf ein schon ent-stelltes Exemplar zurück. Zum Inhalt beider Klassen s. Strecker S. 8 f. Ausgaben: Th.Wright, Anecd. litteraria 101 ff. (aus Paris. 5091). K. Pertz, Ueber eine fränk. Kosmo-graphie des 7. Jahrh. in Abhdl. d. Kgl. Akad. d. Wiss. zu Berlin 1845 S. 253263. KritischeAusg. von K. Strecker, Der Rhythmus De Asia et de universi mundi rota, Berliner Progr.1909 S. 1327. Vgl. Ebert 1,610f. Wattenbach 1, 122 f. v. Winterfeld, NeuesArchiv 25, 390 n. 1. Emendationeu 2 ) zu diesem wie zum vorigen Gedicht von .T. Huemer,Unters, üb. d. alt. lat. christl. Rhythmen S. 62 ff. Ueber orthographische Dinge und den Vers-bau s. Strecker S. 10 f.

30. Tatwine von Canterbury und Eusebius.

Tatwine (oder Tatwini) stammte aus Mercia und war Presbyter indem Kloster Briudun in der Grafschaft Worcester. Als solcher zeichneteer sich durch Frömmigkeit und Klugheit sowie durch bedeutende Kenntnissein den heiligen Schriften aus, wie Beda berichtet, der allerdings nichts vonseinen Schriften erwähnt, die jedenfalls vor die Zeit seiner Erhebung zumErzbischof fallen, nämlich seine Grammatik und seine Rätsel. Nach demTode Erzbischof Berhtwalds von Canterbury wurde Tatwine 731 in dessenStellung gewählt; das Pallium erhielt er erst zwei Jahre später. Schonim Jahre 734 ist er gestorben, und wenn er auch wegen seiner kurzenAmtsführung kein bedeutendes Andenken hinterließ, so blieb doch seineliterarische Bedeutung nicht unvergessen.

Zeugnisse. Beda hist. eccl. 5, 23 (1, 350 ed. Plummer) pro quo (sc. Berctwaldo)anno eodem (731) factus est archiepiscopus vocabulo Tatuini 3 ) {Tatuine C) de provinciaMerciorum, cum fuisset presbyter in monasterio quod vocatur Briudun. Consecratus est autemin Doruverni civitate (Canterbury) . . . die decima Iunii mensis dominica, vir religione etprudentia insignis sacris quoque litteris nobiliter instructus; 5, 24 p. 356 Anno 731 Berct-vald archiepiscopus obiit. Anno eodem Tatuini consecratus archiepiscopus nonus Dorver-nensis ecclesiae Aedilbaldo rege Merciorum XV agente annum inperii; Contin. p. 361 Annoab ine. domini 733 Tatuuini archiepiscopus aeeepto ab apostolica auetoritate pallio ordinavitAlvic et Sigfridum episcopos. Anno ab ine. dorn. 734 Tatuini episcopus obiit. Das Schreiben,in dem Gregor III. erklärt, daß Tatwine sich das Pallium in Rom geholt habe (Wilhelm.Malmesb. gesta pontif. ed. Hamilton p. 55), ist gefälscht (Jaffe, Regesta pont.* N. 2243.

') Siehe Archiv 12, 354 und K. Pertz,De cosmographia Ethici p. 38.

2 ) Diese Vorschläge sind aber meist nichtevidente Besserungen.

3 ) Ueberschrift der Grammatik ars Ta-

tuini (so Lorsch s. IX, B. 37, 417), Tadvinus \ 289, 5 und 24,

hat der Titel von St. Riquier (Traube, PL.3,266 N. 11). Die Rätsel haben in L enigmataTautuni, die Grabschrift Monast. Angl. 1, 82hat Pontificis . . . Tatwini. Dieselbe Namens-form Tatwinus (Abt von Fritzlar) MG. Ep. 3,