Langobardische Dichtungen.
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deren Schreibart oft ungemein schlecht ist, hervorgerufen. Für seine Zeit hatder Lehrer der freien Künste ganz erträgliche Verse gemacht, man muß sie nurmit der zeitgenössischen Dichtung bei Langobarden und Franken vergleichen.
Das Gedicht wird überliefert von zwei nicht näher bezeichneten Vaticani, s. Mai,Class. auct. 5 p. XLIIlff., im Vindob. 4772 s. XVI und im Paris. 6864. Ausgaben: A. Mai,Class. auct. 5, 391—402. S. Bened. Crispi commentarium medicinale ... ed. J.Val. Ullrich,Kizingae 1835 (nach Vindob., mit Angabe der varia lectio bei Mai); ed. S. de Renzi, Storiadella medicina in Italia II (1849) append. und in Collectio Salernitana 1, 72—87 (Nap. 1852).Vgl. Grässe, Hdb. d. allg. Littgesch. 2, 1.566. Manitius, Gesch. d. christl. lat. Poesie S. 396.Choulant, Hdb. d. Bücherkde. f. d. alt. Medizin 2 S. 226—228. Puschmann 1,630 f. Ebert1,619 n. 1.
Epitaph Caedwealhas. Es wird zuerst erwähnt und ganz angeführt von Bedahist. eccl. 5, 7 (1, 293 ed. Plummer) et iubente pontifice (sc. Sergio) epitaphium in eins (sc.Caedvallae) monumento scriptum. Hieraus abgeschrieben von Paulus diac. hist. Lang. 6, 15(p. 217 f. ed. Waitz); außerdem ist es erhalten in der Sylloge des Paris. 2832 (Mannos), imVat. Pal. 833 und in der großen Sammlung des Bruxell. 10615—729. s. de Rossi, lnscr.Christ, urb. Rom. 2, 70, 79, III. Zwölf Distichen von guter Bauart und fast reiner Prosodie.Es wird hier dem angelsächsischen König zu hohem Lobe angerechnet, daß er seine ganzeMacht aufgegeben habe, um geistlich zu werden, 10 Barbaricam rabiem nomen et inde suumConversus convertif ovans, Petrumque vocari Sergius antistes iussit . .. quem Christi gratia . . .Protinus albatnm vexit in arce pöli, d. h. Caedwealha starb noch im weißen Taufgewand;s. H. Hahn, Bonifaz und Lul S. 24 f. Ebert 1, 619 n. 1. Manitius S. 397.
2. Stefanus magister (Rhythmus de synodo Ticinensi). In zweivoneinander unabhängigen Hss. 1 ) aus Bobbio, dem Ambros. E 47 sup. s.VIIund Ambros. C 105 f. 121 s.VII— VIII wird ein rhythmisches Gedicht vonneunzehn Strophen zu je fünf Versen überliefert, das keine Aufschrift be-sitzt. Es stammt, wie das Akrostichon ergibt, von einem sonst unbekanntenStefanus magister],*) s. W. Meyer, Münch. Sitzber. 1882, 1, 87 und ist 698oder kurz darauf verfaßt (Waitz, Script, rer. Langob. p. 189). Der Dichterrühmt nämlich den Langobardenkönig Aripert und dessen Sohn Perctarit(Vs. 8 ad fidem convertere ludaeos fecit), der in Ticinum (Pavia) ein Nonnen-kloster begründet und seine Schwester als Äbtissin eingesetzt habe, 14 suapraefecit germana egregia (s. Pauli diac.hist.Lang. 5,34 p. 156). Perctarits SohnCunincpert unterwarf den Rebellen Alachis (Paulihist. Lang. 5,36 ff.) und bauteModena wiederauf. Besonders aber machte er sich verdient, indem er aufeiner Synode zu Ticinum ein in Aquileja ausgebrochnes Schisma beseitigte, 3 )denn Bischof Damianus übersandte dem Papst Sergius durch den PresbyterThomas und den Rechtsgelehrten Theodoald die Verhandlungen der Synode.Der Papst beglückwünschte den König zu diesem Friedenswerk und befahl,die häretischen Schriften zu verbrennen. Cunincpert aber befahl dem Stefanus,hierüber ein Gedicht zu schreiben, und Stefanus entschuldigt sich am Schlüsse86 Mihi ignosce rex, quaesu, piissime, Tua iussa nequivi, ut condecet, Pangereore styloque contexere, Beete ul valent edissere medrici, i ) Scripsi per prosa utoratiunculam; er habe also kein metrisches Gedicht verfertigen können,sondern einen Rhythmus gedichtet.
Ausgaben von Oltrocchi, Eccl. Mediol. hist. Ligustica 2, 536.579. 624; Reiff erscheid,Wiener SB. 67 (1871), 471—473. Waitz, SS. rer. Lang. 190 f. (und Pauli diac. hist. Lang.
*) Siehe W. Meyer, Abh. d. Gott. Ges.d.Wiss. N. F. 2, 6, 5n. 1.
2 ) Oltrocchi vermutete in dem Dichterden Lehrer des Paulus, den GrammatikerPlavianus.
3 ) 56 NuUus de tanto gaudio potuerat Se
temperare a ßetu et lacrimis beruht auf Verg.Aen. 2, 6. 8 und ist der einzige Anklang andie alte Poesie.
4 ) i. e. metrici. — Inhaltsangabe bei W.Meyer, Gott. Abh. 2, 6, 6.