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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Langobardische Dichtungen. ]Q7

Fortleben, Handschriften: Die Gedichte sind frühzeitig in Spanien verbreitetgewesen, Iuliau von Toledo führt in seiner Ars grammatica eine Menge Verse aus ihnenan und ein Abt Valerius zitiert ein ganzes Gedicht (c. 83), Paulus Albarus (c. 2. 8. 33. 41) undSamson (c. 4) verwenden reichlich Verse aus Eugenius, mehrere Stücke sind teilweise zuspanischen (und burgundischen) Inschriften verwendet worden (12. 27. 59), wie sich 12, 1auch sonst inschriftlich findet. Wenige Jahrzehnte nach Eugenius' Tode ist die Sammlungnach Britannien gelangt, sie wird von Ardhelm (c. 48. 60. 62) und von Beda (c. 1) benutzt.Wohl durch Alchvine, der c. 1 und 8 verwendet, kam sie ins Prankenreich und wurde hiervon vielen karolingischen Dichtem benutzt, nämlich von dem Spanier Theodulf (c. 8), inden Gedichten des Paulus und Petrus (c. 100), von Angilbert (c. 11), von Engelmodus (Praef.),außerdem geben Micon (c. 2 und 6) sowie Ionas von Orleans (c. 81) einzelne Verse. Inspäterer Zeit begegnet Eugenius seltener; in alten Aufschriften erscheint er nur 882 inOviedo (B. 26, 28) und in Leon 927 (Auct. ant. 14, XL VI), und s. X wird er noch benutzt inder Ecbasis captivi (Praef. und c. 33), und dann im Gedicht des Paris. 2773 (c. 33, s. Riese,Anth. 2, 117, 6), vgl. ed. Vollmer p. XLIII f. und p. 231269 in den Noten. Eine Auswahlaus der Sammlung wurde schon s. VIII veranstaltet, wie Paris. 8093 s.VIII und 2832 s. IXsowie Paris. 7540 s. X, 8071 s. X und Vatic. reg. 2078 s. IX X beweisen, die wohl sämt-lich auf dieselbe Auswahl zurückgehen; vgl. ed. Vollmer p. XLI. XLV. Die drei voll-ständigeren Hss., die sich übrigens untereinander ergänzen, gehören dem 10. Jahrh. an,nämlich Matrit. 14, 22, Legion. Igl. Catr. 8 (Fragmente) und Legion. Igl. Catr. 21. Im all-gemeinen geht die Ueberlieferung nicht weiter, obwohl sich in vielen späteren Hss. ver-sprengte Reste der Sammlung zeigen (Vollmer p. XLII f.) und einzelne Gedichte sich sogarrecht häufig finden (c. 1. 2. 3. 6. 1 ) 30-33. 37. 38). Ausgaben: ed. Sirmond, Paris 1619.ed. Lorenz an a, Sanctorum Patrum Toletanorum opera I. Migne, Patrol. lat. 87, 359.Kritische Ausg. von Fr. Vollmer, Auct. ant. 14, 231. Derselbe Neues Archiv 26, 391409.Manitius, Rhein. Mus. 44, 548 ff., Gesch. d. christl. lat. Poesie 424-432. Ebert 1, 603 f.

Von Eugenius, der nach Ildefons de vir. ill. scr. 14 (Dzialowski p. 146)ein Buch über die heilige Dreieinigkeit schrieb sensit de saneta trinitatelibellum et elognio nitidum et rei veritate perspieuum, nicht erhalten, sindaußerdem zwei Briefe überliefert. Im ersten wendet sich Eugen an Braiüliovon Saragossa und fragt bei ihm wegen einiger unrechtmäßiger Verhält-nisse in seiner Kirche an; die weitschweifige Antwort Braulios ist erhalten.Der zweite Brief ist an Bischof Protasius von Tarragona gerichtet; hierverspricht er diesem, die von ihm gewünschte Messe auf den heiligenHippolyt und Gebete verfassen zu wollen, während er ihm eine andereMesse abschlägt; herausgegeben von Vollmer, Auct. ant. 14, 283. 286.

28. Langobardische Dichtungen.

1. Benedictus Crispus. Ist die Gleichstellung des Dichters Crispusmit dem Erzbischof Benedictus Crispus von Mailand richtig, dann gehörtein medizinisches Gedicht, das von Crispus verfaßt wurde, in die zweiteHälfte des 7. Jahrhunderts, jedenfalls vor 681, da Benedikt von 681725 Erz-bischof war. Das Gedicht von 241 Versen hat Crispus als Diakon in Mailandseinem früheren Schüler Maurus, der jetzt Präpositus in Mantua war, aufdessen Bitte übersendet, obwohl Maurus in früheren Zeiten nichts vonMedizin wissen wollte. Diese kurze poetische Therapeutik behandelt nachdem Vorgange des Q. Serenus und der Medicina Plinii die Krankheiten dereinzelnen Glieder und Organe vom Kopf bis zu den Füßen und gibt füreine jede die betreffenden Heilmittel an. Als sich Benedictus Crispus

') Nach diesem Gedicht wie nach c. 7 nach dem hs. Befunde nicht Spanien, sondern

ist vielleicht s.VIII das Gedicht Versus Ca- eher dem Frankenreiche angehört; neu hrsg.

tonis contra luxuriam entstanden, das schon nach den Hss. von Vollmer, Auct.ant. 14,237.in Mannos Hs. Paris. 2832 f. 135 steht und